Wie könnte die Welt nach Corona aussehen?

Journalismus ist, etwas zu veröffentlichen, was andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.

— George Orwell (1903 – 1950)

Wie könnte die Welt nach Corona aussehen?

Markus Ross 23.03.2021Medien, Wirtschaft

Man hat fast den Eindruck, dass die Regierungs- und Zentralbankverantwortlichen den Corona-Virus als willkommene Ablenkung von ihren früheren Versäumnissen ansehen und durch ihre aktuelle Schadenspolitik den baldigen Systemkollaps herbeiführen möchten, getreu dem Motto: ‚Wir sind unschuldig, ohne Corona wäre alles ganz toll gewesen, und das mit dem Virus konnte kein noch so genialer Staatslenker ahnen‘. Von Markus Ross.

Die Welt steht heute vor so großen Herausforderungen wie schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Eine durchaus kritisch zu betrachtende Wirtschafts- und Finanzpolitik in fast allen Staaten der Welt hatte bereits vor dem Auftreten von SARS-CoVid2 Anfang des Jahres 2020 zu kaum noch tragbaren Verschuldungsniveaus geführt. Inzwischen dürfte der ‚Point-of-no-Return‘ erreicht sein, bedingt durch die von den Regierungen verordneten Lockdown-Maßnahmen und den sie begleitenden massiven wirtschaftlichen Schäden.

Man hat fast den Eindruck, dass die Regierungs- und Zentralbankverantwortlichen den Corona-Virus als willkommene Ablenkung von ihren früheren Versäumnissen ansehen und durch ihre aktuelle Schadenspolitik den baldigen Systemkollaps herbeiführen möchten, getreu dem Motto: ‚Wir sind unschuldig, ohne Corona wäre alles ganz toll gewesen, und das mit dem Virus konnte kein noch so genialer Staatslenker ahnen‘.

Und im nächsten Schritt gleich wieder als alternativlose Retter neu in Erscheinung zu treten.

Der von den Davos-Vordenkern angestrebte ‚Great Reset‘ soll die ersehnte Erlösung bringen. Dieselben ‚Technokraten‘, Politiker und Unternehmenslenker, die den eingangs erwähnten Schaden im Wesentlichen mit zu verantworten haben, wollen jetzt auf einmal ein belastbares Konzept zur Rettung der Welt haben? Der Teufel soll mit dem Beelzebub ausgetrieben werden.

Und in ihrer Chuzpe möchten die Verantwortlichen, dass ihnen die Bürger im Vertrauen auf ihren Weitblick, ihre Weisheit und ihre Integrität als Vertrauensvorschuss auch gleich praktisch unbegrenzte Macht einräumen, auf ihre Freiheitsrechte verzichten (Bargeld, Eigentum, Schutz der Privatsphäre, freie Medien) und sich der politischen ‚Elite‘auf Gedeih und Verderb ausliefern.

‚Rettende‘ und erlösende Konzepte mit großen Namen hat es in der Vergangenheit schon reichlich gegeben. In der jüngeren Vergangenheit sind hier zu nennen das ‚Tausendjährige Reich‘ Adolf Hitlers, der Faschismus Mussolinis in Italien, die Arbeiter-und Bauernparadiese in der Sowjetunion und der DDR Angela Merkels, der ‚Große Sprung nach vorne‘ und die ‚Kulturrevolution‘ Mao Tse Tungs, letztere allein verbunden mit geschätzten 50 bis 70 Millionen Todesopfern sowie diverse ‚New Deals‘ in den USA, die sich übrigens anfangs ganz offiziell am faschistischen korporatistischen Wirtschaftssystems Mussolinis orientiert haben.

Die meisten davon waren anfangs durchaus gut gemeinte ‚technokratische‘ Ansätze, die zentralplanerisch u.a. den ‚neuen‘ Menschen schaffen wollten.

Allen Ansätzen gemein ist, dass sie gescheitert sind und unglaubliche Schäden und Elend angerichtet haben.

Als ebenso schädlich haben sich fast alle staatlichen ‚Nation-Building‘-Maßnahmen erwiesen. Insbesondere die Versuche Amerikas, westliche Demokratiestandards gewaltsam in der Welt zu verbreiten, waren allesamt teure Fehlschläge. Die USA unterhalten heute mit enormem finanziellen Aufwand mehr als 800 Militärbasen in über 70 Ländern, während die Zahl der Obdachlosen im eigenen Land steigt.

