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Der Neid galt einst als eine der sieben Todsünden, bevor er unter neuem Namen zu einer der am meisten bewunderten Tugenden wurde. ‚Soziale Gerechtigkeit‘.

— Thomas Sowell

Was ist besser für die Menschen, Liberalismus oder Sozialismus?

Der Liberalismus und damit verbunden das freie Unternehmertum hat der Menschheit seit seiner Entstehung im 17. Jahrhundert enorme Wohlstandszuwächse beschert. Die vom Liberalismus ausgelöste industrielle Revolution hat ausnahmslos allen Menschen ein zumindest materiell sehr viel besseres Leben ermöglicht. Trotzdem bevorzugen heute die meisten Menschen innerlich die Ideen des Sozialismus.

Wie konnte es dazu kommen, dass sich die meisten Menschen so in die Irre führen lassen?

Zum einen liegt es daran, dass die Sozialisten ihr schlechtes Produkt sehr gut vermarkten und dabei auch vor groben Unwahrheiten oder Falschdarstellungen nicht zurückschrecken. Schlagworte wie „soziale Gerechtigkeit“ klingen auf den ersten Blick auch wirklich sympathisch – nur leider halten der Sozialismus und der Wohlfahrtsstaat am Ende ihre Versprechen nicht. Sie haben „Lieferschwierigkeiten“.

Darüber hinaus haben Marx und Engels mit dem von ihnen geschaffenen, abwertenden Begriff „Kapitalismus“ das freie Unternehmertum und die freie Marktwirtschaft denunziert und als etwas abgestempelt, das angeblich nur den reichen Kapitalisten zu Gute kommt. Marx und Engels haben auf diese Weise hinterhältig aber sehr geschickt das liberale Wirtschaftssystem in Misskredit gebracht.

Heutzutage, in Anbetracht der vielen sozialistischen Negativbeispiele lässt sich „Sozialismus“ allerdings nicht mehr so gut verkaufen. Daher soll der Sozialismus jetzt im Mäntelchen des „Wohlfahrtsstaates“ Schritt für Schritt verwirklicht werden.

Zum anderen Teil liegt die Fehleinschätzung vieler Menschen daran, dass der Staat die Deutungshoheit im Lande hat und sowohl in den staatlichen Schulen als auch in den staatlichen Universitäten von Staatsbediensteten tagein, tagaus, von morgens bis abends die Lehre vom guten, gerechten und starken Staat verbreitet wird. Wenn Menschen laufend indoktriniert werden und ihnen vor allen Dingen die „richtigen Lehren“ bewusst vorenthalten werden, ist es wenig verwunderlich, dass sehr viele Menschen „staatsgläubig“ werden und sich bequem auf den Staat verlassen, der schon alles in ihrem Sinne regeln wird.

Eigentlich ist es aber gar nicht schwer zu verstehen, warum zweifellos eine freie Marktwirtschaft zu einem wesentlich höheren Wohlstandsniveau für alle führt als der Sozialismus, eine vom Staat zentral gelenkte Wirtschaft.

Hierzu ein einfaches Beispiel aus dem Bereich Sport:

Man stelle sich ein Fußballspiel vor.

Wie üblich spielen zwei Mannschaften zu je 11 Spielern gegeneinander, es gelten die normalen Regeln, es gibt ein normales Fußballfeld, einen Schiedsrichter, die Trainer.
B
ei der einen Mannschaft entscheiden die Spieler wie bei jedem ganz normalen Team eigenständig, intuitiv und spontan über ihre Spielweise und über die Spielzüge, die sie im Team abwickeln – wir nennen sie das Team ‚Freiheit/Liberalismus‘.

Die andere Mannschaft dagegen wird zentral vom Trainer gesteuert, der jedem einzelnen Spieler zu jeder Zeit genau befiehlt, was er zu tun und zu lassen hat. Ohne Anweisung vom Trainer rührt sich kein Spieler von seinem Fleck, entwickelt keine Einzelinitiative und keine eigenen Ideen.
Wir nennen das Team „Sozialismus/Staat“.

Auch kein noch so genialer Trainer wird seine 11 Spieler zum Erfolg führen können, wenn die ausschließlich auf sein Kommando reagieren dürfen. Es wird kein Spielfluss entstehen, nur die wenigsten Spielzüge werden gelingen.

Es ist nicht schwer, sich auszumalen, wie das Spiel ausgehen wird.

Bei einem Ergebnis von zum Beispiel 7:1 bezeichnet man das in der Bundesliga als „Deklassierung“ des Gegners, als „Kantersieg“.

In unserem Beispiel wird man eher von einem Sieg von 50:0 ausgehen dürfen – natürlich für das Team „Freiheit/Liberalismus“.

Im Wirtschaftsleben ist es nicht anders. Einer zentralen Kommandowirtschaft, die sich vorbehält, über die Krümmung von Bananen und Gurken zu entscheiden und darüber, wie viele und welche Toaster und Glühbirnen fabriziert werden, wird es nicht gelingen, ihre Bürger gut und mit dem zu versorgen, was diese wirklich wünschen.

Bei Weitem bessere Ergebnisse wird eine freie Wirtschaft erzielen, in der alle Wirtschaftssubjekte gut geplant oder auch spontan ihre eigenen Entscheidungen treffen. Nicht alle diese Entscheidungen werden richtig sein, aber insgesamt wird ein freiheitliches System enorme Fortschritts- und Entwicklungskräfte freisetzen – zum Nutzen aller.

Dass auch die Realität das bestätigt, sieht man eindrucksvoll an den unterschiedlichen Entwicklungen von Ost- und Westdeutschland bis zur Wiedervereinigung oder Süd- und Nordkorea und auch am Wohlstandsvergleich zwischen den USA und der Sowjetunion/Russland.

Ganz aktuell leider auch daran, wie die sozialistische Regierung von Venezuela ein an sich sehr reiches Land wie Venezuela in das Armenhaus Südamerikas verwandelt.

Von einem insgesamt steigenden Wohlstandsniveau profitieren im Normalfall alle; und auch wenn der ‚Reiche‘ nominal betragsmäßig mehr profitiert als der ‚Arme“, so ist das nicht per se ‚ungerecht‘. Für den ‚Armen‘ wirken sich monatlich 1000,– Euro mehr in der Lohntüte wesentlich stärker positiv aus als 10.000,– Euro für den „Reichen“.

Wer diese Zusammenhänge verstanden hat, muss sich dafür einsetzen, dass der Staat sich so weit wie möglich aus dem Wirtschaftsleben raushält, die Freiheiten der Bürger und Wirtschaftssubjekte respektiert und nur bei absoluten Härtefällen mit seiner staatlichen Fürsorge bereit steht.

Wenn sich eine Mehrheit der Bürger bei den Politikern für eine liberale und freiheitliche Politik einsetzt, wird es gelingen, die ausufernde staatliche Bürokratie Stück für Stück wieder abzubauen und auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.

Markus Ross

 

https://www.theeuropean.de/markus-ross/15170-wir-brauchen-keine-zentrale-kommandowirtschaft

 

 

 

Gelddrucken, Staatsschulden und die neue sozialistische Geldtheorie „MMT“

Die Zentralbanken behaupten, dass ihre Geldschöpfung aus dem Nichts etwas Gutes für die Volkswirtschaft wäre und blähen die Geldmenge mit Billionen frischer Euros oder Dollars

Wenn Privatleute Papiergeld fälschen und in Umlauf bringen, machen sie sich dagegen zurecht strafbar, obwohl auch sie „frisches Geld“ in die Wirtschaft einbringen. Denn der Tausch eines wertlosen Stücks Papier gegen ein Gut kommt einem Diebstahl gleich.

Ökonomisch gesamtwirtschaftlich läuft beides mehr oder weniger auf dasselbe Ergebnis hinaus: die vom Gelddrucken oder Geld-„Schöpfen“ Betroffenen, die nicht unmittelbar von der Aktion profitieren und in der Kette ganz hinten stehen, werden in beiden Fällen ärmer.

Beim Gelddrucken ist der größte Teil der Bevölkerung negativ betroffen, nur diejenigen profitieren, die als erstes das frischgedruckte Geld in die Finger bekommen (der „Cantillon-Effekt“).

Am schlimmsten ist jedoch, dass in der Summe die volkswirtschaftlichen Schäden deutlich größer sind als der Nutzen, der einer kleinen Zahl von Profiteuren zu Gute kommt. Es wird also per Saldo Volksvermögen vernichtet. Wenn der Gesamtschaden deutlich größer als ist der Nutzen für die wenigen Begünstigten, spricht man gemeinhin von „Dummenkriminalität“.

Die Schäden für die Volkswirtschaft entstehen, weil die Manipulationen des Staates und der Zentralbanken immer zu Fehlallokationen von Ressourcen führen. Da wichtige Entscheidungsparameter, wie zum Beispiel der Zins, verfälscht sind, führen Geldschwemmen oder direkte Zinsmanipulationen auch bei den privaten Wirtschaftssubjekten vermehrt zu Fehlentscheidungen, gescheiterten Investitionen und Pleiten. Massive Konjunkturschwankungen und ernste Wirtschafts- und Finanzkrisen wie in den Jahren 1929 oder 2008 sind immer das Resultat staatlicher Manipulationen.

Noch schlimmer wird es allerdings, wenn das Gelddrucken und Schuldenmachen kombiniert wird mit direkten staatlichen Investitionsprojekten, wie es z.B. bei dem neuen sozialistischen „Green New Deal“ geplant ist, bei dem Billionen in Infrastrukturprojekte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz gepumpt werden sollen.

Da der Staat nachweislich bei den meisten seiner Investitionsprojekte eklatant versagt, zumindest wenn man es mit den Resultaten vergleichbarer Privatinitiativen vergleicht (Flughafen BER, Stuttgart 21, Elbphilharmonie, Digitalisierungsstandard, Breitbandverkabelung u.v.a.m.), sind hier die nächsten Milliardengräber für unser Geld in Sicht. In diesen Gräbern werden wertvolle Ressourcen vergraben, die – an anderer Stelle eingesetzt – den Wohlstand der Nation deutlich vermehrt hätten.

Unterlegt werden die neuen sozialistischen Ideen – genau wie vormals auch die marxistischen Theorien – wieder mit „quasi- wissenschaftlichen Theorien“.

Heutzutage wird vor allem die „Modern Monetary Theory“ (MMT) gern zur Rechtfertigung teurer staatlicher Interventionen herangezogen. Gemäß MMT stellen Staatsschulden neuerdings kein Problem mehr dar. Der Staat könne sich grenzenlos verschulden zum Wohle aller, Finanzierungsprobleme würden keine auftreten, denn der Staat könne ja grenzenlos und endlos Geld drucken. Und auch nachfolgende Generationen würden durch die aufgehäuften Staatsschulden nicht in ungerechter Weise belastet. Angeblich würde die Welt heute primär daran leiden, dass die Ressource „Geld“ knapp sei, bei allen anderen Ressourcen sei Knappheit nicht das Problem.

Wie auch die früheren sozialistischen Theorien – denen zufolge zum Beispiel Ressourcen nicht knapp seien und die Arbeiter im sozialistischen Paradies freiwillig und begeistert ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen würden – sind aber auch diese Annahmen leider zu schön, um wahr zu sein.

In der Wirklichkeit sind alle Ressourcen knapp– alle, außer dem Papiergeld für denjenigen, der es selbst druckt!

Wenn der Staat mit seinen unbegrenzten Papiergeld- und Schuldenkapazitäten mit der Freien Wirtschaft um die Verwendung der knappen Ressourcen, wie Arbeitskräfte, Rohstoffe, Baumaterial etc. konkurriert, wird das zu großen volkswirtschaftlichen Schäden führen, denn der Staat wird mit seinen Projekten à la Flughafen BER privatwirtschaftliche Investitionen verdrängen.

Auf den ersten Blick hört sich auch die neue sozialistische Theorie leider wieder toll an – wer kann schon etwas gegen Wohlstand aus dem Nichts haben? Bei näherem Hinsehen entpuppt sich aber auch das alles wieder als intellektuelles Desaster – abgestandener alter sozialistischer Wein in neuen Schläuchen.

Mit MMT und den grünen Sozialisten am Ruder wird am Ende eine zweite Sowjetunion entstehen oder ein zweites Venezuela: ein Armenhaus mit dem Charme eines veganen Zwangsarbeiterlagers.

Markus Ross

https://www.theeuropean.de/markus-ross/15801-was-ist-eigentlich-diemodern-money-theorie

Aktuelle Artikel und Videos

Und Angela Merkel: Schweigt

Zu den Leistungen beider deutscher Nachkriegsstaaten gehörte die weitgehende Überwindung des Judenhasses. Zumindest des offenen. Wie groß er in Deutschland gewesen sein muss, wie populär, wie tief in der „Volksseele“ verankert, dazu bedarf es nach Auschwitz keines ………………….

https://www.achgut.com/artikel/und_angela_merkel_schweigt

 

Unter Feinden: „Israelkritik“ ist nur ein Codewort für „Antisemitismus“

Von Alexander Friedrich Do, 20. Mai 2021 Deutsche Journalisten und Israel

Der deutsche Medienbetrieb und sein Publikum sollten sich von ein paar Selbstlügen ……………………

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/deutsche-journalisten-und-israel-unter-feinden/

 

Markus Lanz und der Elefant im Raum

Sprechen über Unaussprechliches, lautete die Aufgabe, an der Moderator Markus Lanz spektakulär scheiterte. Was ein „Großer Schwarzer“, die Zukunft des Journalismus und eine Küchenrückwand damit zu tun haben, erfahren Sie hier.

…………………

https://www.achgut.com/artikel/markus_lanz_und_der_elefant_im_raum

 

Franziska Giffey ist zurückgetreten. Ein Vorbild für das Kabinett Merkel

Von Roland Tichy Mi, 19. Mai 2021 Ein Anfang, nur ein Anfang

Es ist eine Überraschung: Rücktritt geht also noch. Franziska Giffey beweist das in einem Kabinett, in dem es mehr Rücktritts-Kandidaten gibt als halbwegs respektable ……………………

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Ahmad Mansour bei Lanz über muslimischen Antisemitismus: „Warum kann ich das nicht so nennen?“

Mi, 19. Mai 2021

Der arabisch-israelische Publizist Ahmad Mansour hält der deutschen Antisemitismus- und Einwanderungspolitik den Spiegel vor und weckt eine Sendung auf, die ansonsten wohl ……………………

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/ahmad-mansour-ueber-muslimischen-antisemitismus-warum-kann-ich-das-nicht-so-nennen/

 

Tagesspiegel-Affäre: Denunziationen, keine Antwort, ein Schweigekartell

Die Sache ist zu einem vorläufigen, schlechten Ende gekommen. Ein Vorgang, an den man sich vielleicht noch länger erinnern wird, wenn er erstmal Schule gemacht hat. Die …………………….

https://www.achgut.com/artikel/tagesspiegel_denunziationen_keine_antwort_ein_schweigekartell

 

Russlands Zurückhaltung im Gaza-Konflikt – Moskaus Angst vor Destabilisierung

VON EKATERINA ZOLOTOVA am 19. Mai 2021

Normalerweise ist Russland ein wichtiger Akteur im Nahost-Konflikt. Doch bei der aktuellen Eskalation zwischen Israel und den Palästinensern hält sich Moskau auffällig zurück. Denn ………………….

https://www.cicero.de/aussenpolitik/russland-gaza-konflikt-angst-vor-destabilisierung-muslime

 

Plagiatsvorwürfe gegen SPD-Politikerin – Giffeys halber Rücktritt

VON MORITZ GATHMANN UND PASCALE ANJA DANNENBERG am 19. Mai 2021

Weil sich abzeichnet, dass die Freie Universität Berlin ihren Doktortitel aberkennt, hat Familienministerin Franziska Giffey heute ihren Rücktritt eingereicht. Für die Landtagswahl ………………..

https://www.cicero.de/innenpolitik/rucktritt-giffey?utm_source=cicero_newsletter

 

Pläne der SPD-Spitzenkandidatin – Giffeys Bezirk als Beute

VON JOCHEN ZENTHÖFER am 19. Mai 2021

Franziska Giffey ist als Bundesministerin zurückgetreten, will aber SPD-Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhauswahl bleiben. Das geht so nicht. Ihre Doktorarbeit über ………………….

https://www.cicero.de/innenpolitik/plane-der-spd-spitzenkandidatin-giffeys-bezirk-als-beute

 

„Wir haben diktaturähnliche Zustände“ – Max Otte will Vorsitzender der Werte-Union werden Exklusiv im Interview

  1. Mai 2021

Die Wirtschaftsprofessor und Bestseller-Autor Max Otte wird für den Vorsitz der Werte-………………….

https://reitschuster.de/post/wir-haben-diktaturaehnliche-zustaende-max-otte-will-vorsitzender-der-werte-union-werden/

 

Debatte um akademischen Grad – „Völkerrechtlerin ist keine geschützte Berufsbezeichnung“

INTERVIEW MIT GERHARD DANNEMANN am 19. Mai 2021

Viel Wirbel um Annalena Baerbock: Sie hat keinen Bachelor, allerdings einen britischen Master im Völkerrecht. Darf sie sich also als Völkerrechtlerin bezeichnen? Plagiatsjäger ……………………

https://www.cicero.de/innenpolitik/Kanzlerkandidatin-Annalena-Baerbock-Robert-Habeck-Bundesvorsitzender-Gruene

 

What About Covid-19 Vaccination For the 10 Million Americans Taking Immune Suppressive Drugs?

