Liberalismus und seine Durchsetzung

Derjenige, der zum ersten mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.

— Sigmund Freud

Liberalismus und seine Durchsetzung

„Wenn die Libertären sich weigern, die Fahne des reinen Prinzips, des Endziels hochzuhalten, wer dann? Die Antwort lautet: niemand, und deshalb ist eine weitere wichtige Quelle für die Abwanderung aus den Reihen der Libertären in den letzten Jahren der Irrweg des Opportunismus gewesen.“

Murray Rothbard

 

„Wir müssen den Aufbau einer freien Gesellschaft wieder zu einem intellektuellen Abenteuer, zu einer Mutprobe machen. Was uns fehlt, ist eine liberale Utopie, ein Programm, das weder eine bloße Verteidigung der Dinge, wie sie sind, noch eine verwässerte Form des Sozialismus zu sein scheint, sondern ein wirklich liberaler Radikalismus, der die Anfälligkeit der Mächtigen (einschließlich der Gewerkschaften) nicht schont, der nicht zu streng praktisch ist und der sich nicht auf das beschränkt, was heute als politisch möglich erscheint. Wir brauchen intellektuelle Führer, die bereit sind, den Verlockungen von Macht und Einfluss zu widerstehen, und die bereit sind, für ein Ideal zu arbeiten, wie gering auch immer die Aussichten auf seine baldige Verwirklichung sein mögen. Es müssen Männer sein, die bereit sind, an Grundsätzen festzuhalten und für ihre volle Verwirklichung zu kämpfen, auch wenn sie noch so fern sind. . . . Freier Handel und Chancengleichheit sind Ideale, die immer noch die Phantasie vieler Menschen anregen können, aber eine bloße „vernünftige Handelsfreiheit“ oder eine bloße „Lockerung der Kontrollen“ ist weder intellektuell respektabel noch geeignet, irgendeine Begeisterung zu wecken. Die wichtigste Lehre, die der wahre Liberale aus dem Erfolg der Sozialisten ziehen muss, ist, dass es ihr Mut zur Utopie war, der ihnen die Unterstützung der Intellektuellen und damit einen Einfluss auf die öffentliche Meinung eingebracht hat, der täglich das möglich macht, was noch vor kurzem in weiter Ferne schien. Diejenigen, die sich ausschließlich mit dem befasst haben, was in der bestehenden Meinungslage machbar schien, mussten immer wieder feststellen, dass selbst dies durch die Veränderung der öffentlichen Meinung, zu der sie nichts beigetragen haben, schnell politisch unmöglich wurde. Wenn es uns nicht gelingt, die philosophischen Grundlagen einer freien Gesellschaft wieder zu einem lebendigen intellektuellen Thema zu machen und ihre Verwirklichung zu einer Aufgabe zu machen, die den Einfallsreichtum und die Vorstellungskraft unserer lebhaftesten Köpfe herausfordert, sind die Aussichten der Freiheit in der Tat düster. Aber wenn es uns gelingt, den Glauben an die Macht der Ideen wiederzugewinnen, der den Liberalismus in seinen besten Zeiten auszeichnete, ist der Kampf noch nicht verloren.“

Friedrich A. von Hayek

 

„Der Ökonom der freien Marktwirtschaft F. A. Hayek, der selbst keineswegs ein Extremist ist, hat beredt darüber geschrieben, wie wichtig es für den Erfolg der Freiheit ist, die reine und ‚extreme‘ Ideologie als ein nie zu vergessendes Glaubensbekenntnis hochzuhalten. Hayek hat geschrieben, dass eine der großen Attraktionen des Sozialismus immer die ständige Betonung seines ‚idealen‘ Ziels war, eines Ideals, das die Handlungen all derer durchdringt, informiert und leitet, die danach streben, es zu erreichen.“

Murray Rothbard

 

„Im Laufe der Jahre ist es genau die strategische Rolle des ‚Extremisten‘, die Matrix des täglichen Handelns immer weiter in seine Richtung zu verschieben. Die Sozialisten haben diese Strategie besonders gut beherrscht. Betrachtet man das sozialistische Programm, das vor sechzig oder gar dreißig Jahren entwickelt wurde, so wird deutlich, dass Maßnahmen, die vor ein oder zwei Generationen als gefährlich sozialistisch galten, heute als unverzichtbarer Bestandteil des ‚Mainstream‘ des amerikanischen Erbes angesehen werden. Auf diese Weise werden die alltäglichen Kompromisse der vermeintlich ‚praktischen‘ Politik unaufhaltsam in die kollektivistische Richtung gezogen. Es gibt keinen Grund, warum der Libertäre nicht dasselbe Ergebnis erzielen kann“.