Was sind die Alternativen?

Wenn man Frieden, Freiheit und Wohlstand sichern beziehungsweise aufbauen möchte, ist nach derzeitigem Erkenntnisstand die einzig vernünftige Herangehensweise das ziemlich exakte Gegenteil der im Rahmen des ‚Great Reset‘ geplanten Maßnahmen – nämlich Freiheitsrechte für die Bürger und die Wirtschaft, ein subsidiärer Staat mit einem Staatsanteil von z.B. 15% des Sozialproduktes, einem vernünftigen Wahlrecht, das die positiven Beiträge seiner Bürger angemessen würdigt, einem meritokratischen Auswahlsystem für die Regierenden, die Vermeidung von Interventionismus in der Innen- und Außenpolitik und vor allen Dingen auch die Sicherung der Geldwertstabilität und diesbezüglich das Ende des staatlichen Geldmonopols und das Verbot von Staatsverschuldung für Konsumzwecke.

Der Idealzustand ist eine Welt, in der alle Menschen gut versorgt sind, in Frieden und Freiheit leben, eigenständig ‚ihr Glück suchen können‘ (‚pursuit of happiness‘ gemäß der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776), fürsorglich mit ihren Mitmenschen umgehen und auch mit der Umwelt sorgsam umgegangen wird, einschließlich eines anständigen Umgangs mit der Tierwelt.

Dass dieser ‚paradiesische‘ Zustand erreicht wird, ist Utopie, aber zumindest sollte alles dafür getan werden, um diesem Zustand möglichst nah zu kommen.

Hierfür kommt es auf das bestmögliche Zusammenspiel der Bereiche Wirtschaft, Umwelt, Politik, Gesellschaft, Medien und Ethik bzw. Religion an. Alle Bereiche sind interdependent.

Bei der Suche nach der besten Lösung ist es wichtig, an die Probleme objektiv und ohne Vorurteile heranzugehen, alle Fakten zu berücksichtigen und vor allen Dingen auch die Langzeitwirkung von Maßnahmen zu bedenken. Historische Entwicklungen sowie natürliche und ökonomische Gesetzmäßigkeiten müssen ebenfalls bedacht und bei den Lösungsansätzen berücksichtigt werden.

Zunächst ein Blick auf die Historie

Unsere ‚Sorte‘ Mensch, der ‚Homo Sapiens‘ existiert nach Schätzungen der Anthropologen seit etwa 300.000 Jahren.

Wir erkennen drei Hauptphasen. In der ersten Phase ging es primär um das ‚nackte Überleben‘, um die Befriedigung der Grundbedürfnisse Essen, Wohnen, Schutz. Vor etwa 70.000 Jahren brachte die kognitive Revolution einen großen Evolutionsschub: Die Sprache entwickelte sich und die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten brachten dem Mensch sukzessiv die ‚Herrschaft‘ über die Tierwelt und führten vor etwa 10.000 Jahren zum Beginn der Landwirtschaft. Der Mensch begann sesshaft zu werden.

Die ‚Zivilisierung‘ des Menschen kann als Phase 2 angesehen werden, beginnend etwa 500 Jahre vor Christus im Antiken Griechenland, das uns die Gedanken über Philosophie, Menschenrechte und Gesellschaftssysteme (u.a. ‚Demokratie‘) brachte, sowie etwa zur selben Zeit im Römischen Reich, das uns das ‚Recht‘ brachte und diverse sonstige kulturelle Errungenschaften.

Nachdem im Mittelalter viele dieser Gedanken in den Hintergrund gedrängt worden waren, begann im christlich-jüdischen Europa ihr Wiederaufstieg im 17. Jahrhundert im Zuge der ‚Aufklärung‘. Der ‚moderne‘ Buchdruck ermöglichte eine breitere Alphabetisierung der Bevölkerung und die Verbreitung bestehenden Wissens. All das führte zu einer großen Liberalisierungsbewegung und löste Ende des 18. Jahrhunderts den monarchisch geprägten Feudalismus ab und läutete die Erste Industrielle Revolution ein. Der Einsatz von Maschinen und die Massenproduktion im Rahmen einer relativ freien Marktwirtschaft führten zu einem großen Wohlstandsschub und die besseren Ernährungsmöglichkeiten lösten eine Bevölkerungsexplosion aus. Begleiterscheinung der wirtschaftlich positiven Entwicklung ist die Entstehung der heutigen Überflussgesellschaft, der Raubbau an der Natur. Hinzu kommt eine gewisse Sinnentleerung der Menschen, seitdem die Befriedigung der Grundbedürfnisse gestillt und die christlich-jüdische Religion und damit verbundene ethische Grundsätze in den Hintergrund gedrängt wurden.

