Ein Tied Agent aus Hamburg und die BaFin

Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.

— August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (zugeschrieben)

Ein Tied Agent aus Hamburg und die BaFin

Ein „Tied Agent“ ist im Finanzdienstleistungsbereich ein „Gebundener Agent“, eine Firma oder Person ohne eigene BaFin-Lizenz, die unter dem Haftungsdach eines BaFin-lizenzierten Instituts Kunden akquirieren und in Finanzangelegenheiten beraten darf.

Solche Tied Agents müssen exklusiv an ein einziges Haftungsdach gebunden sein, das für den Tied Agent haftet. Eine solche Haftungsübernahme setzt entsprechend grosses Vertrauen in die Seriosiät und Korrektheit des Tied Agent voraus.

 

Was aber, wenn dieses Vertrauen grob missbraucht wird?

 

Im vorliegenden Fall hat ein Hamburger Tied Agent noch während der Vertragslaufzeit seines Tied Agent Vertrages die gemeinsamen Kunden zum Wechsel zu einer anderen, von ihm selbst gegründeten Firma überredet. So werden dem Vertragspartner und ursprünglichen Haftungsdach etwa 100 Millionen USD Kundenvermögen und ein Jahresumsatz von über 1 Millionen USD „abgeschöpft“.

 

Die BaFin hatte der neuen Firma des Tied Agents eine eigene BaFin-Lizenz erteilt, obwohl einem Blinden mit Krückstock klar sein musste, dass die in dem vorgelegten Business-Plan ausgewiesenen Plan-Umsätze nur aus Geschäften herrühren konnten, die dem bisherigen Haftungsdach unlauter entzogen werden, denn der Tied Agent stand bei diesem Haftungsdach noch 2 weitere Jahre unter Vertrag.

 

Was macht die BaFin, nachdem sie darauf hingewiesen wird, dass ihr neuer „Lizenznehmer“ solche bösen Dinge tut?

Sie fragt höflich bei dem Tied Agent an, ob die Vorwürfe denn stimmen würden, dass er noch während der Laufzeit seines Tied-Agent-Vertrages aktiv Kunden dort abgeworben habe.

Der Tied Agent lügt die BaFin an und sagt, dass er erst nach Ablauf des Vertrages mit dem Haftungsdach mit seiner neuen Firma aktiv geworden sei – was eindeutig belegbar unwahr ist.

Und die BaFin forscht nicht selbst weiter nach und gibt sich mit den falschen Angaben zufrieden.

 

So sieht die Überwachung der Finanzindustrie in Deutschland aus.

 

Man fühlt sich ein wenig an Phoenix Kapitaldienst erinnert – die durften etwa 7 Jahre lang unter BaFin-Aufsicht ihre Kunden betrügen.

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