Murray Rothbard

 

„Prinzipientreue bedeutet mehr, als das ultimative libertäre Ideal hochzuhalten und ihm nicht zu widersprechen. Es bedeutet auch, danach zu streben, dieses ultimative Ziel so schnell wie physisch möglich zu erreichen. Kurz gesagt, der Libertäre darf niemals eine schrittweise Annäherung an sein Ziel befürworten oder vorziehen, im Gegensatz zu einer sofortigen und schnellen. Denn damit untergräbt er die überragende Bedeutung seiner eigenen Ziele und Prinzipien. Und wenn er selbst seine eigenen Ziele so gering schätzt, wie hoch werden andere sie dann schätzen? Kurz gesagt, um das Ziel der Freiheit wirklich zu verfolgen, muss der Libertäre wünschen, dass es mit den effektivsten und schnellsten Mitteln erreicht wird.“

Murray Rothbard

 

„Wenn es auf diesem Podium einen Knopf gäbe, dessen Betätigung alle Lohn- und Preiskontrollen augenblicklich aufheben würde, würde ich meinen Finger darauf legen und ihn drücken!“

Leonard E. Read (Als Befürworter der sofortigen und vollständigen Abschaffung der Preis- und Lohnkontrollen nach dem Zweiten Weltkrieg)

 

„Ein utopisches System ist ein System, das nicht funktionieren könnte, selbst wenn alle davon überzeugt wären, es in die Praxis umzusetzen. Das utopische System könnte nicht funktionieren, d.h. es könnte sich nicht durchsetzen. Das utopische Ziel der Linken: der Kommunismus – die Abschaffung der Spezialisierung und die Einführung der Einheitlichkeit – könnte nicht funktionieren, selbst wenn alle bereit wären, es sofort zu übernehmen. Es könnte nicht funktionieren, weil es gegen die Natur des Menschen und der Welt selbst verstößt, insbesondere gegen die Einzigartigkeit und Individualität jedes Menschen, seiner Fähigkeiten und Interessen, und weil es einen drastischen Rückgang der Wohlstandsproduktion bedeuten würde, so sehr, dass der größte Teil der menschlichen Rasse zum schnellen Verhungern und Aussterben verurteilt wäre.“

Murray Rothbard

 

„Im tiefsten Sinne ist die libertäre Lehre nicht utopisch, sondern eminent realistisch, denn sie ist die einzige Theorie, die wirklich mit der Natur des Menschen und der Welt übereinstimmt. Der Libertäre leugnet nicht die Vielfalt und Verschiedenartigkeit des Menschen, er rühmt sich ihrer und versucht, dieser Vielfalt in einer Welt der völligen Freiheit vollen Ausdruck zu verleihen. Und dabei bewirkt er auch eine enorme Steigerung der Produktivität und des Lebensstandards aller, ein äußerst ‚praktisches‘ Ergebnis, das von den wahren Utopisten im Allgemeinen als böser ‚Materialismus‘ verachtet wird. Der Libertäre ist auch deshalb eminent realistisch, weil nur er das Wesen des Staates und sein Machtstreben voll und ganz versteht.“

Murray Rothbard

 

„Die Idee eines streng begrenzten Verfassungsstaates war ein hehres Experiment, das selbst unter den günstigsten und vorteilhaftesten Umständen scheiterte. Wenn es damals gescheitert ist, warum sollte ein ähnliches Experiment jetzt besser gelingen? Nein, es ist der konservative Laissez-fairist, der Mann, der alle Waffen und alle Entscheidungsgewalt in die Hände der Zentralregierung legt und dann sagt: ‚Begrenzt euch selbst‘; er ist wirklich der unrealistische Utopist.“

Murray Rothbard

 

„Die linken Utopisten postulieren stets eine drastische Veränderung der Natur des Menschen; für die Linken hat der Mensch keine Natur. Das Individuum soll durch seine Institutionen unendlich formbar sein, und so soll das kommunistische Ideal (oder das sozialistische Übergangssystem) den neuen kommunistischen Menschen hervorbringen.“

Murray Rothbard

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