Das bringt uns zu Phase 3, unserer heutigen Zeit, in der wir unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem neu aufstellen müssen, um einerseits unseren Planeten zu schützen und andererseits Frieden, Freiheit und Wohlstand zu erhalten sowie ein erfülltes Leben zu ermöglichen.

Wie können die einzelnen Herausforderungen bestmöglich und aufeinander abgestimmt gemeistert werden? Zur Beantwortung dieser Frage muss man analysieren, welche Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge es in den verschiedenen Bereichen einer Gesellschaft gibt.

Ökonomische Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge

Der Ursprung allen Wohlstands ist das Unternehmen.

Eigentum und Gewinn sind die Antriebskräfte der Unternehmer.

Ohne Produktion gibt es keinen Konsum, Konsum ist das Ziel der Produktion.

Produktion verursacht Kosten und generiert auf der anderen Seite Einkommen.

Kapital kann nur aus Ersparnis entstehen, d.h. Konsumverzicht.

Innovation mittels Kapitaleinsatz erhöht die Produktivität.

Höhere Produktivität ermöglicht höhere Löhne und höheren Lebensstandard.

Arbeit allein kreiert keinen Wohlstand.

Unnötige Arbeit ist ökonomisch unsinnig (Keynes‘ Graben und Zuschütten von Löchern)

Ohne Marktpreise ist keine Wirtschaftlichkeitsrechnung möglich.

Die Manipulation von Preisen (und Zinsen) führt zu Fehlentscheidungen und Ressourcenverschwendung.

Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens gilt immer.

Freier internationaler Handel ist wohlstandsfördernd.

Freier Wettbewerb wirkt regulierend.

Bei fast allen Gütern ist Knappheit die Regel.

Der freie Markt löst Knappheitsprobleme am besten.

Planwirtschaft funktioniert nicht.

Dank der Marktwirtschaft leben heute die untersten 20% der Einkommensbezieher besser als die obersten 20% vor hundert Jahren.

Kooperation beruht auf Vertrauen; auch auf die Stabilität der Zahlungsmittel.

Geld ist Tauschmittel, Recheneinheit, Kalkulationsbasis und Wertaufbewahrungsmittel.

Gesundes Geld ist nicht manipulierbares Geld, sprich ‚limitiertes‘ Geld, zum Beispiel mit Golddeckung – Gold und Silber als Geld sind im Handel auf natürliche Weise ‚von unten‘ entstanden, ohne Einfluss der Obrigkeit.

Ein staatliches Geldmonopol gibt dem Staat die Möglichkeit der Inflationierung und der unkontrollierten Staatsverschuldung (Karl Marx forderte in seinem Kommunistischen Manifest: „Zentralisierung des Kredits in den Händen des Staates durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol“).

Inflationierung unterminiert das Vertrauen der Menschen, verstärkt Konjunkturzyklen, führt zu massiven ökonomischen Schäden und ist für die ärmeren Schichten schädlich (Umverteilung von unten nach oben)

Ein Mehr an ungedecktem Papiergeld (fiat money) bedeutet nicht mehr Vermögen und Wohlstand.

Je stärker staatlicher Interventionismus auftritt, desto niedriger fallen Kapitalaufbau, Innovation, Produktivitätssteigerungen und der Wohlstandsanstieg aus (laut Rahn-Kurve ist ein Staatsanteil von 15% optimal).

Eine stabile Energieversorgung als Teil der Infrastruktur ist das Rückgrat der Wirtschaft eines Landes, ebenso wie eine umfassende nationale Landwirtschaft zur Sicherstellung der Ernährung der gesamten Bevölkerung.

Jede Wirtschaftsform ist ‚Kapitalismus‘, es stellt sich immer nur die Frage, wem das Kapital gehört, den Unternehmern oder dem Staat, und wer besser damit umgehen kann.