Can Dietary Supplements Safely Be Substituted? By Bill Sardi May 20, 2021

An estimated 10 million Americans take immune suppressive drugs to quell autoimmune diseases like rheumatoid arthritis, psoriasis, multiple sclerosis, lupus, Graves’ disease, ………………..

https://www.lewrockwell.com/2021/05/no_author/what-about-covid-19-vaccination-for-the-10-million-americans-taking-immune-suppressive-drugs/

 

The Government’s Emergency Powers Myth

By Andrew P. Napolitano May 20, 2021

Donate

“The Constitution of the United States is a law for rulers and people, equally in war and in peace, and covers with the shield of its protection all classes of men, at all times and under all circumstances. No …………………….

https://www.lewrockwell.com/2021/05/andrew-p-napolitano/the-governments-emergency-powers-myth/

 

The Tightening of the NATO Noose

By Brian Cloughley  Strategic Culture May 20, 2021

NATO’s military noose round Russia’s borders is being tightened in order to force Moscow to react to ………………….

https://www.lewrockwell.com/2021/05/no_author/the-tightening-of-the-nato-noose/

 

ALL OR NONE: A Most Important Detail for Never Wearing a Face Mask

By Allan Stevo May 20, 2021

A California reader writes:

Hey Allan,

……………………

https://www.lewrockwell.com/2021/05/allan-stevo/all-or-none-a-most-important-detail-for-never-wearing-a-face-mask/

 

Greater Idaho

I thought you were nuts when you said the US would break up. I apologize. Today we voted here in Oregon to leave the state and join Idaho. Great forecast. WJ

………………

https://www.armstrongeconomics.com/world-news/civil-unrest/greater-idaho/

 

Using the Criminal Law to Target Trump & his Family

AG Letitia James revealed her investigation into the Trump Organization has gone from a civil probe to a criminal investigation. This is the way the law is used to abuse people and this is being done to try to prevent Trump from running in 2024 or any of his family. The word is ………………….

https://www.armstrongeconomics.com/international-news/politics/using-the-criminal-law-to-target-trump-his-family/

 

Resistance is Not Futile only 37.5% of Americans are Vaccinated

This is a protest in London against the BBC and fake news. I am warning journalists that they better get on the right side. History warns when this all turns ugly, they will be dragging the journalists out for conspiring against the people with the governments, Bill Gates, and …………………

https://www.armstrongeconomics.com/world-news/civil-unrest/resistance-is-not-futile-only-37-5-of-americans-are-vaccinated/

 

President Biden’s War

Editorial of The New York Sun | May 19, 2021

It’s hard to recall a more obnoxious phone call between an American leader and an Israeli premier than President Biden’s today with Benjamin Netanyahu. The White House says that ………………….

https://www.nysun.com/editorials/president-bidens-war/91517/

 

Bei der Energiewende setzt nun ausgerechnet Polen auf Atomstrom

Stand: 17.05.2021 Von Philipp Fritz

Polen hat bisher keine Atomkraftwerke. Aber nun setzt das Land im Kampf gegen den Klimawandel massiv auf die Kernkraft. Die Meiler sollen nahe der deutschen Grenze entstehen. Die Grünen machen Front gegen die Pläne.

…………….

https://www.welt.de/politik/ausland/plus231136741/Polen-Warschau-steigt-in-die-Kernkraft-ein.html

 

Auslöser für Hafen-Explosion – Deutschland erwartet Giftstoffe aus Beirut

Im vergangenen Sommer lösen Chemikalien im Beiruter Hafen eine schwere Explosion aus. Die hochgiftigen Abfälle werden zur fachgerechten Entsorgung nach Deutschland verschifft und für heute ……………..

https://www.n-tv.de/panorama/Deutschland-erwartet-Giftstoffe-aus-Beirut-article22556516.html

 

How Covid Put an End to Your Right to Due Process

05/18/2021 Daren A. Wiseley

Over a year ago, the covid panic shook the world. We were told it would only be “15 days to flatten the curve” as businesses were locked down, “nonessential” employees were forced out ……………………………….

https://mises.org/wire/how-covid-put-end-your-right-due-process

 

Fauci and the Fed: America’s Technocratic Frauds

05/18/2021 Tho Bishop

This past March, Dr. Anthony Fauci sparred with Dr. Rand Paul over any public health benefit that came from wearing a mask if one had developed immunity to the virus. In dealing with both a democratically elected senator and a medical doctor, Dr. Fauci was dismissive and condescending. He demonstrated the …………………….

https://mises.org/power-market/fauci-and-fed-americas-technocratic-frauds

 

The New Constitution: The Ratification and Amendment Process

05/18/2021 Murray N. Rothbard

A particularly vital aspect of the Constitution was the procedure to be set up for its ratification. The draft proposed that the Constitution be submitted to Congress and then to special conventions, so that state legislatures could be circumvented. More importantly, it …………………

https://mises.org/wire/new-constitution-ratification-and-amendment-process

 

Analysis: Did Pandemic Signal The Demise Of Modernity?

Posted By: Donald J. Boudreaux via AIER May 19, 2021

As Technocracy crushes personal human autonomy, government by citizen representation and ………………..

https://www.technocracy.news/analysis-did-pandemic-signal-the-demise-of-modernity/

 

Fauci Blasted As Liar, Traitor After Senate Testimony

Posted By: Patrick Wood May 19, 2021

Medical researcher Del Bigtree interviews Dr. Richard M. Fleming, PhD, MD, JD, to conclude that COVID-19 was engineered as a bio-weapon by a collaboration of American and …………………..

https://www.technocracy.news/fauci-blasted-as-liar-traitor-after-senate-testimony/

 

Technocrat Vaccine Passports Will Inflict Economic, Social Carnage

Posted By: Birsen Filip, PhD via Mises May 19, 2021

The singular Technocrat purpose of vaccine passports is to force holdouts to get vaccinated, ignoring and suppressing the fact that experimental gene therapy shots have already killed more recipients than all other vaccines since 2000, combined.

………………..

https://www.technocracy.news/technocrat-vaccine-passports-will-inflict-economic-social-carnage/

 

Ist das Dummheit? Ahnungslosigkeit? Unverschämtheit?

SPD und Israel Stand: 18.05.2021 Von Thomas Schmid

Die Gewalt im Nahen Osten nimmt kein Ende. Auch zivile Ziele geraten dabei unter Beschuss. International bemüht man sich weiter um eine Waffenruhe, bisher jedoch mit wenig …………………………

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article231208145/Israel-Politik-der-SPD-Gefordertes-Mitspracherecht-ist-eine-Anmassung.html

 

How President Biden Emboldened Hamas, Islamic Jihad

by Khaled Abu Toameh May 19, 2021 Second, was the Biden administration’s offer to resume negotiations with Iran to revive the 2015 Iran nuclear deal, enabling Iran, in a few years, to have unlimited nuclear weapons — while ignoring Iran’s continual breaches of the deal. The …………………

https://www.gatestoneinstitute.org/17382/biden-hamas-islamic-jihad

 

The Failure of Roe v. Wade

Editorial of The New York Sun | May 19, 2021

Apart from all the constitutional fine points in respect of abortion, the grant by the Supreme Court of certiorari on yet another challenge underscores the failure of Roe v. Wade. We are …………………

https://www.nysun.com/editorials/the-failure-of-roe-v-wade/91516/

 

Öko-Heuchelei? Grünen-Wähler fahren am liebsten SUV

Von Sven Barthel

Eine Umfrage zum Thema SUV-Nutzung in Deutschland befördert ein überraschendes Ergebnis zutage: Ausgerechnet bei den Grünen-Wählern steht der „Klimakiller“ auf vier Rädern am häufigsten vor der Haustür.

…………………..

https://www.merkur.de/welt/gruene-waehler-suv-e-auto-umwelt-umfrage-heuchelei-oeko-partei-verbrenner-verbrauch-neuwagen-autokauf-zr-90612385.html

 

„Der Kompass zum lebendigen Leben“

  1. Mai 2021 – Gestern ist im FinanzBuch-Verlag das Buch „Der Kompass zum lebendigen Leben“ unseres Autors Andreas Tiedtke erschienen. Darin beschäftigt er sich mit der Praxeologie, warum sie Kompass sein kann und wie wir mit unseren Mitmenschen friedlich und freundlich zusammenleben können. Lesen Sie nachfolgend …………………..

https://www.misesde.org/2021/05/der-kompass-zum-lebendigen-leben/

 

Sitz im Kabinett bleibt frei  – Giffey tritt als Familienministerin zurück

Wenige Monate vor der Bundestagswahl gibt Franziska Giffey ihr Amt als Familienministerin auf. Hintergrund ist die anstehende Aberkennung ihres Doktortitels. Regierende Bürgermeisterin von Berlin will die SPD-Politikerin trotzdem werden.

Nach wochenlangen Diskussionen über die Aberkennung ihres Doktortitels ist die SPD-Politikerin Franziska Giffey von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. Nach Angaben ihres ……………….

https://www.n-tv.de/politik/Giffey-tritt-als-Familienministerin-zurueck-article22563077.html

 

Why the Left gave up on Israel

Ed West is the Senior Editor of UnHerd. His book Tory Boy is published by Constable

May 19, 2021 For activists, the conflict is a proxy for something closer to home

The good news from Israel is that there were just 40 new cases of Covid on Monday. The bad news is that, well… barely has one horseman of the apocalypse disappeared when a new one …………………

https://unherd.com/2021/05/why-the-left-gave-up-on-israel

 

The SNP have already won the culture war

Daniel Kalder is an author based in Texas. Previously, he spent ten years living in the former Soviet bloc. His latest book, Dictator Literature, is published by Oneworld. The push for independence has changed perceptions of Scotland. May 19, 2021

…………………..

https://unherd.com/2021/05/where-are-scotlands-heroes

 

Baerbock meldet beim Bundestag Nebeneinkünfte in Höhe von 25.000 Euro nach

Wäre Bundestagswahl, kämen die Grünen auf 27 Prozent, die Union dagegen nur noch auf 24 Prozent. Auch bei einer Kanzlerdirektwahl würde Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock deutlich besser abschneiden als ihr Mitbewerber Armin Laschet.

…………………….

https://www.welt.de/politik/deutschland/article231231375/25-000-Euro-Baerbock-meldet-beim-Bundestag-Nebeneinkuenfte-nach.html

 

Verspäteter Rücktritt – Giffey hat die Peinlichkeit einfach ausgesessen

Ein Kommentar von Hubertus Volmer

Franziska Giffey hält daran fest, die Dissertation „nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben“ zu haben.

Blamiert hat sich bei der Untersuchung der Doktorarbeit von Franziska Giffey nicht nur die Politikerin, ………………..

https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Giffey-hat-die-Peinlichkeit-einfach-ausgesessen-article22564175.html

 

The end of woke is nigh

Peter Franklin is Associate Editor of UnHerd. He was previously a policy advisor and speechwriter on environmental and social issues. The new political correctness hasn’t the power to overwhelm our existing order. May 19, 2021

………………

https://unherd.com/2021/05/the-end-of-woke-is-nigh

 

Mehlwürmer sind jetzt Lebensmittel

Stand: 04.05.2021 „Da ist der Wurm drin“ – so könnte es bald auf Nudel- oder Kekspackungen heißen. Denn die EU hat gelbe Mehlwürmer als erste Insekten offiziell zum Verzehr freigegeben. Die Tiere gelten als besonders nachhaltige Eiweißquelle.

Der gelbe Mehlwurm ist als erstes Insekt überhaupt in der EU als Lebensmittel zugelassen worden. Die ……………….

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/mehlwurm-lebensmittel-101.html

 

COVID Vaccine and Genetic Thunder Nobody Is Listening To

By Jon Rappoport Jon Rappoport’s blog May 19, 2021

I’ve written about this before, and I’m sure I’ll write about it again.

We’re told that the RNA COVID vaccines force the cells of the body to produce a foreign “spike” protein.

…………………….

https://www.lewrockwell.com/2021/05/jon-rappoport/covid-vaccine-and-genetic-thunder-nobody-is-listening-to/

 

If You Wear a Face Mask Anymore, You Have No One to Blame But Yourself

By Allan Stevo May 19, 2021

I live in one of the most locked down places in the United States. I live in a place where obedience is demanded, where people are rabid about those who do not properly virtue signal on all topics as ……………………..

https://www.lewrockwell.com/2021/05/allan-stevo/if-you-wear-a-face-mask-anymore-you-have-no-one-to-blame-but-yourself/

 

The Biological War Against China

By Llewellyn H. Rockwell, Jr. May 19, 2021

In the time since Biden and Harris have been in power, after they stole the election from President Trump, things have gotten much worse than before the election. At that time the American economy had been …………………..

https://www.lewrockwell.com/2021/05/lew-rockwell/the-biological-war-against-china/

 

Das ZDF informiert falsch über die arabische Besetzung Spaniens

Mo, 17. Mai 2021, Ein Märchen vom toleranten Islam

Mit einer fragwürdigen Darstellung will das ZDF die Besetzung Spaniens durch Mauren neu interpretieren und schildert das Leben im Kalifat als kulturell hochstehend und die ……………………

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/das-zdf-informiert-falsch-ueber-die-arabische-besetzung-spaniens/

 

19. Mai 2021

Nahost-Konflikt: Frankreich fordert Waffenstillstand

Während die Kämpfe zwischen Israel und bewaffneten palästinensische Gruppen unvermindert weiter gehen, hat Frankreich einen Waffenstillstand vorgeschlagen, um die am 10. Mai begonnene Auseinandersetzung zu beenden. Die terroristische Hamas beschießt seit Tagen überwiegend zivile Ziele in Israel mit Raketen

 

Spanien erhöht Druck auf Marokko

Spanien erhöht den diplomatischen Druck auf Marokko. Spanien beabsichtigt die Ordnung in der nordafrikanischen Enklave Ceuta wieder herzustellen, nachdem 8.000 Migranten aus Marokko die Strände von Ceuta erreicht hatten. Die Spannungen zwischen beiden Nationen beruhen auf einem politischen Streit im Zusammenhang mit der Westsahara, die Marokko annektiert hat.

 

Strafrechtliche Untersuchungen gegen Trump-Unternehmen

Die Generalstaatsanwaltschaft des Staates New York will strafrechtliche Ermittlungen gegen das vom ehemaligen Präsidenten Donald Trump geführte Unternehmen einleiten. 

 

Treffen zwischen Biden und Putin

US-Außenminister, Antony Blinken, und Russlands Außenminister, Sergej Lawrow, beabsichtigen am Rande eines Außenministertreffens in Reykjavik einen Präsidentengipfel zwischen US-Präsident, Joe Biden, und Russlands Staatschef, Wladimir Putin, zu vereinbaren.

