Amerikanische Förderung des Islamismus

Um die Unabhängigkeit des Volkes zu bewahren, dürfen wir unserer Regierung nicht erlauben, uns mit ewigen Schulden zu belasten.

— Thomas Jefferson

Amerikanische Förderung des Islamismus

„Die Unterstützung der USA für die Mudschaheddin wurde 1985 zum Kernstück der US-Außenpolitik und wurde als Reagan-Doktrin bezeichnet. Im Rahmen der aggressiven neuen proaktiven Haltung gegenüber der Sowjetunion unterstützten die USA die antikommunistischen Widerstandsbewegungen in Afghanistan, Angola, Nicaragua und der polnischen Gewerkschaft Solidarność militärisch und anderweitig.

Ab 1979 wurde Afghanistan zum Schauplatz von Gewalt und Heroinproduktion, die in den folgenden fünfunddreißig Jahren zur Norm werden sollte. Die CIA und die USAID des US-Außenministeriums spielten eine wichtige Rolle beim Schüren des islamischen Hasses auf den Kommunismus, der auch nach dem Abzug der Sowjets aus Afghanistan im Jahr 1989 nicht verschwand.

Amerikanische Universitäten produzierten Bücher für afghanische Kinder, in denen die Tugenden des Dschihad und des Tötens von Kommunisten gepriesen wurden. Die Bücher wurden durch einen USAID-Zuschuss in Höhe von 50 Millionen Dollar an die Universität von Nebraska in den 1980er Jahren finanziert. USAID wurde oft als verdeckter Kanal für CIA-Operationen genutzt. Die Lehrbücher versuchten, Begeisterung für die islamische Militanz zu wecken. Sie riefen afghanische Kinder dazu auf, „dem sowjetischen Feind die Augen auszureißen und seine Beine abzuschneiden“. Jahre später wurden dieselben von den USA produzierten Bücher von den Taliban für den Einsatz in Madrassas genehmigt und waren sowohl in Afghanistan als auch in Pakistan weit verbreitet.

Geld von einer bizarren Koalition von Kräften floss in die Mudschaheddin, die jenseits der afghanischen Grenze in Pakistan ausgebildet und stationiert wurden. Die USA, der saudische Geheimdienst al-Istakhbarat al-‚Ama, die Kuwaitis, der Irak von Saddam Hussein, Libyen von Qaddafi und der Iran von Khomeini zahlten den salafistischen islamischen „Freiheitskämpfern“ der Mudschaheddin in den 1980er Jahren über 1 Milliarde Dollar pro Jahr.

Der Afghanistan-Konflikt von 1979 bis zum endgültigen Abzug der sowjetischen Truppen im Februar 1989 war der blutigste und teuerste Konflikt des Kalten Krieges. Mehr als 13.000 sowjetische Soldaten bezahlten mit ihrem Leben, und etwa 40.000 wurden verwundet. Etwa zwei Millionen Afghanen verloren während des Krieges ihr Leben, und weitere 500.000 bis zwei Millionen wurden verwundet und verstümmelt.

Der ISI des pakistanischen Präsidenten Zia-ul-Haq hatte in Zusammenarbeit mit Osama bin Laden und anderen Gruppen mehr als 100 000 radikale islamische Dschihadisten in allen Künsten der modernen Kriegsführung und terroristischen Techniken ausgebildet. Sie arbeiteten Seite an Seite mit der CIA, dem britischen MI6, den israelischen Geheimdiensten und dem saudischen Geheimdienst. Im Laufe des folgenden Vierteljahrhunderts finanzierte und entsandte jeder dieser „Sponsoren“ diese Mudschaheddin-Veteranen unter dem Deckmantel der einen oder anderen islamischen Dschihad-Organisation. Eine der berüchtigten Organisationen erhielt den Namen „Al Qaeda“ oder „die Basis“, und ihr nominelles Oberhaupt war der Saudi Osama bin Laden. Unter Berufung auf westliche Geheimdienstquellen berichtete Jane’s Defence Weekly im Jahr 2001:

1988 gründete Bin Laden mit Wissen der USA Al Qaeda (die Basis): ein Konglomerat quasi unabhängiger islamischer Terrorzellen in mindestens 26 Ländern, darunter Algerien, Marokko, die Türkei, Ägypten, Syrien, Usbekistan, Tadschikistan, Birma, Libanon, Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, Indonesien, Kenia, Tansania, Aserbaidschan, Dagestan, Uganda, Äthiopien, Syrien, Tunesien, Bahrain, Jemen, Bosnien sowie das Westjordanland und Gaza. Westliche Geheimdienstquellen behaupten, Al Qaida habe sogar eine Zelle in Xinjiang in China.

In der wahhabitisch-sunnitischen muslimischen Welt wurde die Niederlage der Sowjetunion in Afghanistan als „Sieg“ für den Islam und das globale Kalifat begrüßt. In Washington wurde sie als eine große Niederlage des kommunistischen Gegners aus dem Kalten Krieg betrachtet. Jeder Spieler im großen Spiel der Mudschaheddin – Washington und die dschihadistischen Islamisten – betrachtete die Ereignisse durch eine völlig andere Brille.

Nach ihrem Triumph in Afghanistan half die CIA, wichtige Kader der Mudschaheddin nach Tschetschenien, Bosnien und in andere Schlachten im postsowjetischen Zentralasien zu bringen. Für die Dschihadisten war dies eine weitere Hilfe auf dem Weg zum globalen Kalifat, die sie gerne annahmen.

  1. William Engdahl

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