Ökonomische Interessen – Welten im Zusammenstoß

Vier feindselige Zeitungen sind mehr zu fürchten als tausend Bajonette.

— Napoleon Bonaparte

Ökonomische Interessen – Welten im Zusammenstoß

In ihren Gründungs- und Stablisierungsphasen zwischen dem 15. Und 18. Jahrhundert bewegten sich die primären, auf Merkantilismus und militärischer Drill-Revolution gegründeten europäischen Nationalstaaten ihrerseits in einem eigentümlich circulus virtuosus: ‚je größer sie wurden, um so leichter war es, noch größer zu werden.‘

Solange die modernisierenden Nationen die wichtigsten ‚Standorte‘ der Allianz von Eigentumsökonomie und Maschinenbau bildeten, war es für sie unvermeidlich, als die politischen Hauptakteure der systembedingten Expansionstendenzen in Erscheinung zu treten. Daher fielen die industrialisierten Nationen als die quasi natürlichen Wirte neuzeitlicher Selbstverstärkungsprozesse ins Auge – bis ihnen transnationale Bündnisse und multinationale Unternehmenseinheiten den Rang als Piloten der Wachstumsdynamik abliefen. Sie bildeten die Unruhe-Zentren der Expansionsbewegungen, die man seit der Wende zum 20. Jahrhundert Imperialismen nennt. Wer ökonomische Expansion sagte, sagte seither eo ipso Imperium. Sprach man von Imperien im Plural, redete man von Welten im Zusammenstoß.“

Peter Sloterdijk (Die schrecklichen Kinder der Neuzeit)

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