Negativrekordverdächtig: Fonds der zur DZ Bank Gruppe gehörenden IP Concept SA, Luxemburg

Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.

— Margaret Mead

Negativrekordverdächtig: Fonds der zur DZ Bank Gruppe gehörenden IP Concept SA, Luxemburg

Fonds: FI Fund Stop & Go Professional, ISIN LU0326969457

 

Der Fonds wurde im Jahr 2007 für den Initiator und Anlageberater „Finanzoptimierung“ aufgelegt und im Jahr 2014 mit einem Verlust von über 50% liquidiert.

Der Fonds wurde im Verkaufsprospekt als “konservativ” eingestuft.

“Konservativ” passt u.E. so gar nicht mit einem Verlust von mehr als der Hälfte des Kapitals der Anleger zusammen – noch dazu in einem positiven Marktumfeld.

Eine Definition des Begriffs „konservativ“ bei Finanzanlagen: „kurzfristige moderate Kursschwankungen sind möglich; mittel bis langfristig ist ein Vermögensverlust unwahrscheinlich.“

 

Von 1970 bis Ende 2014 hat der MSCI World Index netto auf Eurobasis (bis Ende 1998 D-Mark) im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 6,9 Prozent erzielt.

Wenn man unterstellt, dass durchschnittlich 70% des Fonds in Aktien (Atkienfonds) investiert waren und der Rest (Cash oder Rentenpapiere) praktisch keine Rendite gebracht hat, erhält man für den Fonds eine Renditeerwartung vor Kosten in Höhe von 4,83%.

Das ist eine realistische Renditeerwartung für den Fonds VOR KOSTEN.

Damit ein Anleger eine realistische Chance auf einen Gewinn hat, müssen die Kosten also deutlich unter 4,83% liegen.

Schon wenn mehr als 50% der Bruttorendite durch Kosten aufgefressen würde, wäre das für die Anleger kein gutes Investment.

Im „Spitzenjahr“ 2013 waren die Kosten des Fonds dann sogar in etwa das Doppelte der realistischen Bruttorenditeerwartung, nämlich 9,22%.

 

Zitat Liquidationsbericht des Fonds: „Die Kursentwicklung des Dachfonds wurde in erster Linie durch eine sehr hohe Kostenbelastung innerhalb des Fonds stark beeinträchtigt.“

 

Prospektmängel

Falsche Einstufung des Fonds als „konservativ“

Kein Hinweis auf das Risiko, dass die Kosten des Fonds den Anleger praktisch chancenlos machen können

Kein Hinweis darauf, dass das den Anlageentscheidungen zugrunde liegende Modell nicht oder nicht ausreichend getestet wurde und dass es möglicherweise nicht funktioniert

Kein Hinweis darauf, dass der Anlageberater des Fonds keine BaFin Lizenz hat

Kein Hinweis auf hohe Rechtsrisiken (der Anleger muss die Verwaltungsgesellschaft in Luxemburg verklagen, was sehr schwierig und teuer ist, und ist in Deutschland somit auf die Bonität des Vermittlers und Beraters angewiesen)

 

 

Im Prospekt besonders aufgelistete Risiken

Allgemeines Marktrisiko

Zinsänderungsrisiko

Bonitätsrisiko

Unternehmensspezifisches Risiko

Adressenausfallrisiko

Kontrahentenrisiko

Währungsrisiko

Branchenrisiko

Länder-/Regionenrisiko

Länder – und Transferrisiken

Liquiditätsrisiko

Verwahrrisiko

Inflationsrisiko

Abwicklungsrisiko

Risiken beim Einsatz von Derivaten

Risiko der Rücknahmeaussetzung

 

Es ist auffällig, dass kein einziges der aufgelisteten Risiken zum Tragen gekommen ist bzw. für den grossen Schaden verantwortlich ist.

Die für den Schaden verantwortlichen Risiken – die hohen Kosten und ein nicht funktionierendes Anlageentscheidungssystem – sind nicht aufgeführt. Auf diese Risiken wurde der Anleger nicht aufmerksam gemacht

 

Das Anlagesystem, das dem 50%-igen Verlust zugrundeliegt, wurde im Verkaufsprospekt wie folgt vollmundig beworben:

„Die Zielfonds werden mit dem Handelssystem „Stop & Go Professional“ gemanagt. Bei „Stop & Go Professional“ handelt es sich um die intelligente Kombination einer Stop-Loss-Order (Stop) und einer Start-Buy-Order (Go). Am Anfang wird jeder Zielfonds genau analysiert und bewertet. Dann werden bei jedem einzelnen Fonds die optimalen Limits für die Stop-Loss-Order und die Start-Buy-Order bestimmt. Bei den berechneten Limits handelt es sich grundsätzlich um Trailing-Limits. Mit dem Handelssystem „Stop & Go Professional“ können somit Verluste von vorn herein klar begrenzt und neue Trends optimal genutzt werden. Dies ermöglicht bei den Zielfonds eine deutliche Outperformance gegenüber einer klassischen „Buy-and-Hold“ Strategie.“

 

Depotbank des Fonds und direkte Muttergesellschaft der IP Concept S.A. von Herrn Rummler ist die DZ Privatbank Luxemburg S.A.

 

Die IP Concept S.A. gehört zum Frankfurter DZ Bank Konzern mit Herrn Wolfgang Kirsch an der Spitze.

 

Ein geschädigter Anleger hat im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs mit dem Fondinitiator im März 2017 einen hohen prozentualen Schadensersatz durchgesetzt.

 

 

Die Klagemauer in Luxemburg

IP Concept S.A., Luxemburg

Nikolaus Rummler

Hohe Verluste

Über 9% Spesen in einem Jahr

Stop & Go

Marcus Renziehausen

The Engineers of Finance AG

finanzoptimierung.de AG

Verlust über 50%

Underperformance

DZ Bank Konzern, Frankfurt

DZ Privatbank Luxemburg

Portfolio Institutionell, Patrick Eisele, 8.8.2016

http://www.portfolio-institutionell.de/newsdetails/article/die-klagemauer-in-luxemburg.html

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