Politisch: ‚Links‘ und ‚Rechts‘

Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.

— Sokrates

Politisch: ‚Links‘ und ‚Rechts‘

„Die Rechte steht für die Freiheit, ein freies, unvoreingenommenes Denken, die Bereitschaft, traditionelle Werte zu bewahren (vorausgesetzt, es handelt sich um wahre Werte), eine ausgewogene Sicht der Natur des Menschen, die in ihm weder Tier noch Engel sieht und auch auf der Einzigartigkeit des Menschen besteht, der nicht in eine bloße Zahl oder Chiffre verwandelt oder behandelt werden kann; die Linke aber ist der Verfechter der gegenteiligen Prinzipien. Sie ist der Feind der Vielfalt und ein fanatischer Verfechter der Identität. In allen linken Utopien wird die Einheitlichkeit betont, ein Paradies, in dem alle ‚gleich‘ sein sollen, wo der Neid tot ist, wo der ‚Feind‘ entweder nicht mehr existiert, außerhalb der Tore lebt oder völlig gedemütigt ist.

Die Linke verabscheut Unterschiede, Abweichungen, Schichtungen. Jede Hierarchie, die sie akzeptiert, ist nur ‚funktional‘. Der Begriff ‚eins‘ ist der Schlüsselbegriff: Es soll nur eine Sprache, eine Rasse, eine Klasse, eine Ideologie, eine Religion, eine Schulform, ein Gesetz für alle, eine Flagge, ein Wappen und einen zentralisierten Weltstaat geben. Linke und rechte Tendenzen sind nicht nur im politischen Bereich zu beobachten, sondern in vielen Bereichen des menschlichen Interesses und Strebens. Nehmen wir zum Beispiel die Struktur des Staates. Die Linken glauben an eine starke Zentralisierung. Die Rechten sind ‚Föderalisten‘ (im europäischen Sinne), ‚Staatenrechtler‘, da sie an lokale Rechte und Privilegien glauben, sie stehen für das Subsidiaritätsprinzip. Mit anderen Worten: Entscheidungen sollten auf der untersten Ebene getroffen und ausgeführt werden – von der Person, der Familie, dem Dorf, dem Bezirk, der Stadt, dem Landkreis, dem Bundesstaat und erst ganz oben, von der Regierung in der Hauptstadt. Die Auflösung der glorreichen alten französischen Provinzen mit ihren lokalen Parlamenten und ihre Ersetzung durch kleine Departements, die nach irgendeiner geografischen Besonderheit benannt und völlig von der Pariser Regierung abhängig sind, war eine typisch linke ‚Reform‘. Oder betrachten wir das Bildungswesen. Der Linke ist immer ein Statist. Er hat alle möglichen Vorwürfe und Abneigungen gegen persönliche Initiative und privates Unternehmertum. Die Vorstellung, dass der Staat alles macht (bis er schließlich die gesamte private Existenz ersetzt), ist der große linke Traum. So ist es eine linke Tendenz, städtische oder staatliche Schulen zu haben – oder ein Bildungsministerium, das alle Aspekte der Bildung kontrolliert.“

Erik von Kühnelt-Leddihn

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