 

Keine Anklage nach dem Tod eines Afroamerikaners

Der Tod eines Afroamerikaners im vergangenen Monat im US-Bundesstaat North Carolina wird keine strafrechtlichen Folgen haben. Polizisten hatten den Mann erschossen. Der Einsatz sei gerechtfertigt gewesen, so die Staatsanwaltschaft. 

 

Frankreich lockert – teilweise

Frankreichs Bars, Restaurants und kulturelle Einrichtungen öffnen nach einer langen Pandemie-Schließung von sechs Monaten teilweise wieder.

 

Bitcoin-Preis fällt 

Der Preis der Kryptowährung Bitcoin ist zum ersten Mal seit drei Monaten unter 40.000 US-Dollar gefallen, nachdem China neue Beschränkungen für solche Währungen eingeführt hat. Peking hat Finanzinstituten und Zahlungsdienstleistern verboten, Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungs-Transaktionen anzubieten. Die chinesische Regierung warnte außerdem Investoren vor spekulativen Kryptohandel.

mei

„Merkelismus“ – das gescheiterte Wirtschaftssystem

Der Merkantilismus war gut für König und Adel, der ‚Merkelismus‘ war bislang gut für den Staat, seine Repräsentanten und einige Exportunternehmen – aber leider schlecht für den Großteil der deutschen Bürger.

Wir steuern gerade auf eine der größten wirtschaftlichen Katastrophen unseres Landes zu – und das nicht allzu lange nachdem sich unser Land mit großen Anstrengungen wirtschaftlich vom Ersten und Zweiten Weltkrieg erholt hat. Und wieder ist die Krise weitgehend ‚hausgemacht‘ – aus Ignoranz oder mit Absicht das sei erst einmal dahingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Ludwig Erhard mit seinen freiheitlichen und marktliberalen Wirtschaftsreformen die Grundlage für einen beispiellosen Wirtschafts- und Wohlstandsaufschwung gelegt. Die nachfolgenden Regierungen haben jedoch seine Reformen Schritt für Schritt aufgeweicht und mit einer interventionistischen Politik, einer verfehlten Euro-Rettungspolitik, einer misslungenen Energiewende, einem ausufernden Wohlfahrtsstaat und zuletzt der Schädigung des für Deutschland wichtigen Automobilsektors die Kapitalbasis unseres Landes bereits stark beschädigt.

Die Schäden durch den zum Jahreswechsel 2019/2020 aufgekommenen Corona-Virus und den mit ihm verbundenen Lockdown sind insofern auf eine schon stark beeinträchtigte Wirtschafts- und Finanzlage getroffen.

Grundlage des Wohlstands eines Landes ist das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Bei diesen Systemen unterscheidet man primär zwischen freien und unfreien Systemen und das sowohl auf der politischen als auch auf der wirtschaftlichen Ebene. Für den Wohlstand einer Nation ist vor allen Dingen die wirtschaftliche Freiheit entscheidend, also die Frage, ob es Privateigentum an den Produktionsmitteln und weitgehende Entscheidungsfreiheit der Unternehmer gibt (‚Freie Marktwirtschaft‘ oder ‚Kapitalismus‘ genannt) oder ob ein Zentralplanungssystem herrscht, in dem der Staat mehr oder weniger alle Entscheidungen trifft oder beeinflusst oder sogar Eigentümer der Produktionsmittel ist (Sozialismus, Kommunismus) oder ob es sich um ein in einem Zwischenstadium befindliches System handelt, wie z.B. einem überbordenden Sozial- bzw. Wohlfahrtsstaat oder einem verantwortungslosen Staat, der das Geld der Bürger mit ‚Geldsozialismus‘ zerstört.

Wenn bei der deutschen Regierung unter Angela Merkel überhaupt ein Wirtschaftskonzept vorliegen sollte, für den Fall nennen wir es mal ‚Merkelismus‘ (Merkel-Sozialismus), dann ist es eines, das auf falschen Annahmen anderer Wirtschaftstheorien beruht, von daher zum Scheitern verurteilt ist und dem Land weiter großen Schaden zufügen wird.

Ich möchte die Schwachstellen des ‚Merkelismus‘ und seine Nähe zum Merkantilismus und Keynesianismus anhand der vier in den letzten Jahrhunderten prägenden Wirtschaftssysteme und der zugrundeliegenden Ideologien erläutern.

1.      Merkantilismus

Der Merkantilismus (16. – 18. Jahrhundert) ist das Wirtschaftssystem des Absolutismus, der im Spätmittelalter ab dem 15. Jahrhundert das zersplitterte feudale System ersetzte und darüber auch schrittweise zur Entwicklung der Nationalstaaten in Europa führte. An der Spitze stand der absolute Herrscher, der seine Macht auf das Heer und die Administration stützte, alles finanziert durch Steuern und Abgaben. Die Wirtschaft stand in Diensten des Staates und diente dessen Finanzierung und Machterhalt. Der Staat bestimmte, was Recht ist und bürgerliche Freiheiten gelten als gefährlich.

Der Absolutismus ging von dem negativen Hobbe’schen Menschenbild aus, bei dem die Menschen nur mit Gewalt und einem mächtigen Staatsapparat (‚Leviathan‘) zu Wohlverhalten gezwungen werden können.

Wie später beim Marxismus war auch beim Absolutismus der Mensch nur ein Werkzeug des Staates, ein austauschbares Rädchen im großen staatlichen Getriebe – das Individuum zählte nichts.

Der Liberalismus geht dagegen von einem weitaus harmonischeren Bild des Menschen und seines sozialen Verhaltens aus, hierzu später.

Dem Merkantilismus ging es in erster Linie um die Steigerung des Reichtums eines Landes durch Steigerung der Produktion und der Beschäftigung und darauf basierend der Erzielung von Handelsüberschüssen mit dem Ausland – wobei die Verteilung des Reichtums durch vorhandene gesellschaftliche Strukturen geregelt war, primär zum Vorteil von König und Adel. Die grundlegende merkantilistische Vorstellung ist, dass ein Land reich wird, wenn sein Volk arm ist (niedrige Geldlöhne und tiefe Preisen für landwirtschaftliche Produkte, um die Produktionskosten niedrig zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen).

Der Außenhandel spielte somit im Merkantilismus eine zentrale Rolle – zum einen als Quelle von Geldzuflüssen und zum anderen als Nachfragefaktor.

Der Merkantilismus lieferte mit seiner Forderung nach Ansammlung von Gold durch Exportüberschüsse und einer Abschottung der Heimatmärkte gegen Importe im übrigen auch die ökonomische Rechtfertigung für den Kolonialismus. Und so teilten die absolutistischen europäischen Monarchen der frühen Neuzeit die Welt unter sich auf und führten darüber regelmäßig auch gegeneinander Krieg. Um vor diesem Hintergrund den eigenen Handel zu schützen sympathisierten die Merkantilisten mit einer starken Armee und Flotte – so gab es insbesondere hinsichtlich der militärischen Dimension schon damals starke Verbindungen zwischen Wirtschaft und Staat.

Die wichtigsten Aspekte der merkantilistischen Wirtschaftstheorie:

  • Handelsbilanzüberschüsse, um zusätzliches Geld ins Land zu bringen; vorzugsweise hochwertige Güter exportieren und Rohstoffe und Güter mit niedriger Fertigungsstufe importieren.
  • Niedrige Löhne für Arbeiter und Bauern zwecks Exportförderung.
  • Förderung von Manufakturen und Infrastruktur als Basis der Produktion.
  • Erkenntnis, dass die Zinsen von der Liquiditätspräferenz und der Geldmenge abhängen; insofern war die Erhöhung der Geldmenge vorrangiges Ziel. Zu Zeiten der Golddeckung war das nur über Aussenhandelsüberschüsse möglich (außer man besaß selbst oder in Kolonien Gold- oder Silberminen).
  • Multiplikatoreffekte bei den Aussenhandelsüberschüssen: Erhöhung der Geldmenge führt über sinkende Zinsen zu einer Erhöhung von Produktion und Beschäftigung, was zu einem weiteren Multiplikatoreffekt führt: Investitionsnachfrage führt zu einem kumulativen Prozess der Konsumgüternachfrage.
  • Aufgrund ihrer „Warenangst“ favorisierten die Merkantilisten staatliche Investitionen, die das Warenangebot nicht unmittelbar weiter erhöhten (Infrastruktur, Paläste, Kathedralen…).
  • Förderung qualifizierter Zuwanderung (‚Peuplierung‘), auch um die Löhne niedrig zu halten.
  • Enge Verflechtung von Wirtschaft und Staat, starke Armee und Flotte zum Schutz des Handels.

Zu Gunsten des Merkantilismus ist aus heutiger Sicht nur anzumerken, dass die Merkantilisten zur Förderung der heimischen Wirtschaft und des Handels die Infrastruktur aufbauten und durchaus das Wohl des eigenen Landes im Auge hatten.

Per Saldo bremsten der starke staatliche Einfluss und die unfreie Wirtschaft die Wohlstandsentwicklung jedoch in erheblichem Maße und die schlechte wirtschaftliche Lage der Bevölkerung führte schließlich unter anderem zur Französischen Revolution 1789.

Beim heutigen Merkelismus steht das Wohl der eigenen Bürger jedoch im Hintergrund. Exportüberschüsse bedeuten Konsumverzicht und in gleicher Höhe eine Ersparnis im Inland, für die in der entsprechenden Höhe Investitionen im Ausland getätigt werden. Richtig gemacht, werden diese Investitionen, die man mit dem Inland Ersparten finanziert, Konsum in der Zukunft ermöglichen.

Das klappt aber nur, wenn das Geld gut investiert und nicht verdummt wird. Wenig zielführend ist es zum Beispiel, wenn man zur Finanzierung unserer Exporte Kredite an schlechte Schuldner gibt (Griechenland, Italien…), mit denen diese unsere Waren bezahlen, aber man das Geld nie wiedersieht. Da wäre es erheblich sinnvoller, wenn man die eigenen Bürger entlasten würden, damit diese in den Genuss der von ihnen selbst produzierten BMWs, Mercedes‘ oder Audis kommen.

2.      Liberalismus, Freie Marktwirtschaft

Der Liberalismus kam als Gegenbewegung zum absolutistischen Merkantilismus auf. Die merkantilistische Wirtschaftstheorie wurde zunächst von den ‚Physiokraten‘ hinterfragt („Laissez faire‘) und dann von den ‚Klassikern“ (u.a. Adam Smith) abgelöst, die vor allem auch Freihandel zum Wohl eines Landes und seiner Bürger propagierten.

Ausgelöst von der Aufklärung war der Liberalismus eine Bewegung ‚von unten‘ zur Befreiung von staatlichen Fesseln, zur Beseitigung der Vorrechte der ‚Privilegierten‘ (Privilegien). Diese Vorrechte behinderten die freie Berufswahl, die freie Ortswahl und die Ausbildungs- und Aufstiegschancen. Liberalismus ist die Idee der unbegrenzten Aufstiegsmöglichkeit durch Eigeninitiative, freie Entscheidungen und durch Selbsthilfe.

Neben dem ökonomischen Liberalismus kam der politische Liberalismus auf. Die Forderung nach Menschenrechten wurde laut, nach Freiheit, Gleichheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Während beim Absolutismus der Mensch in Diensten des Staates steht, sieht der Liberalismus den Staat nur als ordnende Institution, die im Dienste der Menschen die Rahmenbedingungen setzt.

Während die Ziele des Merkantilismus international eher konfliktorientiert oder zumindest konfliktfördernd waren, strebt der Liberalismus freien Handel und die strikte Vermeidung internationaler Konflikte an.

Bei den liberalen Wirtschaftsdenkern geht man in der Theorie von einer Tendenz zum Ausgleich der Handelsbilanzen aus – es geht also gerade nicht darum, sich im Handel unbillige Vorteile gegenüber dem Ausland zu verschaffen, sondern Handel zum Vorteil aller Parteien zu treiben.

Bei den Klassikern, den Neoklassikern und der Österreichischen Schule soll der Außenhandel nicht in erster Linie dazu dienen, Überschüsse zu erzielen, sondern Vorteile für die Länder beziehungsweise Bevölkerungen dadurch zu erreichen, dass jedes Land primär die Güter produziert, bei denen es verglichen mit dem Handelspartner komparative Kostenvorteile hat, der Handel somit zu gleichen Teilen beiden Ländern nutzt. Ein solcher Handel ist tendenziell friedensstiftend, weil alle davon profitieren.

Ludwig Erhard (1897-1977) setzte 1948 in Deutschland mit großer Anstrengung das liberale Konzept der ‚Freien Marktwirtschaft‘ durch und legte so die Grundlage für unseren heutigen Wohlstand.

Nach seinem Rücktritt im Jahr 1966 weichten die Nachfolgeregierungen die freie Marktwirtschaft leider Stück für Stück auf und seit dem Amtsantritt der CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zunehmend eine keynesianisch-merkantilistisch-interventionistisch-sozialistische Politik betrieben.

3.      Sozialismus, Kommunismus und Keynesianismus

Trotz des großen wirtschaftlichen Erfolges der freien Marktwirtschaft kamen Ende des 19. Jahrhunderts leider sozialistische und kommunistische Ideologien auf, auf die ich hier jedoch nicht näher eingehen möchte, da ihr Scheitern in Ländern wie der Sowjetunion (1922-1991) oder der Deutschen Demokratische Republik (‚DDR‘, 1949 – 1990) geschichtsbekannt ist.

Der Keynesianismus kam in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts in Folge der Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg auf. Angeblich um das System der freien Marktwirtschaft zu retten, wärmte Keynes alte merkantilistische Ansichten wieder auf, gepaart mit sozialistischen Elementen. Leider prägt seine in wesentlichen Teilen falsche Theorie die westliche Wirtschaftstheorie bis heute, was primär daran liegt, dass seine Theorie sehr „staatsfreundlich“ ist und der Staat mit seinem Einfluss auf die Wirtschaftswissenschaften in aller Regel die Theorien präferiert, die ihm möglichst viel Macht und Einfluss verschaffen.

Keynes bezeichnet in seiner „General Theory of Employment, Interest and Money” den Merkantilismus ausdrücklich als seine Vorgängertheorie.

Der Keynesianismus, wie schon vor ihm der Merkantilismus, ist ein ‚nachfrageorientiertes‘ Konzept. Probleme in der Wirtschaft würden primär daraus resultieren, dass nicht ausreichend Nachfrage für das Güterangebot vorhanden wäre, was dann zu Arbeitslosigkeit führen würde (siehe „Warenangst“).

Genau wie die Merkantilisten vertritt Keynes die Ansicht, dass es bei Bedarf richtig sei, Ressourcen und Güter zu vernichten, um zusätzliche Nachfrage und Arbeit zu schaffen.

Im Keynesianismus wird die Marktwirtschaft zwar nicht aufgegeben, aber als Korrektiv wird die staatliche Konjunkturpolitik eingeführt, wenn die Wirtschaft abzuschmieren droht.

Auch der von Keynes angeführte Multiplikatoreffekt tauchte bereits bei dem Merkantilisten auf.

Grundsätzlich erkannte auch Keynes, dass bei sinkenden Löhnen mehr Arbeiter eingestellt würden, was die Arbeitslosigkeit verringern würde. Allerdings waren die Gewerkschaften sehr mächtig und verhinderten notwendige Lohnsenkungen. Als ‚Lösung‘ ersann Keynes unter anderem die Inflationspolitik, denn über Inflation würden die Reallöhne sinken – und die Arbeiter würden das erst einmal nicht merken. Mithin steht eine Täuschungsabsicht quasi im Mittelpunkt der keynesianischen Wirtschaftspolitik.

Darüberhinaus sollte der Staat – mit dem neu geschaffenen, inflationierten Geld – mit eigenen Projekten am Markt als Nachfrager auftreten.

