Die Linke Revolution und die Gegenreaktion

Papiergeld ermöglicht es den Politikern, die Ersparnisse der Bevölkerung durch Manipulation der Inflation und der Deflation zu konfiszieren. Wir haben Gold, weil wir den Regierungen nicht trauen können.

— Herbert Clark Hoover (1874-1964; US-Präsident 1929-1933)

Die Linke Revolution und die Gegenreaktion

„Die „Studentenrevolte“ der schmutzigen, bärtigen, wohlhabenden Viertelintellektuellen könnte etwas hervorrufen – und ist dabei, etwas hervorzurufen -, das einer faschistischen Reaktion in den unteren Klassen sehr nahe kommt. Drüben in Vietnam, unter den jungen Männern in den Streitkräften, kann man bereits das stetige Anwachsen solcher Gefühle beobachten. Sie fühlen sich buchstäblich verraten von jenen jungen Männern und Frauen, deren Eltern es sich leisten können, sie auf Colleges, Graduierten- und Postgraduiertenschulen zu schicken, um der Einberufung zu entgehen; doch anstatt zu schweigen und sich bedeckt zu halten, versuchen diese Wehrdienstverweigerer frech, die Rolle der wahren Retter von Menschlichkeit und Humanität zu spielen. Die amerikanischen Soldaten in Südostasien, gewiss ein raues, manchmal sogar brutales Völkchen, kennen die politischen Verhältnisse auf diesem Globus unendlich besser als die schreienden und brüllenden bärtigen Spione in der Heimat, die ihre heldenhaften Tugenden nur gegenüber wehrlosen College-Verwaltern oder fast wehrlosen Polizisten zur Schau stellen, wenn sie erst einmal die grässlichen Gräueltaten des Vietcong gesehen haben. Vielleicht erreichen sie noch ihr unmittelbares Ziel, nämlich die amerikanischen (oder europäischen) Universitäten auf das Niveau der lateinamerikanischen zu bringen, von denen so viele Probleme ausgingen. Aber merkwürdigerweise vergessen unsere „Retter“, dass der Mensch ein dialektisches Wesen ist und dass ihre Aktionen Reaktionen hervorrufen. Diese Reaktionen können viel schlimmer ausfallen als das, was sie verursacht hat. Viele Länder befinden sich heute gefährlich nahe an dem Punkt, an dem sich Deutschland 1932 befand; trotz des Mangels an gut organisierten nationalistischen Massenbewegungen sind die Ähnlichkeiten, gelinde gesagt, bedrohlich. Es ist rührend zu sehen, wie die Neue Linke, eine romantische Bewegung, die derjenigen, die den jungen Marx „trug“, nicht unähnlich ist, einen Heldenkult betreibt. Das mögen nur düstere Attentäter oder haarsträubende Intellektuelle wie Castro, Guevara, Debray, Torres, Dutschke, Teufel, Cohn-Bendit, Mao, Ho Chi Minh oder Thich Tri Quan sein, aber sie werden buchstäblich verehrt. Die Neuen Linken wollen Führer. Dennoch dürfen wir bei der Zusammenfassung der Situation nicht vergessen, dass die Neue Linke gewisse Wahrheiten und Binsenweisheiten zum Ausdruck bringt und uns nicht wenige Strohhalme in den Wind legt. Wie unreif, destruktiv, steril und verworren sie auch sein mag, sie ist ein Schrei der Angst und des Protests gegen ein mechanisiertes, zutiefst linkes Zeitalter. Es ist in gewisser Weise die Linke schlechthin.“

Erik von Kühnelt-Leddihn

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