Was ist Gerechtigkeit?

Die Straße zur Tyrannei beginnt mit der Zerstörung der Wahrheit.

— Thomas Jefferson

Was ist Gerechtigkeit?

„Die Frage, was Gerechtigkeit ist und was eine gerechte Gesellschaft ausmacht, ist so alt wie die Philosophie selbst. Sie stellt sich im Alltag sogar schon lange vor dem Beginn des systematischen Philosophierens.

In der gesamten Geistesgeschichte war eine der prominentesten Antworten auf diese Frage, dass es die „Macht“ ist, die „Recht“ schafft. Oder genauer gesagt: dass das, was richtig oder falsch, gerecht oder ungerecht ist, einseitig von einem Staat qua territorialem Gewaltmonopolisten verfügt wird. Der selbstwidersprüchliche Charakter dieser „dezisionistischen“ Position, d. h. des „Rechtspositivismus“, tritt zutage, wenn man seine Befürworter nach einer Begründung oder einem Beweis dafür fragt, warum wir die Behauptung, dass „Macht Recht schafft“, für wahr und richtig halten sollten. Indem die Befürworter einen solchen Grund oder Beweis anführen und auf diese Weise eine – letztlich einmütige – Einigung über die Gültigkeit der fraglichen Aussage anstreben, erkennen sie implizit die Anwesenheit anderer vernünftiger und besonnener Menschen an, und, was besonders wichtig ist, dass die Frage nach richtig oder falsch, wahr oder nicht-wahr keine Frage der „Macht“ oder des „Fiat“ ist, sondern eine Frage, die auf der Grundlage der gemeinsamen Vernunft und Erfahrung entschieden werden muss. Vernunft und Erfahrung zeigen jedoch, entgegen der anfänglichen Behauptung des Befürworters, dass ‚Macht nicht gleich Recht‘ ist. Dass ‚Macht Macht ist‘ und ‚Recht Recht ist‘, aber ‚keine Macht jemals Recht machen kann‘.“

Hans-Herrmann Hoppe

 

Gerechtigkeit

„Naturrechts- und Rechtstheoretiker behaupten, dass die Prinzipien gerechten menschlichen Verhaltens aus dem Studium der menschlichen Natur entdeckt werden können. Einerseits zeigt eine solche Untersuchung, dass der Mensch mit Vernunft ausgestattet ist, was sich in der unbestreitbaren Tatsache zeigt, dass er in einer gemeinsamen Sprache sprechen und sich von Mensch zu Mensch verständigen kann. Andererseits zeigt diese Studie, dass Menschen auch Akteure (und in Kombination damit: vernünftige Akteure) sind. Sprechen und Kommunizieren an sich sind zielgerichtete Aktivitäten, die auf ein Ziel ausgerichtet sind. Aber auch wenn wir nicht sprechen oder kommunizieren, sondern schweigend etwas tun, handeln wir und können nicht anders als handeln, solange wir nicht schlafen, komatös oder tot sind.“

Hans-Herrmann Hoppe

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