Das mag kurzfristig tatsächlich helfen, langfristig ist diese Strategie jedoch zum Scheitern verurteilt. Zum einen durchschauen die Gewerkschaften das böse Spiel sehr schnell und verlangen bald noch höhere Löhne, zum anderen kann die Verschwendung von Ressourcen keine vernünftige Lösung sein. Und staatliche Projekte führen im Vergleich zu Projekten der Privatwirtschaft immer zur Verschwendung von Ressourcen, insbesondere, wenn sie – wie zum Teil von Keynes propagiert –überhaupt keine sinnvollen Bezug haben, wie zum Beispiel das Graben und Wiederzuschütten von Löchern im Boden – nur um Arbeiter zu beschäftigen und Geld auszugeben.

Die Keynesianer hatten mehr als nur ein paar Kleinigkeiten übersehen oder unterschätzt. So hatten sie den Staat deutlich zu positiv beurteilt: Anstatt sich, wie in der Theorie, nur in der Rezession zu verschulden, um im Boom mit Steuerüberschüssen die Staatsschuld wieder abzubauen, flüchteten sich die Regierungen in eine permanente Schuldenwirtschaft, die nicht zuletzt der Finanzierung überdimensionierter Sozialsysteme diente. So hatte sich das Keynes nicht vorgestellt.

Keine vernünftige Antwort besaßen die Keynesianer ferner auf das Phänomen der Inflation, das in den sechziger Jahren wiederkehrte. Das Problem der Inflation hatte Keynes selbst übrigens in seinen letzten Lebensjahren eingesehen und wollte, so wird es überliefert, seine Theorie entsprechend korrigieren. Sein Tod kam jedoch leider der eigenen Korrektur seiner Theorie zuvor – an der bis heute viele Freunde der Plan- und Staatswirtschaft trotz ihrer erwiesenen Fehlerhaftigkeit weiter festhalten.

Und das obwohl auch die Globalisierung gezeigt hat, dass Keynesianismus nicht funktioniert: Nationale Finanzpolitik zur Belebung der Konjunktur kann vielleicht in einer isolierten Welt eine kurze Zeit lang funktionieren; in einer globalisierten Welt versickert ihre Wirkung.

Hier eine kleine Kostprobe keynesianischer Poltikempfehlungen:

“If the Treasury were to fill old bottles with banknotes, bury them at suitable depths in disused coalmines which are then filled up to the surface with town rubbish, and leave it to private enterprise on well-tried principles of laissez-faire to dig the notes up again…there need be no more unemployment and, with the help of the repercussions, the real income of the community, and its capital wealth also, would probably become a good deal greater than it actually is. It would, indeed, be more sensible to build houses and the like; but if there are political and practical difficulties in the way of this, the above would be better than nothing.”

John Maynard Keynes (General Theory, 1936, Seite 68)

Henry Hazlitt, ein hervorragender amerikanischer Ökonom, urteilt über Kenyes’ Theorie, dass alles was an ihr richtig ist, schon vorher bekannt war, und alles was neu ist, schlichtweg falsch ist.

4.      Merkelismus (Merkel-Sozialismus)

Der ‚Merkelismus‘ oder ‚Merkel-Sozialismus‘ vereint, wenn man ihm zubilligt, überhaupt auf einem Konzept zu beruhen, viele merkantilistische Züge mit keynesianischen oder geldsozialistischen Aspekten.

Die negativen merkantilistischen Züge:

  • Deutschland erzielt seit vielen Jahren sehr hohe Handelsbilanzüberschüsse – letztlich aber auf Kosten der deutschen Arbeiter, Angestellten und Bauern.
  • Im Vergleich der Euro-Länder sind die deutschen Löhne viel zu niedrig (und jetzt hat die Regierung Merkel auch noch den Agrarsektor gezielt im Visier, die ‚Agrarwende‘)
  • Die Zinsen werden mittels einer unverantwortlich agierenden Europäischen Zentralbank niedrig gehalten, die Geldmenge konstant aufgebläht.
  • Es gibt eine zunehmend starke Verflechtung von Staat und Industrie (Subventionen, Vorgaben)
  • Der Staat interveniert massiv in allen wesentlichen Bereichen (Energie, Banken, Landwirtschaft, Automobilsektor, Immobilien, Währung).
  • Hohe Steuern und Abgaben zur Finanzierung des Staatsbetriebs und staatlicher ‚Projekte‘ (Zuwanderung, Euro-Rettung, ‚Energiewende‘)

Die negativen keynesianisch-sozialistischen Züge:

  • Geldsozialismus mittels des Geldmonopols des Staates
  • Die Staatsverschuldung inclusive der impliziten Schulden liegt inzwischen bei über 220% und die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise wird dieses Niveau vermutlich noch deutlich erhöhen – mit geringen Aussichten auf Besserung
  • Massive Geldentwertung durch Inflationierung der Geldmenge
  • Inzwischen sind sogar Verstaatlichungen im Gespräch
  • Es geht mehr und mehr in Richtung Planwirtschaft

Weitere negative Aspekte, die eine Besonderheit des ‚Merkelismus‘ sind und die beim Merkantilismus nicht vorstellbar gewesen wären:

  • Vergabe von Krediten ans Ausland zwecks Konsum deutscher Kredite, die vermutlich weitgehend abgeschrieben werden müssen (Target 2-Salden, Käufe von Anleihen sehr zweifelhafter Bonität durch die EZB)
  • Grobe Vernachlässigung der Infrastruktur
  • Schädigung der eigenen Industrie (Energie, Automobil, Landwirtschaft)
  • Ein ausufernder Wohlfahrtsstaat
  • Aushöhlung des öffentlichen Ausbildungswesens zum Leidwesen der breiten Bevölkerung
  • Unkontrollierte ‚Peuplierung‘ – allerdings werden nicht gezielt Leistungsträger ins Land gelockt sondern schwer zu integrierende Belastungskandidaten für unsere Sozialsysteme.

Das beim Merkantilismus positive Element der Infrastrukturförderung und der Förderung des ‚Standorts‘ Deutschland sowie die generelle Absicht, zum Wohl des eigenen Landes zu agieren, vermisst man leider fast vollständig. Und auch eingefleischte Sozialisten kämen vermutlich nicht auf die Idee, große Mengen Geld an unsolide Schuldner im Ausland zu geben, die eigene Infrastruktur und Industriebasis zu schädigen und eine große Zahl an Menschen in die eigenen Sozialsysteme einwandern zu lassen.

So entsteht der Eindruck, dass der Merkelismus von allen Wirtschaftstheorien die schlechtesten Teile in sich vereint.

Übrig bleibt eine verheerend negative Bilanz. Und so ist es dann nicht verwunderlich, dass der Durchschnittsdeutsche heute vom Vermögen her im Vergleich aller Euro-Länder katastrophal schlecht abschneidet.

„Das offiziell ausgewiesene Nettoauslandsvermögen Deutschlands war Ende 2017 mit 1927 Milliarden Euro um 833 Milliarden niedriger als die Summe der seit 1981 erwirtschafteten Leistungsbilanzüberschüsse.“

Gunther Schnabl (zur geldmäßigen Vernichtung der deutschen Exportüberschüsse)

„Während Länder wie Norwegen werthaltige und renditestarke Forderungen aufbauen, geht es uns wie dem Eichhörnchen, das fleißig Nüsse sammelt und versteckt, diese aber im Winter nicht wiederfindet.“

Daniel Stelter (zur geldmäßigen Vernichtung der deutschen Exportüberschüsse)

Der Merkantilismus war gut für König und Adel, der ‚Merkelismus‘ war bislang gut für den Staat, seine Repräsentanten und einige Exportunternehmen – aber leider schlecht für den Großteil der deutschen Bürger.

Den Kommentar des bekannten englischen Schriftstellers Daniel Defoe zum Merkantilismus kann man insofern 1:1 auf den ‚Merkelismus‘ anwenden:

„Wenn da diese Herren (Anmerkung: Englische Manufakturbesitzer), die die Konsumption unserer englischen Manufakturen durch deren blosse Billigkeit in die Höhe treiben wollen, .. zufrieden sind, dass die Löhne der Arbeit so niedrig sind wie in China oder Indien, so besteht kein Zweifel, dass sie den Absatz erhöhen und eine grosse Menge Waren verkaufen und ihr Volk ruinieren; und den Vorteil, muss ich gestehen, verstehe ich nicht.“

Daniel Defoe (1660-1731)

Markus Ross 5.07.2020

https://www.theeuropean.de/markus-ross/gescheiterte-wirtschaftssysteme-vom-merkantilismus-ueber-keynesianismus-und-sozialismus-bis-hin-zum-merkelismus/

Wie könnte die Welt nach Corona aussehen?

Markus Ross 23.03.2021

Man hat fast den Eindruck, dass die Regierungs- und Zentralbankverantwortlichen den Corona-Virus als willkommene Ablenkung von ihren früheren Versäumnissen ansehen und durch ihre aktuelle Schadenspolitik den baldigen Systemkollaps herbeiführen möchten, getreu dem Motto: ‚Wir sind unschuldig, ohne Corona wäre alles ganz toll gewesen, und das mit dem Virus konnte kein noch so genialer Staatslenker ahnen‘. Von Markus Ross.

Die Welt steht heute vor so großen Herausforderungen wie schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Eine durchaus kritisch zu betrachtende Wirtschafts- und Finanzpolitik in fast allen Staaten der Welt hatte bereits vor dem Auftreten von SARS-CoVid2 Anfang des Jahres 2020 zu kaum noch tragbaren Verschuldungsniveaus geführt. Inzwischen dürfte der ‚Point-of-no-Return‘ erreicht sein, bedingt durch die von den Regierungen verordneten Lockdown-Maßnahmen und den sie begleitenden massiven wirtschaftlichen Schäden.

Man hat fast den Eindruck, dass die Regierungs- und Zentralbankverantwortlichen den Corona-Virus als willkommene Ablenkung von ihren früheren Versäumnissen ansehen und durch ihre aktuelle Schadenspolitik den baldigen Systemkollaps herbeiführen möchten, getreu dem Motto: ‚Wir sind unschuldig, ohne Corona wäre alles ganz toll gewesen, und das mit dem Virus konnte kein noch so genialer Staatslenker ahnen‘.

Und im nächsten Schritt gleich wieder als alternativlose Retter neu in Erscheinung zu treten.

Der von den Davos-Vordenkern angestrebte ‚Great Reset‘ soll die ersehnte Erlösung bringen. Dieselben ‚Technokraten‘, Politiker und Unternehmenslenker, die den eingangs erwähnten Schaden im Wesentlichen mit zu verantworten haben, wollen jetzt auf einmal ein belastbares Konzept zur Rettung der Welt haben? Der Teufel soll mit dem Beelzebub ausgetrieben werden.

Und in ihrer Chuzpe möchten die Verantwortlichen, dass ihnen die Bürger im Vertrauen auf ihren Weitblick, ihre Weisheit und ihre Integrität als Vertrauensvorschuss auch gleich praktisch unbegrenzte Macht einräumen, auf ihre Freiheitsrechte verzichten (Bargeld, Eigentum, Schutz der Privatsphäre, freie Medien) und sich der politischen ‚Elite‘auf Gedeih und Verderb ausliefern.

‚Rettende‘ und erlösende Konzepte mit großen Namen hat es in der Vergangenheit schon reichlich gegeben. In der jüngeren Vergangenheit sind hier zu nennen das ‚Tausendjährige Reich‘ Adolf Hitlers, der Faschismus Mussolinis in Italien, die Arbeiter-und Bauernparadiese in der Sowjetunion und der DDR Angela Merkels, der ‚Große Sprung nach vorne‘ und die ‚Kulturrevolution‘ Mao Tse Tungs, letztere allein verbunden mit geschätzten 50 bis 70 Millionen Todesopfern sowie diverse ‚New Deals‘ in den USA, die sich übrigens anfangs ganz offiziell am faschistischen korporatistischen Wirtschaftssystems Mussolinis orientiert haben.

Die meisten davon waren anfangs durchaus gut gemeinte ‚technokratische‘ Ansätze, die zentralplanerisch u.a. den ‚neuen‘ Menschen schaffen wollten.

Allen Ansätzen gemein ist, dass sie gescheitert sind und unglaubliche Schäden und Elend angerichtet haben.

Als ebenso schädlich haben sich fast alle staatlichen ‚Nation-Building‘-Maßnahmen erwiesen. Insbesondere die Versuche Amerikas, westliche Demokratiestandards gewaltsam in der Welt zu verbreiten, waren allesamt teure Fehlschläge. Die USA unterhalten heute mit enormem finanziellen Aufwand mehr als 800 Militärbasen in über 70 Ländern, während die Zahl der Obdachlosen im eigenen Land steigt.

Was sind die Alternativen?

Wenn man Frieden, Freiheit und Wohlstand sichern beziehungsweise aufbauen möchte, ist nach derzeitigem Erkenntnisstand die einzig vernünftige Herangehensweise das ziemlich exakte Gegenteil der im Rahmen des ‚Great Reset‘ geplanten Maßnahmen – nämlich Freiheitsrechte für die Bürger und die Wirtschaft, ein subsidiärer Staat mit einem Staatsanteil von z.B. 15% des Sozialproduktes, einem vernünftigen Wahlrecht, das die positiven Beiträge seiner Bürger angemessen würdigt, einem meritokratischen Auswahlsystem für die Regierenden, die Vermeidung von Interventionismus in der Innen- und Außenpolitik und vor allen Dingen auch die Sicherung der Geldwertstabilität und diesbezüglich das Ende des staatlichen Geldmonopols und das Verbot von Staatsverschuldung für Konsumzwecke.

Der Idealzustand ist eine Welt, in der alle Menschen gut versorgt sind, in Frieden und Freiheit leben, eigenständig ‚ihr Glück suchen können‘ (‚pursuit of happiness‘ gemäß der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776), fürsorglich mit ihren Mitmenschen umgehen und auch mit der Umwelt sorgsam umgegangen wird, einschließlich eines anständigen Umgangs mit der Tierwelt.

Dass dieser ‚paradiesische‘ Zustand erreicht wird, ist Utopie, aber zumindest sollte alles dafür getan werden, um diesem Zustand möglichst nah zu kommen.

Hierfür kommt es auf das bestmögliche Zusammenspiel der Bereiche Wirtschaft, Umwelt, Politik, Gesellschaft, Medien und Ethik bzw. Religion an. Alle Bereiche sind interdependent.

Bei der Suche nach der besten Lösung ist es wichtig, an die Probleme objektiv und ohne Vorurteile heranzugehen, alle Fakten zu berücksichtigen und vor allen Dingen auch die Langzeitwirkung von Maßnahmen zu bedenken. Historische Entwicklungen sowie natürliche und ökonomische Gesetzmäßigkeiten müssen ebenfalls bedacht und bei den Lösungsansätzen berücksichtigt werden.

Zunächst ein Blick auf die Historie

Unsere ‚Sorte‘ Mensch, der ‚Homo Sapiens‘ existiert nach Schätzungen der Anthropologen seit etwa 300.000 Jahren.

Wir erkennen drei Hauptphasen. In der ersten Phase ging es primär um das ‚nackte Überleben‘, um die Befriedigung der Grundbedürfnisse Essen, Wohnen, Schutz. Vor etwa 70.000 Jahren brachte die kognitive Revolution einen großen Evolutionsschub: Die Sprache entwickelte sich und die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten brachten dem Mensch sukzessiv die ‚Herrschaft‘ über die Tierwelt und führten vor etwa 10.000 Jahren zum Beginn der Landwirtschaft. Der Mensch begann sesshaft zu werden.

Die ‚Zivilisierung‘ des Menschen kann als Phase 2 angesehen werden, beginnend etwa 500 Jahre vor Christus im Antiken Griechenland, das uns die Gedanken über Philosophie, Menschenrechte und Gesellschaftssysteme (u.a. ‚Demokratie‘) brachte, sowie etwa zur selben Zeit im Römischen Reich, das uns das ‚Recht‘ brachte und diverse sonstige kulturelle Errungenschaften.