Eine rudimentäre Form des ‚Kapitalismus‘ (Einsatz von Kapital) gibt es seitdem der Mensch Werkzeuge benutzt.

‚Kapitalismus‘ ist auf natürliche Weise ‚von unten‘ entstanden, aus freien Entscheidungen von Bauern und Handwerkern.

Der moderne Kapitalismus (Maschinen) kam erst im 18. Jahrhundert auf, angetrieben durch Aufklärung, Alphabetisierung, Wissensaustausch, Forschung etc.

Es gab zu keiner Zeit den modernen freien Kapitalismus in Reinform ohne schädliche externe Einflüsse.

Für die meisten Krisen ‚im Kapitalismus‘ war die Geld- und Schuldenpolitik der Staaten verantwortlich.

Die Industrielle Revolution Ende des 18. Jahrhunderts löste einen großen Wohlstandsschub aus (bis dahin kam es auch in Europa noch zu vielen Hungersnöten).

Bis 1800 gab es noch die sogenannte „Bevölkerungsfalle“ (Robert Malthus: höhere Produktion führt zu steigender Bevölkerung und das zu einer Stagnation des Pro-Kopf-Einkommens).

Damit verbunden gab es die sogenannte „Armutsfalle“: bei niedrigem Einkommen ist keine Ersparnis möglich und insofern auch kein Aufbau des Kapitalstocks, der wiederum, sinnvoll eingesetzt, Produktivität und Löhne erhöhen kann.

Die Vermögensschere zwischen ‚arm‘ und ‚reich‘ ist seit 1971 weltweit wieder auseinandergegangen – und zwar nicht wegen des Kapitalismus, sondern wegen der Inflation, nachdem US-Präsident Nixon in diesem Jahr die Golddeckung aufhob und sich alle Staaten seitdem stark verschulden und hemmungslos frisches ungedecktes Geld drucken.

Die Freie Marktwirtschaft hat sich über die letzten 250 Jahre bewährt, obwohl der Staat von Anfang an schädlichen Einfluss genommen hat. Ohne staatliche Manipulationen (Geldmonopol, Handelsbeschränkungen, Steuern, Interventionismus, Kriege) wären die wirtschaftlichen Erfolge noch weit größer gewesen.

Kriegswirtschaften ähneln sozialistischen Planwirtschaften, und sind – gewollt oder ungewollt – oftmals der Übergang zu sozialistischen Systemen oder großem bleibenden Staatseinfluss.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen des Kapitalismus können deutlich weiter verbessert werden, je mehr die Menschen durch christlich-jüdisch geprägte ethische Grundsätze geleitet werden und desto weniger staatliches Eingreifen zur Bereinigung von Notsituationen erforderlich ist.

Gesellschaftliche Zusammenhänge

Eine gut funktionierende Wirtschaft ist sowohl Grundvoraussetzung für eine stabile Gesellschaft als auch für den Erhalt der Umwelt. ‚Gesellschaft‘ ist ein System der Koordination von Interessen.

Je größer die Zahl der Menschen in einer ‚Einheit‘, desto größer werden die Herausforderungen zur Regelung eines friedlichen Miteinanders. Wenn eine Gruppe eine bestimmte Mitgliederzahl übersteigt (manche Religionsgemeinschaften z.B. gehen von 250 aus), ändern sich Verhaltensweisen nachhaltig – zum Negativen.

Gesellschaftliche Organisationsformen sind Demokratie oder Aristokratie/Feudalismus auch bezeichnet als Oligarchie, oder Monarchismus, Absolutismus von ‚benign dictatorship‘ bis hin zur Tyrannei oder die Anarchie.

Manche Aspekte haben sich als ‚natürliche Ordnung‘ ergeben, andere sind geplante Strukturen.

Die wesentlichen gesellschaftlichen Fragen sind, wer die Entscheidungen trifft und wie Einkommen und Vermögen verteilt werden (Thema ‚Gerechtigkeit‘).

Freiheit und Gleichheit sind widerstreitende Pole: Libertarismus versus Egalitarismus; Individualismus – versus Kollektivismus; Eigenverantwortung versus Verantwortung des Staates, freiwillige karitative Leistungen versus verpflichtendem Altruismus, Verantwortungsethik versus Gesinnungsethik.

