Naturrecht versus ‚positivem‘ Recht

Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat. Solche Wohltaten muß das Volk immer teuer bezahlen, weil kein Staat seinen Bürgern mehr geben kann, als er ihnen vorher abgenommen hat – und dann noch abzüglich der Kosten einer zwangsläufig immer mehr zum Selbstzweck ausartenden Sozialbürokratie.

— Ludwig Erhard (CDU)

Naturrecht versus ‚positivem‘ Recht

„Der Nutzen der Philosophie besteht darin, die Realität so zu sehen, wie sie ist, insbesondere auf der grundlegendsten Ebene. In der heutigen Zeit bedeutet dies in erster Linie, die endlosen Schichten von Sophistereien abzuschälen, die von den ideologischen Torwächtern der herrschenden Mächte geschaffen wurden. Die Bedeutung dieser Aufgabe kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, da ein Leben frei von solchen Sophistereien eine notwendige Bedingung für die Bildung von Tugenden und damit für das Streben nach existentieller Vollkommenheit ist…….

Da das Naturrecht im Grunde eine Reihe von logisch ableitbaren Sätzen ist, wäre ein Kurs über formale und philosophische Logik eine höchst wünschenswerte Ergänzung des Lehrplans jeder öffentlichen Schule…

Das Naturrecht ist eine Struktur von normativen Prinzipien, die aus einer sorgfältigen introspektiven und deduktiven Untersuchung der menschlichen Natur und aller ihr innewohnenden Merkmale abgeleitet werden können. Als solche haben sie universelle Gültigkeit und bilden einen unverzichtbaren Rahmen für ein friedliches und produktives soziales Miteinander unter allen möglichen Umständen.

Das positive Recht hingegen beruht letztlich auf der Vorstellung, dass sich die Normen der sozialen Ordnung aus dem Willen desjenigen ergeben, der das Gewaltmonopol in einem bestimmten Gebiet innehat. Wie man unschwer erkennen kann, reduziert die letztgenannte Sichtweise die Rechtsgrundsätze auf Rechtfertigungen und Rationalisierungen des auferlegten institutionellen Zwangs, was unweigerlich zu einer Abstumpfung des moralischen Empfindens der Gesellschaft führt. Ebenso geht sie mit einer sich selbst verstärkenden Spirale immer größerer Eingriffe in die Sphäre der individuellen Freiheit einher, die entweder nicht als solche erkannt oder als mit dem ‚Geist des Gesetzes‘ vereinbar wegdiskutiert werden.

In dem Maße, in dem das positive Recht vom Naturrecht abweicht und den Schutz des Privateigentums durch Enteignung und den Schutz der körperlichen Unversehrtheit durch Bevormundung ersetzt, wird es zu institutionalisierter Rechtlosigkeit.“

Jakub Bożydar Wiśniewski (Oktober 2022)

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