Nachdem im Mittelalter viele dieser Gedanken in den Hintergrund gedrängt worden waren, begann im christlich-jüdischen Europa ihr Wiederaufstieg im 17. Jahrhundert im Zuge der ‚Aufklärung‘. Der ‚moderne‘ Buchdruck ermöglichte eine breitere Alphabetisierung der Bevölkerung und die Verbreitung bestehenden Wissens. All das führte zu einer großen Liberalisierungsbewegung und löste Ende des 18. Jahrhunderts den monarchisch geprägten Feudalismus ab und läutete die Erste Industrielle Revolution ein. Der Einsatz von Maschinen und die Massenproduktion im Rahmen einer relativ freien Marktwirtschaft führten zu einem großen Wohlstandsschub und die besseren Ernährungsmöglichkeiten lösten eine Bevölkerungsexplosion aus. Begleiterscheinung der wirtschaftlich positiven Entwicklung ist die Entstehung der heutigen Überflussgesellschaft, der Raubbau an der Natur. Hinzu kommt eine gewisse Sinnentleerung der Menschen, seitdem die Befriedigung der Grundbedürfnisse gestillt und die christlich-jüdische Religion und damit verbundene ethische Grundsätze in den Hintergrund gedrängt wurden.

Das bringt uns zu Phase 3, unserer heutigen Zeit, in der wir unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem neu aufstellen müssen, um einerseits unseren Planeten zu schützen und andererseits Frieden, Freiheit und Wohlstand zu erhalten sowie ein erfülltes Leben zu ermöglichen.

Wie können die einzelnen Herausforderungen bestmöglich und aufeinander abgestimmt gemeistert werden? Zur Beantwortung dieser Frage muss man analysieren, welche Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge es in den verschiedenen Bereichen einer Gesellschaft gibt.

Ökonomische Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge

Der Ursprung allen Wohlstands ist das Unternehmen.

Eigentum und Gewinn sind die Antriebskräfte der Unternehmer.

Ohne Produktion gibt es keinen Konsum, Konsum ist das Ziel der Produktion.

Produktion verursacht Kosten und generiert auf der anderen Seite Einkommen.

Kapital kann nur aus Ersparnis entstehen, d.h. Konsumverzicht.

Innovation mittels Kapitaleinsatz erhöht die Produktivität.

Höhere Produktivität ermöglicht höhere Löhne und höheren Lebensstandard.

Arbeit allein kreiert keinen Wohlstand.

Unnötige Arbeit ist ökonomisch unsinnig (Keynes‘ Graben und Zuschütten von Löchern)

Ohne Marktpreise ist keine Wirtschaftlichkeitsrechnung möglich.

Die Manipulation von Preisen (und Zinsen) führt zu Fehlentscheidungen und Ressourcenverschwendung.

Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens gilt immer.

Freier internationaler Handel ist wohlstandsfördernd.

Freier Wettbewerb wirkt regulierend.

Bei fast allen Gütern ist Knappheit die Regel.

Der freie Markt löst Knappheitsprobleme am besten.

Planwirtschaft funktioniert nicht.

Dank der Marktwirtschaft leben heute die untersten 20% der Einkommensbezieher besser als die obersten 20% vor hundert Jahren.

Kooperation beruht auf Vertrauen; auch auf die Stabilität der Zahlungsmittel.

Geld ist Tauschmittel, Recheneinheit, Kalkulationsbasis und Wertaufbewahrungsmittel.

Gesundes Geld ist nicht manipulierbares Geld, sprich ‚limitiertes‘ Geld, zum Beispiel mit Golddeckung – Gold und Silber als Geld sind im Handel auf natürliche Weise ‚von unten‘ entstanden, ohne Einfluss der Obrigkeit.

Ein staatliches Geldmonopol gibt dem Staat die Möglichkeit der Inflationierung und der unkontrollierten Staatsverschuldung (Karl Marx forderte in seinem Kommunistischen Manifest: „Zentralisierung des Kredits in den Händen des Staates durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol“).

Inflationierung unterminiert das Vertrauen der Menschen, verstärkt Konjunkturzyklen, führt zu massiven ökonomischen Schäden und ist für die ärmeren Schichten schädlich (Umverteilung von unten nach oben)

Ein Mehr an ungedecktem Papiergeld (fiat money) bedeutet nicht mehr Vermögen und Wohlstand.

Je stärker staatlicher Interventionismus auftritt, desto niedriger fallen Kapitalaufbau, Innovation, Produktivitätssteigerungen und der Wohlstandsanstieg aus (laut Rahn-Kurve ist ein Staatsanteil von 15% optimal).

Eine stabile Energieversorgung als Teil der Infrastruktur ist das Rückgrat der Wirtschaft eines Landes, ebenso wie eine umfassende nationale Landwirtschaft zur Sicherstellung der Ernährung der gesamten Bevölkerung.

Jede Wirtschaftsform ist ‚Kapitalismus‘, es stellt sich immer nur die Frage, wem das Kapital gehört, den Unternehmern oder dem Staat, und wer besser damit umgehen kann.

Eine rudimentäre Form des ‚Kapitalismus‘ (Einsatz von Kapital) gibt es seitdem der Mensch Werkzeuge benutzt.

‚Kapitalismus‘ ist auf natürliche Weise ‚von unten‘ entstanden, aus freien Entscheidungen von Bauern und Handwerkern.

Der moderne Kapitalismus (Maschinen) kam erst im 18. Jahrhundert auf, angetrieben durch Aufklärung, Alphabetisierung, Wissensaustausch, Forschung etc.

Es gab zu keiner Zeit den modernen freien Kapitalismus in Reinform ohne schädliche externe Einflüsse.

Für die meisten Krisen ‚im Kapitalismus‘ war die Geld- und Schuldenpolitik der Staaten verantwortlich.

Die Industrielle Revolution Ende des 18. Jahrhunderts löste einen großen Wohlstandsschub aus (bis dahin kam es auch in Europa noch zu vielen Hungersnöten).

Bis 1800 gab es noch die sogenannte „Bevölkerungsfalle“ (Robert Malthus: höhere Produktion führt zu steigender Bevölkerung und das zu einer Stagnation des Pro-Kopf-Einkommens).

Damit verbunden gab es die sogenannte „Armutsfalle“: bei niedrigem Einkommen ist keine Ersparnis möglich und insofern auch kein Aufbau des Kapitalstocks, der wiederum, sinnvoll eingesetzt, Produktivität und Löhne erhöhen kann.

Die Vermögensschere zwischen ‚arm‘ und ‚reich‘ ist seit 1971 weltweit wieder auseinandergegangen – und zwar nicht wegen des Kapitalismus, sondern wegen der Inflation, nachdem US-Präsident Nixon in diesem Jahr die Golddeckung aufhob und sich alle Staaten seitdem stark verschulden und hemmungslos frisches ungedecktes Geld drucken.

Die Freie Marktwirtschaft hat sich über die letzten 250 Jahre bewährt, obwohl der Staat von Anfang an schädlichen Einfluss genommen hat. Ohne staatliche Manipulationen (Geldmonopol, Handelsbeschränkungen, Steuern, Interventionismus, Kriege) wären die wirtschaftlichen Erfolge noch weit größer gewesen.

Kriegswirtschaften ähneln sozialistischen Planwirtschaften, und sind – gewollt oder ungewollt – oftmals der Übergang zu sozialistischen Systemen oder großem bleibenden Staatseinfluss.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen des Kapitalismus können deutlich weiter verbessert werden, je mehr die Menschen durch christlich-jüdisch geprägte ethische Grundsätze geleitet werden und desto weniger staatliches Eingreifen zur Bereinigung von Notsituationen erforderlich ist.

Gesellschaftliche Zusammenhänge

Eine gut funktionierende Wirtschaft ist sowohl Grundvoraussetzung für eine stabile Gesellschaft als auch für den Erhalt der Umwelt. ‚Gesellschaft‘ ist ein System der Koordination von Interessen.

Je größer die Zahl der Menschen in einer ‚Einheit‘, desto größer werden die Herausforderungen zur Regelung eines friedlichen Miteinanders. Wenn eine Gruppe eine bestimmte Mitgliederzahl übersteigt (manche Religionsgemeinschaften z.B. gehen von 250 aus), ändern sich Verhaltensweisen nachhaltig – zum Negativen.

Gesellschaftliche Organisationsformen sind Demokratie oder Aristokratie/Feudalismus auch bezeichnet als Oligarchie, oder Monarchismus, Absolutismus von ‚benign dictatorship‘ bis hin zur Tyrannei oder die Anarchie.

Manche Aspekte haben sich als ‚natürliche Ordnung‘ ergeben, andere sind geplante Strukturen.

Die wesentlichen gesellschaftlichen Fragen sind, wer die Entscheidungen trifft und wie Einkommen und Vermögen verteilt werden (Thema ‚Gerechtigkeit‘).

Freiheit und Gleichheit sind widerstreitende Pole: Libertarismus versus Egalitarismus; Individualismus – versus Kollektivismus; Eigenverantwortung versus Verantwortung des Staates, freiwillige karitative Leistungen versus verpflichtendem Altruismus, Verantwortungsethik versus Gesinnungsethik.

Nur ein leistungsfähiges Wirtschaftssystem liefert eine solide Basis für Umwelt- und Tierschutz – die historisch betrachtet ‚Luxusgüter‘ waren (Phasen 1 und 2).

Heute stehen sich vor allen Dingen ‚Kapitalismus‘ und ‚Sozialismus‘ gegenüber.

In der Wahl des ‚richtigen‘ Systems liegt letztlich die Schicksalsfrage der Menschheit – und zwar sowohl in punkto Freiheit und Lebensqualität als auch was den Lebensstandard betrifft und den Erhalt der Umwelt!

Die Frage der ‚gerechten‘ Verteilung von Arbeitseinkommen und Gewinnen ist wichtig, muss aber losgelöst von der Frage nach der Effizienz des Wirtschaftssystems gelöst werden. Hier spielen Ethik/Religion und Ideologie die entscheidende Rolle.

Der Reichtum der einen ist nicht die Ursache der relativen Armut anderer. Im Gegenteil: Menschen werden reich, wenn sie die Bedürfnisse der anderen erfolgreich befriedigen und somit auch deren Situation verbessern.

Weitere wichtige Aspekte einer lebenswerten Gesellschaft:

Rechtsstaatlichkeit, Durchlässigkeit, bestmögliche Förderung aller Willigen sowie der geistigen Eliten, Förderung der Motivation dadurch, dass Leistung belohnt wird und Selbstverwirklichungsmöglichkeiten geboten werden, Bestrafung von Fehlverhalten, Schutz und Förderung der Familien, die Pflege von Wahrheit und Erkenntnis, ein möglichst schlanker Staat, die Pflege bewährter Traditionen und insgesamt eine gesunde zugrundeliegende Ethik.

Politische Zusammenhänge

Anzustreben ist eine ‚Meritokratie‘ bei der die Besten den Staat lenken – und das möglichst ohne Eigeninteressen.

Der Staat und seine Bürokratie tendieren zum Zentralismus. Um dem entgegenzuwirken, muss das Subsidiaritätsprinzip fest verankert werden und auch eine friedliche Sezessionsmöglichkeit ist als Disziplinierungsinstrument wichtig, falls es doch zunehmend zu Zentralismus kommt und Minderheitenrechte missachtet werden.

Wohlfahrtsstaaten wohnt die Tendenz inne, sich immer weiter auszudehnen (gewollte Abhängigkeiten, Kauf von Wählerstimmen, Klientelpolitik).

Staatliche Wohlfahrts-Zahlungen führen Menschen in die Abhängigkeit und Unmündigkeit, ebenso wie auf internationaler Ebene die Entwicklungshilfezahlungen.

Bei Politikern muss ein Weg gefunden werden, ihre Qualität zu erhöhen (Mindestanforderungen an Qualifikationen und beruflichen Werdegang), finanzielle Anreize für eine Karriere in der Politik müssen beseitigt werden, ebenso wie die Negativauslese durch unser Parteiensystem.

Der Wettbewerb bei Gütern führt zu guten Ergebnissen, zur ‚Auswahl der Besten‘

Der Wettbewerb bei ‚Ungütern‘ führt dagegen zu schlechten Ergebnissen. In der Politik ist das Resultat die Selektion der Schlechtesten, eine Negativauslese. Die Negativauswahl wird durch die derzeit gängigen Parteiensysteme noch gefördert.

Lobbyismus in Verbindung mit der Korruptionsanfälligkeit mancher Politiker verstärkt die negativen Tendenzen.

Umweltaspekte

Der Erhalt einer gesunden Umwelt (der Erhalt der Schöpfung im Sinne des Christentums) ist eine moralische Verpflichtung gegenüber Kindern und Enkeln sowie allen anderen Lebewesen, da eine kaputte Umwelt den Nutzen von Vermögen und Gütern entwertet.

Hauptursache für die heutigen Umweltprobleme ist die Überbevölkerung. Mehr Menschen benötigen mehr Nahrung, Rohstoffe, Energie und produzieren mehr Müll und mehr Emissionen. Auffällig ist, dass aktuell den größten Anteil der Umweltverschmutzung sozialistische Länder wie China und Indien verursachen.

Um die Menschen zu nachhaltiger Produktion und nachhaltigerem Konsum anzuhalten, muss vor allen Dingen die Externalisierung von Kosten verhindert werden: Menschen und Unternehmen müssen für die von ihnen verursachten Umweltschäden angemessen bezahlen.

Im Bereich der Energiewirtschaft könnten durch einen verstärkten Einsatz der Kernenergie die CO2-Emissionen deutlich gesenkt und die Stromversorgung dauerhaft stabilisiert werden.

Ethik, Tugenden, Traditionen, Religion

Eine Gesellschaft kann nur bestehen, wenn die große Mehrheit die gleichen Ideen teilt (Ideologie, Narrativ, Moralbegriffe, Traditionen) und an dasselbe glaubt – und ohne eine auf der Wahrheit basierende, tragfähige und ‚vernünftige‘ Ethik kann kein Gesellschaftssystem langfristig bestehen.

Die christlich-jüdische Ethik und bürgerliche Tugenden und Werte sind am besten mit einem freiheitlichen System vereinbar – sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind unter anderem der Schutz der Familie, des Eigentums, der Person und der Würde und die Förderung der Eigenverantwortung, des gesunden Menschenverstands und der Verantwortungsethik.

Ein Wohlfahrtsstaat erzieht seine Bürger zu Abhängigkeiten – und ohne das Gefühl und die Verpflichtung zur Eigenverantwortung verfällt die Moral und es entsteht eine gesellschaftliche Abwärtsspirale.

Medien

Die Funktion der Medien als ‚vierte Gewalt‘ eines demokratischen Systems sollte die wahrheitsgemäße Information der Bürger sein, die Verbreitung von Informationen und Wissen. Klar erkennbar sollte sein, was Fakten und was Meinungen sind. Dies gilt auch für politisches ‚Product Placement‘ in Filmen.

Praktiken wie Propaganda, Framing, Cancel Culture und andere Unterdrückungs- und Einschüchterungsmethoden sind Merkmale totalitärer oder faschistischer Systeme und haben in freien Gesellschaften nichts zu suchen. Der Staat sollte sich insofern auch im Bereich Medien weitestgehend zurückhalten.

Zusammenfassend lässt sich folgendes feststellen:

Rein ökonomisch steht außer Frage, dass die freie Marktwirtschaft mit einem möglichst geringen Staatsanteil die mit Abstand besten Ergebnisse liefert – und zwar unter dem Strich für ausnahmslos alle Menschen, auch wenn es – allerdings nicht zu beanstandende – große Unterschiede bei Einkommen und Vermögen gibt.

Für Menschen, die eigenverantwortlich und selbstbestimmt in Freiheit leben möchten und in christlicher Tradition frei von Neidgefühlen sind, sind Einkommens- und Vermögensunterschiede in einer durchlässigen Gesellschaft, die allen Willigen bestmögliche Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bietet, Ansporn und Motivation – und nichts Anstößiges.

Insbesondere dann, wenn die gesellschaftliche Ethik den Vermögenden vorgibt, sich freiwillig um die sozial Schwächeren zu kümmern.

Verantwortungsethik ist auch das Stichwort, wenn es um den Erhalt der Umwelt geht. Nur an den Stellen, an denen die Menschen unverantwortlich agieren, muss der Staat dafür sorgen, dass die Verursacher die Kosten tragen und diese nicht sozialisiert werden.

Für die Setzung eines entsprechenden Ordnungsrahmens ist die Politik verantwortlich.