Nur ein leistungsfähiges Wirtschaftssystem liefert eine solide Basis für Umwelt- und Tierschutz – die historisch betrachtet ‚Luxusgüter‘ waren (Phasen 1 und 2).

Heute stehen sich vor allen Dingen ‚Kapitalismus‘ und ‚Sozialismus‘ gegenüber.

In der Wahl des ‚richtigen‘ Systems liegt letztlich die Schicksalsfrage der Menschheit – und zwar sowohl in punkto Freiheit und Lebensqualität als auch was den Lebensstandard betrifft und den Erhalt der Umwelt!

Die Frage der ‚gerechten‘ Verteilung von Arbeitseinkommen und Gewinnen ist wichtig, muss aber losgelöst von der Frage nach der Effizienz des Wirtschaftssystems gelöst werden. Hier spielen Ethik/Religion und Ideologie die entscheidende Rolle.

Der Reichtum der einen ist nicht die Ursache der relativen Armut anderer. Im Gegenteil: Menschen werden reich, wenn sie die Bedürfnisse der anderen erfolgreich befriedigen und somit auch deren Situation verbessern.

Weitere wichtige Aspekte einer lebenswerten Gesellschaft:

Rechtsstaatlichkeit, Durchlässigkeit, bestmögliche Förderung aller Willigen sowie der geistigen Eliten, Förderung der Motivation dadurch, dass Leistung belohnt wird und Selbstverwirklichungsmöglichkeiten geboten werden, Bestrafung von Fehlverhalten, Schutz und Förderung der Familien, die Pflege von Wahrheit und Erkenntnis, ein möglichst schlanker Staat, die Pflege bewährter Traditionen und insgesamt eine gesunde zugrundeliegende Ethik.

Politische Zusammenhänge

Anzustreben ist eine ‚Meritokratie‘ bei der die Besten den Staat lenken – und das möglichst ohne Eigeninteressen.

Der Staat und seine Bürokratie tendieren zum Zentralismus. Um dem entgegenzuwirken, muss das Subsidiaritätsprinzip fest verankert werden und auch eine friedliche Sezessionsmöglichkeit ist als Disziplinierungsinstrument wichtig, falls es doch zunehmend zu Zentralismus kommt und Minderheitenrechte missachtet werden.

Wohlfahrtsstaaten wohnt die Tendenz inne, sich immer weiter auszudehnen (gewollte Abhängigkeiten, Kauf von Wählerstimmen, Klientelpolitik).

Staatliche Wohlfahrts-Zahlungen führen Menschen in die Abhängigkeit und Unmündigkeit, ebenso wie auf internationaler Ebene die Entwicklungshilfezahlungen.

Bei Politikern muss ein Weg gefunden werden, ihre Qualität zu erhöhen (Mindestanforderungen an Qualifikationen und beruflichen Werdegang), finanzielle Anreize für eine Karriere in der Politik müssen beseitigt werden, ebenso wie die Negativauslese durch unser Parteiensystem.

Der Wettbewerb bei Gütern führt zu guten Ergebnissen, zur ‚Auswahl der Besten‘

Der Wettbewerb bei ‚Ungütern‘ führt dagegen zu schlechten Ergebnissen. In der Politik ist das Resultat die Selektion der Schlechtesten, eine Negativauslese. Die Negativauswahl wird durch die derzeit gängigen Parteiensysteme noch gefördert.

Lobbyismus in Verbindung mit der Korruptionsanfälligkeit mancher Politiker verstärkt die negativen Tendenzen.

Umweltaspekte

Der Erhalt einer gesunden Umwelt (der Erhalt der Schöpfung im Sinne des Christentums) ist eine moralische Verpflichtung gegenüber Kindern und Enkeln sowie allen anderen Lebewesen, da eine kaputte Umwelt den Nutzen von Vermögen und Gütern entwertet.

Hauptursache für die heutigen Umweltprobleme ist die Überbevölkerung. Mehr Menschen benötigen mehr Nahrung, Rohstoffe, Energie und produzieren mehr Müll und mehr Emissionen. Auffällig ist, dass aktuell den größten Anteil der Umweltverschmutzung sozialistische Länder wie China und Indien verursachen.

Um die Menschen zu nachhaltiger Produktion und nachhaltigerem Konsum anzuhalten, muss vor allen Dingen die Externalisierung von Kosten verhindert werden: Menschen und Unternehmen müssen für die von ihnen verursachten Umweltschäden angemessen bezahlen.

