„Parteidiktatur ist mit ‚Demokratie‘ nicht vereinbar.“

Ein marxistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert.

— Alexander Solschenizyn

„Parteidiktatur ist mit ‚Demokratie‘ nicht vereinbar.“

„Die bürgerlichen Revolutionen von 1789 und 1848 hatten das demokratische Ideal beinahe zu einer Selbstverständlichkeit des politischen Denkens gemacht…

Trotz des während dieser Zeit stetig sich verschärfenden Klassenkampfes besteht zwischen Bourgeoisie und Proletariat in Bezug auf die demokratische Staatsform kein Gegensatz; Liberalismus und Sozialismus zeigen in diesem Punkte keine ideologische Differenz.

Demokratie ist das die Geister im 19. und 20. Jahrhundert fast allgemein beherrschende Schlagwort. Gerade darum verliert es – wie jedes Schlagwort – seinen festen Sinn. Weil man es – dem politischen Modezwang unterworfen – zu allen möglichen Zwecken und bei allen möglichen Anlässen benützen zu müssen glaubt, nimmt dieser mißbrauchteste aller politischen Begriffe die verschiedensten, einander oft sehr widersprechenden Bedeutungen an, sofern ihm nicht die übliche Gedankenlosigkeit des vulgär-politischen Sprachgebrauches zu einer keinen bestimmten Sinn mehr beanspruchenden, konventionellen Phrase degradiert…

Aber nicht nur die Diktatur des Proletariates, theoretisch begründet von der neukommunistischen Doktrin und praktisch realisiert von der Partei des russischen Bolschewismus, steht gegen das Ideal der Demokratie auf. Der gewaltige Druck, den diese Bewegung des Proletariates auf Geist und Politik in Europa ausübt, erzeugt als Gegendruck auch eine antidemokratische Haltung der Bourgeoisie. Sie findet im italienischen Faszismus theoretischen wie praktischen Ausdruck.

Demnach wird Demokratie, wie ehedem gegenüber der monarchischen Autokratie, so heute gegenüber der Parteidiktatur – von links und rechts – zum Problem.“

Hans Kelsen (Vom Wesen und Wert der Demokratie)

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