Der Staat sollte immer von ‚den Besten‘ regiert werden. Um das zu erreichen, muss für Abgeordnete und Politiker ein geeignetes Auswahlsystem gefunden und Fehlanreize vermieden werden. Je schlanker der Staat, desto geringer sind die Schäden, die er anrichten kann.

Zur Freiheit gehören auch freie Meinungsäußerung und freie Medien, die der Wahrheit verpflichtet sind, und nicht dem Staat.

Die ethischen Werte der Menschen spielen in allen vorgenannten Bereichen für die Zielerreichung eine entscheidende Rolle. Die christlich-jüdische Ethik sowie bewährte bürgerliche Traditionen und Tugenden stellen eine sehr gute Grundlage für eine freie Gesellschaft dar. Damit diese Werte auch den nächsten Generationen vermittelt werden können, sind intakte Familienstrukturen und ein effizientes Bildungs- und Erziehungswesen von elementarer Bedeutung.

https://www.theeuropean.de/markus-ross/corona-als-lueckenbuesser/

 

 

 

Schwarzer Schwan trifft Zombie

Ein „Schwarzer Schwan“ namens ‚Coronavirus‘ hält seit Wochen die Welt in Atem.

Schwarze Schwäne nennt man überraschend eintretende Ereignisse, die sehr große Auswirkungen haben können, wie zum Beispiel Vulkanausbrüche, Erdbeben, Kriege oder Revolutionen. Schwarze Schwäne kommen selten vor, sind jedoch nicht gänzlich unwahrscheinlich und insofern sollte man sie immer ‚im Hinterkopf‘ behalten.

 

Die Folgen der Corona-Pandemie sind schon jetzt gewaltig, auch wenn die Pandemie gerade erst in Europa und USA ankommt. Die Wirtschaft hat weltweit einen empfindlichen Dämpfer erhalten und die Börsen brechen kräftig ein. Billionen an Vermögenswerten lösen sich durch die Kursverluste in Luft auf.

 

Die besondere Gefahr für die reale Wirtschaft und die Banken ist jedoch, dass viele ohnehin schon seit Jahren angeschlagene Firmen, die nur durch die staatlich verordneten Niedrigzinsen am Leben erhalten werden – sogenannte ‚Zombieunternehmen‘ – jetzt Pleite gehen und die ohnehin kränkelnden Bankbilanzen weiter belasten, was eine Kettenreaktion auslösen könnte.

 

Da die Staaten das vermutlich um jeden Preis vermeiden wollen und dazu noch mehr Geld der Steuerzahler einsetzen werden, wird das die Bürger sehr viel Geld kosten. Die gesamten deutschen Staatsschulden, die sich einschließlich der impliziten Verschuldung schon jetzt auf über 220 Prozent des Bruttosozialprodukts belaufen, werden weiter steigen – und das Problem wird durch die Rettungsmaßnahmen leider auch dieses Mal wieder nicht gelöst werden, sondern nur verschoben und erheblich vergrößert.

 

Eine ebenso große Gefahr liegt jedoch darin, dass die deutsche Regierung die Chance beim Schopf ergreift und den Coronavirus quasi als Rechtfertigung für einige „Ermächtigungsgesetze“ nutzt, um ihre Sozialisierungspolitik weiter zu verstärken. Schon ist von Verstaatlichungen die Rede, und man darf gewiss sein, dass von unserer ‚Großen Koalition‘ weitere sozialistische Ideen folgen werden.

 

Leider sind nicht nur unsere Gesundheit und unser Geld in Gefahr, sondern auch unsere Freiheit und unsere Bürgerrechte.

Monopoly mit gezinkten Würfeln – Das staatliche Geldmonopol und seine Folgen

Gutes Geld ist die Basis unseres Wohlstands: Unsere Wirtschaft basiert auf Arbeitsteilung und Tauschhandel und all das basiert wiederum auf Vertrauen. Wenn das Vertrauen verloren geht, wird die Wirtschaftstätigkeit stark beeinträchtigt und es kommt zu erheblichen Reibungsverlusten.

Der Tausch ist die fundamentalste soziale Beziehung und der ‚Markt‘ ist der Dreh- und Angelpunkt einer Wirtschaft.

Auf einem ‚Markt‘ können Arbeitsleistungen und Güter sowie Dienstleistungen nur dann effizient getauscht werden, wenn es ein verlässliches und von allen Marktteilnehmern akzeptiertes Tauschmedium gibt. Aus diesem Bedürfnis der Marktteilnehmer entwickelte sich vor Tausenden von Jahren das „Geld“. Als Geld geeignet sind Waren, die leicht zu transportieren, haltbar und nicht beliebig vermehrbar oder reproduzierbar sind.

 

Über Jahrtausende fungierten daher überwiegend werthaltige Gold- und Silbermünzen als Geld. Die Handelspartner vertrauten auf die Werthaltigkeit der Münzen im Tausch gegen die von ihnen selbst angebotenen Waren. Da Gold und Silber nicht an ein Land gebunden sind, konnte damals sogar schon internationaler Handel sehr gut abgewickelt werden.

 

Betrogen wurde aber schon immer gern – insbesondere von den Regierenden, die sich irgendwann die Münzprägerechte hoheitlich gesichert hatten und dann regelmäßig beim Edelmetallgehalt der Münzen ‚schummelten‘.

Der ganz große Betrug wurde möglich als das Papiergeld aufkam und sich die Regierenden gleich auch ein „Geldmonopol“ sicherten, indem sie das von ihnen selbst herausgegebene und in Umlauf gebrachte Geld zum einzig zulässigen gesetzlichen Zahlungsmittel erklärten (‚legal tender‘). Auf diese Weise konnte man den Bürgern das eigene Geld aufzwingen, das die Herrschenden im Anschluss beliebig entwerten konnten.

 

Der Druck einer 500 Euro Note kostet fast nichts; problematisch wird es nur dann, wenn das Geld so weit entwertet ist, dass der Druck fast so viel kostet wie die frisch erzeugten 500,– Euro. Das gelang z.B. den Deutschen in der Weimarer Republik, als die Druckkosten zum Schluss etwa ein Drittel des Wertes des bedruckten Papiers ausmachten – und das bei Scheinen im Nominalwert von 100 Billionen Mark.

Im Jahr der Hyperinflation 1923 arbeiteten bis zu 133 Fremdfirmen mit fast 2000 Druckmaschinen Tag und Nacht für die Reichsdruckerei, um die Menschen jeden Tag mit frischem Papiergeld zu versorgen, das immer schon am selben Tag einen großen Teil seines Wertes wieder einbüßte. 30 Papierfabriken stellten das dafür erforderliche Banknotenpapier her. 30.000 Menschen und zahllose Lastwagen waren mit dem Druck und Transport der Scheine beschäftigt – es war eine immense Verschwendung von Ressourcen.

Das sollte im Übrigen auch denjenigen Umweltschützern zu denken geben, die gerade mit ihren „Green New Deals“ Tausende von Milliarden frisches Geld in Umlauf bringen möchten, um die Welt zu retten.

 

Es ist kein Geheimnis, dass fast alle Zentralbanken der Welt auch heute schon wieder in großem Stil „Geld drucken“.

Was aber bedeutet dieses Gelddrucken für den normalen Bürger?

Den meisten scheint das nicht klar zu sein, denn sonst würden sie das böse Spiel nicht in aller Ruhe mit sich spielen lassen. Es ist nämlich keineswegs so, dass dieses Gelddrucken am Vermögen der Bürger spurlos vorüber geht.

 

Was das für den einzelnen Bürger bedeutet, kann man an einem einfachen Beispiel deutlich machen: Jeder hat vermutlich schon mal Monopoly gespielt.

Da bekommt jeder Spieler am Anfang eine genau bestimmte Menge Geld und kann damit Straßen kaufen, darauf wiederum Häuser und Hotels bauen und dafür Miete bei den Mitspielern kassieren.

Wenn man nicht genug Geld hat, kann man keine Straßen kaufen und die können von den Mitspielern weggeschnappt werden.

Wer die meisten Straßen und Häuser hat, verdient auch das meiste Geld.

Wer kein Geld mehr hat, scheidet vorzeitig aus.

Und wer am Ende am meisten Geld hat, gewinnt.

 

Fair ist das Spiel nur, wenn alle Spieler am Anfang des Spiels denselben Betrag an Geld erhalten und alle sich an die Regeln halten.

 

Man stelle sich jetzt vor, dass einer der Spieler sich das Recht nimmt, für sich selbst beliebig viel Geld frisch zu ‚drucken‘ beziehungsweise sich aus der Kasse der Bank so viel zu nehmen wie er möchte. Dieser ‚legale‘ Gelddrucker, Dieb oder Geldfälscher kann sich alles leisten, kann jeden Preis bezahlen und wird nie Pleite gehen.

Wer wird wohl gewinnen, wer verlieren?

 

Am Ende werden die ehrlichen Spieler Pleite sein, sie werden mit Sicherheit die Verlierer sein. Im richtigen Leben sind das die normalen Bürger.

Ein solch böses Spiel läuft so lange, wie es sich die Mitspieler gefallen lassen.

Beim Monopoly würden es sich die anderen Spieler von Anfang an nicht gefallen lassen, warum lassen sie es sich ‚im richtigen Leben‘ gefallen?

 

Die Antwort ist: Weil die meisten Bürger im richtigen Leben nicht merken oder merken wollen, welches Spiel der Staat spielt – obwohl es genau auf dasselbe herausläuft: der Bürger verliert, weil er schamlos betrogen wird.

 

Die meisten Bürger merken das nicht, weil die Regierungen die Wahrheit sehr gut verschleiern und die Zusammenhänge immer bewusst sehr abstrakt und unverständlich darstellen. Wer bezieht schon abstrakte Begriffe wie „Geldmenge“, “Bruttosozialprodukt“, „Beschäftigung“, „Außenhandelsüberschuss“ oder „Leistungsbilanzdefizit“ auf seine ganz persönliche Situation?

 

Jetzt zurück zur Realität

Keiner von uns darf Geld drucken. Das darf nur der Staat, der sich mit seinem Geldmonopol das Recht auf die Manipulation des Geldwertes, quasi das ‚Geldfälschen‘, gesichert und es allen anderen strikt verboten hat.

Damit stehen alle Bürger als die Verlierer des rasanten Gelddruckens fest.

Das frische Geld haben nämlich immer zuerst andere in der Hand und können damit munter einkaufen gehen, was auch immer sie sich wünschen. Erst nach einer gewissen Zeit, wenn überhaupt, kommt das ‚zusätzliche‘ Geld auch beim normalen Bürger an. In der Zeit sind die Preise allerdings durch das fröhliche Einkaufen der anderen schon kräftig gestiegen (der ‚Cantillon-Effekt‘). Und dieses Spiel läuft tagtäglich so ab…

Im richtigen Leben ist die Situation mit dem Geld deutlich abstrakter als beim Monopoly-Spiel, letztlich läuft es aber auf dasselbe raus.

Für den geplagten Bürger spielt es unter‘m Strich keine Rolle, ob der Staat das Geld fälscht beziehungsweise entwertet oder vielleicht der Nachbar.

 

 

Wenn eine Familie konstant mehr ausgibt als sie einnimmt, nimmt das Vermögen ab. Bei einem ganzen Land ist es logischerweise nicht anders. Und nichts anderes wird auch in unserem Land seit Jahren praktiziert.

 

Wie aktuelle Zahlen belegen, beläuft sich die deutsche Staatsverschuldung einschließlich der „impliziten Verschuldung“ in Höhe von 5,6 Billionen Euro, inzwischen auf über 220% der jährlichen Wirtschaftsleistung (die offizielle Staatsverschuldung liegt bei ‚nur‘ 60%). Die implizite Verschuldung ist eine ‚heimliche‘, verschleierte Verschuldung, die sich aus zukünftigen Leistungsversprechen wie Grundrente, Mütterrente etc. zusammensetzt. Sie wird in den normalen Statistiken nicht erfasst – belastet aber die zukünftigen Generationen.

 

Es wird Zeit, dass die Bürger aufwachen und dem Gelddruck- und Schuldenwahnsinn ein Ende bereiten.

Volkswirtschaftslehre für Einsteiger – Teil 1

Teil 1

In dieser Artikelserie in drei Folgen geht es darum, Schülern, jungen Menschen und Erwachsenen, die sich noch nicht mit dem Thema ‚Wie funktioniert unsere Wirtschaft und wo kommt unser Wohlstand her‘ beschäftigt haben, einen leichten Einstieg in das Thema zu verschaffen und ein Grundwissen zu vermitteln. Hierfür bedarf es keiner mathematischen Formeln und es muss nichts auswendig gelernt werden. Es geht allein darum, bestimmte grundlegende Zusammenhänge des menschlichen Handelns zu verstehen. Geschichtliche Kenntnisse, zum Beispiel zur Herkunft des Geldes, helfen beim Verständnis.

Themen

Markt und Arbeitsteilung
Der Unternehmer
Sparen und Investieren
Produktion
Kapital
Arbeitsmarkt und Löhne
Arbeitslosigkeit

Seit der Industriellen Revolution, die Ende des 18. Jahrhunderts begann, leben wir im Industriezeitalter. Das Agrarzeitalter, in dem 80 bis 90 Prozent aller Menschen im Bereich Landwirtschaft gearbeitet hatten, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, war beendet. Ein großer Wohlstandsanstieg begann und die verbesserten Produktionsbedingungen ermöglichten auch einen enormen Anstieg der Weltbevölkerung. Ob das gut oder negativ ist, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Markt und Arbeitsteilung

Wir betrachten nachfolgend einige Segmente des ökonomischen menschlichen Handels genauer, um die wirtschaftlichen Zusammenhänge besser verstehen zu können und Lösungsansätze zu entwickeln zur Bewältigung und zur Vermeidung von Krisen.

Schon in der Kleinfamilie beziehungsweise der Kleingruppe der Jäger- und Sammlerzeit kam es zu Arbeitsteilung, da ein Mensch allein aus eigener Kraft kaum in der Lage ist, alle seine Bedürfnisse zu befriedigen. Der eine jagte, der andere sammelte Beeren, wieder andere kümmerten sich um die Familie und andere Dinge – es wurden mithin ‚Waren‘ und ‚Leistungen‘ getauscht. Die Tauschbeziehung gilt insofern als die grundlegendste Form sozialen Austauschs. Sie findet, wie bereits eingangs erwähnt, an einem wie auch immer gearteten ‚Markt‘ statt, an dem Güter und Leistungen entweder direkt gegeneinander getauscht werden oder über den Umweg von ‚Geld‘. Märkte können lokal, regional oder international sein. Silber- und Goldmünzen wurden zum Beispiel schon immer über Landesgrenzen hinweg akzeptiert als werthaltiges, allseits gültiges Zahlungsmittel.
Der Markt ist der Dreh- und Angelpunkt allen wirtschaftlichen Handelns, zu dem im zeitlichen Ablauf Produktion, Vertrieb beziehungsweise Verteilung und Konsum gehören.

Bei einem Tausch am Markt werden letztlich immer Güter und Leistungen gegeneinander getauscht, wenn auch heute in der Regel über den Umweg über Geld, das ‚zwischengeschaltet‘ wird, um die Abwicklung zu erleichtern.
Auf einem Markt wird immer ‚Positiver Nutzen‘ (Vorteile) gegen ‚Negativen Nutzen‘ (Nachteile) getauscht. Man erhält eine Ware (Vorteil) im Tausch gegen ein anderes Gut (Nachteil), das man weg gibt. Das kann auch Geld sein.
Beim Arbeiten tauscht man Freizeit gegen Lohn, der in Geld ausbezahlt wird. Dieses Geld benutzt man dann um die Miete zu bezahlen (das Gut ‚Wohnen‘), Essen, Kleidung, Auto, Konsumgüter. Das sind alles Dinge, die einen ‚Wert‘ haben, sogenannte ‚ökonomische Güter‘, die nicht frei erhältlich sind, wie zum Beispiel Luft oder Meerwasser. Was die einzelnen Güter und Dienstleistungen wert sind, hängt von den subjektiven Empfindungen und Entscheidungen der Marktteilnehmer ab, die sich letztlich bei einem ‚Marktpreis‘ zusammenfinden. Es gibt keinen dauerhaft festen Wert von Gütern und Leistungen. Alles ist im Fluss. Wenn sich der Geschmack der Leute ändert oder es technologische Neuerungen gibt, verlieren einstmals begehrte Güter schnell an Wert. Seitdem es Smartphones gibt, interessiert sich kaum noch jemand für andere Mobiltelefone, DVDs waren der Untergang der Videokassetten, CDs brachten die Nachfrage nach Schallplatten fast komplett zum Erliegen.
In der Wüste auf der anderen Seite würde ein Verdurstender einem anderen für einen Schluck Wasser Millionen in Diamanten geben.