Im Bereich der Energiewirtschaft könnten durch einen verstärkten Einsatz der Kernenergie die CO2-Emissionen deutlich gesenkt und die Stromversorgung dauerhaft stabilisiert werden.

Ethik, Tugenden, Traditionen, Religion

Eine Gesellschaft kann nur bestehen, wenn die große Mehrheit die gleichen Ideen teilt (Ideologie, Narrativ, Moralbegriffe, Traditionen) und an dasselbe glaubt – und ohne eine auf der Wahrheit basierende, tragfähige und ‚vernünftige‘ Ethik kann kein Gesellschaftssystem langfristig bestehen.

Die christlich-jüdische Ethik und bürgerliche Tugenden und Werte sind am besten mit einem freiheitlichen System vereinbar – sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind unter anderem der Schutz der Familie, des Eigentums, der Person und der Würde und die Förderung der Eigenverantwortung, des gesunden Menschenverstands und der Verantwortungsethik.

Ein Wohlfahrtsstaat erzieht seine Bürger zu Abhängigkeiten – und ohne das Gefühl und die Verpflichtung zur Eigenverantwortung verfällt die Moral und es entsteht eine gesellschaftliche Abwärtsspirale.

Medien

Die Funktion der Medien als ‚vierte Gewalt‘ eines demokratischen Systems sollte die wahrheitsgemäße Information der Bürger sein, die Verbreitung von Informationen und Wissen. Klar erkennbar sollte sein, was Fakten und was Meinungen sind. Dies gilt auch für politisches ‚Product Placement‘ in Filmen.

Praktiken wie Propaganda, Framing, Cancel Culture und andere Unterdrückungs- und Einschüchterungsmethoden sind Merkmale totalitärer oder faschistischer Systeme und haben in freien Gesellschaften nichts zu suchen. Der Staat sollte sich insofern auch im Bereich Medien weitestgehend zurückhalten.

Zusammenfassend lässt sich folgendes feststellen:

Rein ökonomisch steht außer Frage, dass die freie Marktwirtschaft mit einem möglichst geringen Staatsanteil die mit Abstand besten Ergebnisse liefert – und zwar unter dem Strich für ausnahmslos alle Menschen, auch wenn es – allerdings nicht zu beanstandende – große Unterschiede bei Einkommen und Vermögen gibt.

Für Menschen, die eigenverantwortlich und selbstbestimmt in Freiheit leben möchten und in christlicher Tradition frei von Neidgefühlen sind, sind Einkommens- und Vermögensunterschiede in einer durchlässigen Gesellschaft, die allen Willigen bestmögliche Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bietet, Ansporn und Motivation – und nichts Anstößiges.

Insbesondere dann, wenn die gesellschaftliche Ethik den Vermögenden vorgibt, sich freiwillig um die sozial Schwächeren zu kümmern.

Verantwortungsethik ist auch das Stichwort, wenn es um den Erhalt der Umwelt geht. Nur an den Stellen, an denen die Menschen unverantwortlich agieren, muss der Staat dafür sorgen, dass die Verursacher die Kosten tragen und diese nicht sozialisiert werden.

Für die Setzung eines entsprechenden Ordnungsrahmens ist die Politik verantwortlich.

Der Staat sollte immer von ‚den Besten‘ regiert werden. Um das zu erreichen, muss für Abgeordnete und Politiker ein geeignetes Auswahlsystem gefunden und Fehlanreize vermieden werden. Je schlanker der Staat, desto geringer sind die Schäden, die er anrichten kann.

Zur Freiheit gehören auch freie Meinungsäußerung und freie Medien, die der Wahrheit verpflichtet sind, und nicht dem Staat.

Die ethischen Werte der Menschen spielen in allen vorgenannten Bereichen für die Zielerreichung eine entscheidende Rolle. Die christlich-jüdische Ethik sowie bewährte bürgerliche Traditionen und Tugenden stellen eine sehr gute Grundlage für eine freie Gesellschaft dar. Damit diese Werte auch den nächsten Generationen vermittelt werden können, sind intakte Familienstrukturen und ein effizientes Bildungs- und Erziehungswesen von elementarer Bedeutung.

www.theeuropean.de/markus-ross/corona-als-lueckenbuesser/

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