Schon im Alten Griechenland beschäftigte sich der berühmte Philosoph und Naturforscher Aristoteles (385 – 383 vor Christus) mit dem Wert von Gütern und unterschied zum Beispiel den ‚Gebrauchswert‘ vom ‚Tauschwert‘. Der Gebrauchswert einer Sache beschreibt den Nutzwert für einen Anwender, also zum Beispiel einer Nadel für eine Näherin oder von Hammer und Säge für einen Schreiner; der Tauschwert dagegen ist das, was man für ein bestimmtes Gut zu einem bestimmten Zeitpunkt als Gegenwert erhält. Beide Werte ändern sich über die Zeit, für eine wirtschaftliche Betrachtung ist aber an sich nur der Tauschwert relevant. Untauglich für eine realistische Bewertung von Gütern ist zum Beispiel die Frage, wie viel Arbeit erforderlich ist, um ein bestimmtes Gut zu produzieren oder wie viel Arbeit der Einsatz dieses Gutes dem Anwender erspart.

Als „Gut“ definiert man etwas, das knapp ist, das in Besitz genommen werden kann, das zum Erreichen eines Ziels eingesetzt werden kann und einen Wert hat.
Kein ‚Gut‘ in diesem Sinne sind z.B. die Luft in der Umwelt, Regenwasser, Meerwasser.
Man unterscheidet auch zwischen ‚privaten Gütern‘ und ‚öffentlichen Gütern‘. Ein öffentliches Gut ist zum Beispiel ein ‚Leuchtturm‘, den jeder Kapitän eines vorbeifahrenden Schiffs nutzen kann, ohne dafür bezahlen zu müssen. Nicht jedes ‚öffentliche‘ Gut muss allerdings zwingend vom Staat bereitgestellt werden müsste; private ‚Gönner‘ und Philanthropen könnten dazu durchaus auch bereit sein.

„Ein Ding wird zum Mittel, indem menschliches Denken es zur Erreichung eines Zweckes einzusetzen plant und menschliches Handeln es zur Erreichung eines Zweckes einsetzt.“
Ludwig von Mises

Wenn der Preis, der Wert eines Gutes, von einer Regierung willkürlich festgesetzt wird (abweichend vom dem Preis, der sich über Angebot und Nachfrage ‚am Markt‘ bilden würde), kommt es zu erheblichen Fehlentwicklungen: wenn der Staat, das heißt die Regierung oder Planungsbehörde, die Preise zu niedrig ansetzt, kaufen die Konsumenten möglichst viel davon und mehr als sie normalerweise benötigen, was schnell dazu führt, dass die Regale ausgeräumt sind und einige Menschen leer ausgehen. Wenn die Preise zu hoch angesetzt werden, weichen die Kunden wenn möglich auf andere vergleichbare Waren aus; die zu teure Ware bleibt ungenutzt liegen, Kapital, das an anderer Stelle benötigt wird, bleibt ungenutzt.
(es gab zum Beispiel mal die Situation, dass eine Regierung die Preise für Brot so niedrig ansetzte, dass die Menschen das Brot kauften und an ihre Tiere verfütterten, eine riesige Verschwendung von Ressourcen).

Staatliche Eingriffe in die Preisentwicklung – seien es Mindestlöhne, Mietpreisdeckelung oder Höchstpreise für Waren – führen in der Regel bald zu Ausweichbewegungen. Wenn Preise zu niedrig angesetzt werden, werden Produzenten die entsprechenden Waren nicht mehr zu diesen Preisen anbieten, es entstehen ‚Schwarzmärkte‘, an denen die Preisvorgaben umgangen werden. Auch wenn der Staat in die Preise zu stark mittels Steuern und Abgaben eingrifft, kommt es zu entsprechenden Ausweichbewegungen. Im Bereich der Löhne zum Beispiel kommt es dann vermehrt zu Schwarzarbeit, es entsteht eine ‚Schattenwirtschaft‘. Die Realität lässt sich eben nicht unbegrenzt ‚verbiegen‘, die Menschen suchen immer nach Ventilen für ihre Frustration oder zur Abwehr von Maßnahmen, die sie für unbillig halten.

Wer die Wirtschaft versklavt und reglementiert, versklavt letztlich die Menschen. Wenn die Produktion und der Handel in den Händen der Regierung liegt und die Bürokraten über alle Zuteilungen von Waren entscheiden, herrscht eine ökonomische Diktatur.

Ein freier Markt, in dem nur Angebot und Nachfrage freier Wirtschaftssubjekte zählt, bestätigt dagegen die Souveränität der Bevölkerung und gilt somit als einer der wichtigsten Bausteine einer Gesellschaftsform zum Schutz der Freiheitsrechte ihrer Bürger.

Der Unternehmer und die Produktion

Der Konsument ist am freien Markt zwar souverän in seiner Kaufentscheidung und seine subjektive Wertzumessung ist bei der Preisbildung ein wesentlicher Faktor. Die wichtigste Funktion hat in einer freien Wirtschaft jedoch der Unternehmer, der die Güter bereitstellt, von denen er glaubt, dass sie am Markt zu Preisen nachgefragt werden, die ihm bei einem Verkauf einen Gewinn versprechen. Nur was vorher produziert wurde, steht für den Konsum und zur Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung.
Der Unternehmer muss überlegen und abschätzen, welche Güter von den Konsumenten am Markt zu welchen Preisen nachgefragt werden und welche dieser Güter er produzieren soll und kann. Dazu muss er berechnen, mit welchen Techniken und mit welchen Rohstoffen und unter Einsatz von welcher Menge an Arbeitszeit und zu welchen Gesamtkosten er die Güter produzieren kann, weiterhin wie und mit welchem Aufwand er die Güter an die Verkaufsstellen transportieren kann. Diese erwarteten Gesamtkosten muss er abgleichen mit dem zu erwartenden Verkaufserlös. Es handelt sich in allen Bereichen um ‚Erwartungen‘, da sich alles in der Zukunft abspielt und insofern Unsicherheit besteht – und damit einhergehend um Risiken.

„Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“
Mark Twain

Viele Unternehmer treffen die falschen Entscheidungen und gehen pleite, oder haben schlichtweg Pech, wie zum Beispiel beim Auftreten sogenannter „Schwarzer Schwäne“. So nennt man außergewöhnliche Ereignisse, die die Welt schlagartig verändern – wie im Jahr 2020 die Corona-Krise und der mit ihr verbundene Lockdown, der zum Beispiel ein großes und lange Jahre erfolgreiches Unternehmen wie die Lufthansa von einem auf den anderen Tag an den Rand des Ruins getrieben hat.

Um ein eigenes Unternehmen erfolgreich aufzubauen, zu führen und langfristig am Leben zu erhalten, muss der Unternehmer über das notwendige ‚Handwerkszeug‘ verfügen, wirtschaftliche Kenntnisse haben, über viel Erfahrung in seiner Branche verfügen, den Markt ständig beobachten, die Zukunft richtig einschätzen – und darauf basierend die Weichen in seiner Firma überwiegend richtig stellen.
Zu den notwendigen Kenntnissen gehören auch wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten, wie zum Beispiel das ‚Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen‘, das besagt, dass der Wert einer Sache von der Knappheit eines Gutes in Relation zur Nachfrage abhängt. Um bei dem Beispiel vom Wasser in der Wüste zu bleiben: wenn ein ganzer Tankwagen durch die Wüste rollt und Wasser nicht knapp ist, wird keiner Millionen für einen Schluck Wasser bezahlen. Und das zehnte Auto gleichzeitig bringt im Vergleich zum ersten Auto nur noch wenig zusätzlichen Nutzen für eine Familie.
Ein weiteres Gesetz ist Ricardos ‚Gesetz der komparativen Kosten‘, das besagt, dass es für ein Land sinnvoll ist, primär die Güter zu produzieren, bei denen es die vergleichsweise kleinsten Produktionskostennachteile hat beziehungsweise die größten komparativen Kostenvorteile. Der positive Wohlstandseffekt des Außenhandels liegt darin, dass andere Länder bestimmte Waren vergleichsweise günstiger produzieren können. Selbst wenn ein Land ALLE Güter günstiger produzieren kann als ein anderes Land, ist es sinnvoll, dass das teurer produzierende Land vor allen Dingen die Güter produziert, bei denen es die geringsten Nachteile hat und diese dann in das andere Land exportiert, das sich aus der Produktion dieser Güter mehr und mehr zurückzieht. Dieses Gesetz ist ein wesentliches Argument für den freien Handel in der Welt. Vom freien Welthandel profitieren alle – so lange er zu fairen Bedingungen abläuft.
Auch das ‚Gesetz abnehmender Renditen‘ oder „Ertragsgesetz“ ist wichtig. Es besagt, dass ab einem bestimmten Punkt der zusätzliche Einsatz eines Produktionsfaktors keinen oder nur noch einen geringen positiven Effekt hat, wenn nicht gleichzeitig auch der Einsatz aller anderen Produktionsfaktoren im gleichen Verhältnis gesteigert werden kann. Das kann zum Beispiel zusätzlicher Dünger auf einem Feld sein oder mehr Arbeitskräfte, die an einer bestimmten Anzahl von Maschinen arbeiten.

Ein Unternehmer kann nur wirtschaftlich überleben, wenn er Gewinne macht. Um das unternehmerische Risiko der Verluste zu rechtfertigen im Vergleich zu einer risikolosen Anstellung bei einer anderen Firma, muss der erwartete Gewinn oder Unternehmerlohn deutlich höher sein als das Gehalt bei einer risikolosen Festanstellung. Oft genug und vor allen Dingen in der Summe über alle Unternehmen eines Landes ist das jedoch nicht der Fall.
An dieser Stelle ist anzumerken, dass angestellte Vorstände und Geschäftsführer von großen Unternehmen KEINE Unternehmer sind, selbst nur wenige Risiken tragen – und heutzutage dennoch oftmals fürstlich entlohnt werden.

Der ganze ökonomische Prozess dreht sich letztlich um das Thema Produktion. Wenn die Produktion in der Hand privater Unternehmer liegt, können diese große Gewinne machen – wenn sie die richtigen Entscheidungen treffen und keine großen Krisen oder unerwartete Ereignisse ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn sie aber Fehlentscheidungen treffen oder Pech haben, werden sie schnell zum Opfer und verlieren ihr Geld. Der Gewinn ist die Entschädigung für das hohe Risiko, das der Unternehmer trägt.
Der Konsument auf der anderen Seite trägt keine Risiken und verliert nicht, wenn der Unternehmer verliert.

Eine Ware entsteht im Rahmen eines Produktionsprozesses unter Einsatz von Arbeitszeit, Rohmaterialien, Maschinen und Technologie. Der Produktionsprozess ist ein ‚negativer Nutzen‘ bezogen auf die geistige und körperliche Anstrengung, die in die Produktion der Ware einfließt und bezüglich des Einsatzes von Kapital für die Maschinen und zum Beispiel auch deren Abnutzung. Beim Produktionsprozess wird eine Idee in die Tat umgesetzt, ein Ziel realisiert: nämlich die Erstellung einer Ware. Der Produzent bezahlt für Arbeit und Kapital und erhält am Ende eines erfolgreichen Produktionsprozesses die Ware, die er dann am Markt verkaufen kann. Der erhoffte Gewinn beim Verkauf der Ware ist die Vergütung des Unternehmers und die Kompensation für das hohe Risiko, das der Unternehmer eingeht.

Die Produktion einer Ware oder einer Dienstleistung ist ein kreativer Schöpfungs- und Gestaltungsprozess. Der Unternehmer setzte eine Idee beziehungsweise einen Plan in die Realität um. Das Ziel ist die Erschaffung eines Produkts oder einer Dienstleistung.
‚Zeit ist Geld‘ sagt man. Für einen Unternehmer ist der Zeitfaktor sehr wichtig. Produktion ist insofern ein Wettlauf mit der Zeit als in dem Produktionsprozess viel Kapital gebunden ist, das finanziert und bezahlt werden muss. Eine Investition in Maschinen und Gebäude rechnet sich in der Regel nur, wenn alle Maschinen über den geplanten Amortisationszeitraum im Einsatz sind und nicht neue Technologien die Planung über den Haufen werfen. Weiterhin besteht das Risiko, dass sich über die Zeit der Geschmack der Konsumenten ändert, neue Produktionstechniken es den Wettbewerbern ermöglichen, die Waren viel günstiger zu produzieren oder bestimmte wichtige Rohstoffe nicht mehr verfügbar sind oder nur zu viel höheren Preisen als kalkuliert.
Wie wir auch an dieser Stelle sehen, sind die Marktpreise ein entscheidender Faktor für Erfolg und Misserfolg.

Unternehmerisches Risiko ist unvermeidbar, da sich die Zukunft auch mit den ausgefeiltesten Computermodellen nicht berechnen lässt. Das gilt sowohl für den privaten Unternehmer als auch für staatliche Zentralplanungsbehörden. Was ein erfahrener Unternehmer nicht absehen kann, kann auch keine staatliche Planungsbehörde vorhersehen. Wenn bei einer Planwirtschaft der Staat das unternehmerische Risiko trägt, geht dies im Zweifelsfall zu Lasten der Bürger und Steuerzahler. Die Ergebnisse der Zentralplanung in der Sowjetunion und der DDR belegen das zweifelsfrei.
(Die Millionen von Seiten Papier, die für die Planung bedruckt werden und die von einem Heer von Bürokraten zusammengestellt werden, haben sich in aller Regel als vollkommen nutzlos erwiesen).

Sparen und Investieren

Die Ersparnis ist der Schlüssel zu einem gesunden Wirtschaftswachstum und zu einer Erhöhung der zukünftigen Güterproduktion. Ersparnis ist der Teil der Produktion, der nicht konsumiert wird und für Investitionen zur Verfügung steht. Investitionen in Fabriken, Maschinen, Häuser, in die Anstellung zusätzlicher Arbeiter, mit dem Ziel der Erhöhung der Produktion. Erhöhte Produktion, das heißt ein höheres Güterangebot, wird tendenziell zu einer Senkung der Lebenshaltungskosten führen (unter normalen Umständen und einem gesunden Geldsystem tendieren die Preise dazu, zu fallen). Das Geld, das investiert wird, kann bei einem nicht manipulierten Geldsystem nur aus der Ersparnis an anderer Stelle kommen. Ein Sparer will mit dem ersparten Geld normalerweise eine Rendite erwirtschaften (Zinsen, Immobilien, Aktien, Anleihen…) und wird es nicht unter der Matratze horten. Das ersparte Geld steht über Banken oder den Kapitalmarkt (Aktien, Anleihen) Unternehmern zur Finanzierung oder Ausweitung ihrer produktiven Unternehmungen zur Verfügung.
Ersparnis und Investition sind zwei Seiten derselben Medaille und die wesentlichen Faktoren, die in der Zukunft eine Ausweitung der Produktion, ein erhöhtes Güterangebot, mehr Arbeitsplätze und ein Sinken der Güterpreise ermöglichen.
Die Auflösung von Ersparnissen für Konsumausgaben hingegen führt dazu, dass die Produktion stagniert, der Kapitalstock aufgebraucht wird und die Preise steigen. Dadurch sinkt die Kaufkraft der breiten Masse, die Wirtschaft schwächelt und es kommt zu Massenarbeitslosigkeit.

Gemäß Keynes haben staatliche Investitionen dieselbe positive Wirkung wie Investitionen privater Unternehmer. Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass bei staatlichen Unternehmungen horrende Summen verschleudert werden. Private Unternehmer treffen selbstverständlich auch gelegentlich Fehlentscheidungen, aber prozentual deutlich weniger und meistens auch mit weniger Geld. Mit ‚OPM‘ (Other People’s Money) wird eben immer liederlicher umgegangen als mit dem eigenen.
Es ist erwiesen, dass Unternehmer eine bessere Einschätzung der zukünftigen Entwicklung und Investitionsmöglichkeiten haben als Ökonomen und schon gar staatliche Bürokraten. Die Frage, wer der bessere Unternehmer ist, der zentralplanerische Staat oder der freie Unternehmer, wird seit hunderten von Jahren jeden Tag aufs Neue beantwortet: die Privaten.

Die ‚Klassiker‘ und die ‚Österreicher‘ haben die wichtige Funktion der Ersparnis für das Wachstum der Wirtschaft erkannt.
Die Anhänger des Keynesianismus halten jedoch nichts vom Sparen, sondern möchten, dass möglichst viel Geld ausgegeben wird.

Kapital

Kapital entsteht durch Ersparnis, das heißt echtem Konsumverzicht, und Investitionen. Diese bilden Schritt für Schritt den ‚Kapitalstock‘ eines Landes, die Produktionskapazitäten. Je besser diese Kapazitäten ausgestattet sind und je mehr es davon gibt, desto mehr kann ein Land mit einer bestimmten Zahl von Arbeitskräften an Gütern und Leistungen produzieren.
Zur Umsetzung seiner Pläne benötigt der Unternehmer einerseits Ideen und Mut, vor allem aber Kapital. Mit dem Kapital, das entweder aus eigenen Quellen stammt oder von einem Kapitalgeber bereitgestellt wird, finanziert er die Maschinen, Büros, Fabriken, Rohmaterialien und die Arbeitskräfte, die er zur Produktion benötigt. Der Unternehmer und der Kapitalgeber teilen sich das unternehmerische Verlustrisiko. Als Lohn für die Übernahme des Risikos erhält der Kapitalgeber entweder Zinsen oder Dividenden und der Unternehmer erhält im Erfolgsfall seinen Unternehmerlohn, der zum Teil auch aus Dividenden bestehen kann.

Arbeitsmarkt und Löhne

Der zweite Produktionsfaktor neben dem Kapital ist die Arbeit.
Beim Thema Arbeitsmarkt geht es in den unterschiedlichen Wirtschaftstheorien vorrangig um das Thema Arbeitslosigkeit, wie diese zu erklären ist und welches die richtigen Schritte sind, um Arbeitslosigkeit zu beseitigen. (Unfreiwillige) Arbeitslosigkeit ist zum einen eine riesige Ressourcenverschwendung und zum anderen auch sozial und menschlich sehr kritisch. Insofern ist das Ziel ‚Vollbeschäftigung‘ grundsätzlich durchaus sinnvoll (man sollte es nur nicht ‚zu jedem Preis‘ anstreben).

Die Klassiker gehen davon aus, dass sich an einem freien Markt die Löhne, der Preis der Arbeit bzw. die Vergütung für den Verzicht auf Freizeit, auch über Angebot und Nachfrage zu einem ‚Gleichgewichtspreis‘ herausbilden, an dem Vollbeschäftigung herrscht. Die ‚unsichtbare Hand‘ des Wettbewerbs würde zu optimalen Allokationsergebnissen führen und Angebot und Nachfrage bei einem optimalen Lohn ins Gleichgewicht bringen.
Hier stellt sich aber leider das Problem, dass der Arbeitsmarkt in den wenigsten Ländern ‚frei‘ ist. Über Mindestlöhne, Tarifverträge u.v.a.m. greift der Staat in die Preisbildung ein, die Marktteilnehmer können insofern nicht frei über die Löhne entscheiden. Darüber hinaus verteuert der Staat die Löhne noch in erheblichem Maß über Sozialabgaben und Auflagen. Fakt ist, dass die Löhne heutzutage kaum sinken können, auch wenn Arbeitslose bereit wären, zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten. Das ist aber kein Fehler des Marktes oder der klassischen oder liberalen Theorie und bedeutet nicht, dass die Annahme falsch ist, dass der Arbeitsmarkt über Lohnanpassungen zu einem Vollbeschäftigungsgleichgewicht tendieren würde.

Das freie Spiel der Kräfte würde auch nicht unbedingt bedeuten, dass es den ‚mächtigen‘ Arbeitgebern gelänge, die Löhne immer weiter zu drücken. Gerade heute in Zeiten von Internet und Transparenz können Arbeitnehmer leicht feststellen, welche Löhne in bestimmten Branchen oder Regionen bezahlt werden – und können den Arbeitsplatz wechseln, wenn der eigene Arbeitgeber weniger bezahlt. Und auch die Existenz von Arbeitnehmervereinigungen, Gewerkschaften, wird dafür sorgen, dass Arbeitnehmerrechte nicht unterdrückt werden.

An dem Punkt Arbeitslosigkeit aufgrund starrer Löhne setzt die ‚keynesianische‘ Theorie an. Keynes erkannte bei dem Wirtschaftseinbruch nach dem Ersten Weltkrieg, dass es kaum gelingen würde, die Löhne gegen die Macht der Gewerkschaften zu senken. Das wäre aber erforderlich gewesen, um vielen der Arbeitslosen wieder zu einer Beschäftigung zu verhelfen. Die Arbeitslosigkeit war sehr hoch und da es damals noch nicht so viele Versicherungen und Schutzschirme gab, war das wirtschaftlich für viele Familien sehr schlimm. Keynes wollte die Gewerkschaften dadurch ‚austricksen‘, dass er über Inflation, das heißt Geldentwertung, die Reallöhne absenkt – bei ansonsten gleichen Nominallöhnen. Und darauf mehr oder weniger baut letztlich seine ganze Wirtschaftstheorie auf. Argumentativ geht er so vor, dass er als Ursache der Arbeitslosigkeit hauptsächlich eine mangelnde Nachfrage nach Gütern sieht, aufgrund derer die Produzenten weniger produzieren würden und deshalb Arbeiter entlassen würden.
Die Lösung läge darin, die Nachfrage zu erhöhen. Und das am besten über den Staat, der sich dafür verschulden würde und / oder ‚Geld druckt‘. Die zusätzliche staatliche Nachfrage würde dann über Multiplikatoreffekte zu weiteren Steigerungen des Sozialprodukts, der Wirtschaftsleistung, führen, verbunden mit weiterer Nachfrage nach Arbeitskräften. Man könne letztlich über Geldentwertung Arbeitsplätze schaffen.
Leider besteht aber die große Gefahr, dass zwar die erwartete Inflation eintritt, aber langfristig keine zusätzlichen Arbeitsplätze entstehen – das nennt man dann ‚Stagflation‘.

Löhne hängen nicht nur von den ökonomischen Verhältnissen in einem Land ab, sondern vom internationalen Wettbewerb. Der internationale Wettbewerb bestimmt die Preise von Rohstoffen und Gütern am Weltmarkt. Und ‚Arbeit‘ ist eine Ware, ein Gut. Der Lohn ist der Preis für den ‚negativen‘ Nutzen „Arbeit“, die Entschädigung für die Aufgabe von Freizeit. Was nur zum Spaß gemacht wird, gilt ökonomisch nicht als „Arbeit“.
Dem Weltmarkt kann sich keine Nation entziehen, die am Welthandel teilnehmen möchte und nicht autark ist. Die Preise am Weltmarkt bestimmen sowohl die Vergütung des Unternehmers sowie diejenige des Arbeiters. Arbeiter können sich grundsätzlich aussuchen, in welchem Land sie arbeiten möchten, und insofern beeinflussen die Weltmarktpreise auch die heimischen Löhne.
Dass die Löhne in den letzten drei Jahrzehnten in den westlichen Ländern tendenziell gefallen sind oder zumindest nicht gestiegen sind, liegt an der Globalisierung und in diesem Zusammenhang an der Tatsache, dass aus Asien und Osteuropa eine sehr große Zahl an zusätzlichen Arbeitskräften auf den globalen Arbeitsmarkt gekommen sind – was die Preise gedrückt und durchaus zu einem starken Missverhältnis der Entwicklung von Lohn- und Kapitaleinkünften geführt hat. Diese Entwicklung wird sich jedoch vermutlich bald umkehren.

Erklärungsansätze, die die Höhe der Löhne davon abhängig machen wollen, wie viel ein Arbeiter an Geld benötigt, um seine Arbeitskraft zu erhalten oder ein ‚Existenzminimum‘ zu bestreiten, sind nicht fundiert. Genau so wenig wie die angebliche Abhängigkeit der Löhne von dem Volumen eines von den Unternehmern gespeisten ‚Lohnfonds’ oder von den Kosten der Ausbildung eines Arbeiters. Was zählt sind die Qualifikationen der Arbeiter sowie Angebot und Nachfrage nach diesen Qualifikationen.

Löhne werden auch nicht unbedingt aus dem ‚Kapital‘ der Unternehmen bezahlt, denn letztlich bezahlt der Konsument die Arbeit insofern als die Kosten der Arbeit in die Preisgestaltung der Waren einfließt. Nur wenn ein Produkt nicht verkauft werden kann, gehen die Kosten zu Lasten des Kapitals des Produzenten. Die Arbeitskosten fließen zwar in die Kalkulation des Unternehmers ein, aber der Wert einer Ware am Markt richtet sich nicht primär danach, wie viel Arbeit in ihr steckt (Arbeitswerttheorie). Wenn ein anderer Produzent ein gleichartiges Produkt mit einer besseren Technologie und besseren Maschinen mit der Hälfte des Arbeitsaufwandes und der Hälfte der Arbeitskosten entsprechend günstiger am Markt anbieten kann, wird der teurere Produzent seine Preise absenken müssen, oder er bleibt auf der Ware hängen. Der Konsument wird nicht mehr bezahlen, nur weil der teurere Produzent mehr Arbeit investiert hat.

Arbeitslosigkeit

So lange die Produktionsmethoden noch primitiv waren und es keine Maschinen gab, die dem Menschen die Arbeit erleichterten oder ganz abnahmen, gab es keine Arbeitslosigkeit. Das bedeutete aber keinesfalls, dass es den Menschen gut ging. Die Zeit vor der Industriellen Revolution prägte ein großes Elend. Der Grund hierfür liegt in der geringen Produktivität der damaligen Produktionsmethoden. Es gab damals sogar insofern einen Mangel an Arbeitskräften, als nicht genug produziert werden konnte, um die grundlegendsten Bedürfnisse aller zu befriedigen. Auch Kinder mussten auf den Feldern mitarbeiten, um der Familie das Überleben zu sichern. Bis zum Beginn der Industriellen Revolution (etwa 1800) waren die allermeisten Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt, nur um das primäre Bedürfnis nach Nahrung zu befriedigen. Wobei auch das oftmals nicht gelang, und immer wieder viele Menschen verhungerten. Zwischen 80 und 90 Prozent der Menschen arbeiteten damals auch in den westlichen Ländern in der Landwirtschaft.

Die Industrielle Revolution änderte dieses Bild schlagartig. In Bezug auf die Landwirtschaft kam es zur ‚Zweiten Landwirtschaftlichen Revolution‘. Viele Landarbeiter verloren über den Einsatz von Maschinen ihren Arbeit und zogen in die Städte, wo sie als Industriearbeiter tätig wurden. Die Arbeitsbedingungen waren in der ersten Zeit ziemlich übel, das Leben schwer.
Durch das Aufkommen neuer Technologien und neuer Maschinen kam es auch in manchen Industriezweigen immer wieder zu Arbeitslosigkeit. So zum Beispiel in der Textilindustrie durch die Einführung der Webstühle. In England, aber auch in Frankreich und Spanien führte das bei den Webern zu Arbeitslosigkeit, wodurch es zunächst einmal zu großen Unruhen kam.
Die Arbeitslosen fanden jedoch Schritt für Schritt Arbeit in anderen Industrien und auch in den neu entstehenden Industrien, die zum Beispiel die verschiedenen Maschinen produzierten (Maschinenbau). Da durch den Einsatz der Maschinen die Preise vieler Produkte deutlich sanken, blieb den Konsumenten Geld für den Kauf anderer Waren, die sie sich vorher nicht leisten konnten.
Auch wenn die Situation der Arbeiter damals ‚elend‘ war, gab es keine stärker werdende ‚Verelendung‘, sondern auch der Lebensstandard der Arbeiter verbesserte sich kontinuierlich und gegenüber ihrer vorherigen Situation als Landarbeiter war die Lage ohnehin deutlich besser.

Das Phänomen der Massenarbeitslosigkeit gab es in der Zeit von 1848 und 1914 nicht; dieser Zeitraum war die liberalste Zeit der Wirtschaftsgeschichte. Manche Industrien florierten, andere schrumpften, und die Arbeiter, die in einem Bereich entlassen wurden, fanden Arbeit in den neuen oder prosperierenden Branchen. Sie konnten auch leicht besser bezahlte Arbeit im Ausland suchen, da es damals keine Migrationsbeschränkungen gab und die Arbeiter die Freiheit hatten, sich auf der ganzen Welt die jeweils bestbezahlten Jobs zu suchen. Über den Welthandel, die Verbreitung der neuen Techninken und die Migration breitete sich der Wohlstand aus; zunächst allerdings nur in der westlichen ‚kapitalistischen‘ Welt.
(Seite 59, Essentials of Economics).

Dann kam es mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges zu einem großen Einschnitt. Durch die Wehrpflicht und den Kriegseinsatz kam es zu einer großen Knappheit an Arbeitskräften. Diese wurde noch verstärkt durch den zusätzlichen Güterbedarf für den Kriegseinsatz (Waffen, Munition, Bekleidung und Lebensmittel für die Armee). Frauen wurden zur Arbeit in Fabriken herangezogen, was bis dato nicht üblich war. Den Arbeitskräftemangel nutzten die Gewerkschaften aus und trieben die Löhne in die Höhe und in der Folge auch die Güterpreise.

Das änderte sich bei Ende des Krieges schlagartig. Die Kriegswirtschaft hatte die Produktionsmittel an vielen Stellen aufgezehrt und es gab kein Kapital, um sie zu ersetzen. Der Krieg hatte enorme wirtschaftliche Schäden angerichtet und die Welt war verarmt. Der einzige Ausweg lag darin, den Kapitalstock, der im Krieg stark gelitten hatte, wieder durch Investitionen aufzubauen. Um investieren zu können, muss auf der anderen Seite in gleicher Höhe gespart werden, und das bedeutet, dass alle ihren Konsum einschränken mussten.

Nach dem Ende des Krieges und der Rückkehr der Soldaten von der Front wuchs die Zahl der vorhandenen Arbeitskräfte schlagartig wieder an. Viele fanden aber keine Arbeit, da die Güterproduktion nicht in gleichem Maße ausgedehnt wurde, da die Güternachfrage nur vergleichsweise gering anstieg, bedingt auch dadurch, dass viele der Heimkehrer erst einmal keinen Job und kein Einkommen hatten.
Darüber hinaus fiel die Produktion der Kriegswirtschaft weg und die dort beschäftigten Arbeitskräfte konnten nicht sofort in zivilen Bereichen eine Arbeit finden, zum Teil auch weil sie nicht die erforderlichen Qualifikationen hatten. Hinzu kam, dass die Löhne im Krieg stark gestiegen waren, während auf der anderen Seite die Nachkriegspreise aufgrund der Normalisierung der zivilen Produktion und dem entsprechend höheren Güterangebot zunächst sanken. Damit die Unternehmer profitabel produzieren konnten, hätten die Löhne wieder sinken müssen. Das versuchten aber die Gewerkschaften mit aller Macht zu verhindern, mit der Folge, dass sich die Arbeitslosigkeit so drastisch erhöhte, dass die Regierungen sich gezwungen sahen, die entlassenen Arbeiter mit Arbeitslosenunterstützung zu alimentieren. Da sie aber dafür kein Geld hatten, fingen sie an, frisches Geld zu produzieren: die Druckerpresse lief an, es gab Geld für jedermann, allerdings entwertetes Geld, da die Preise genauso schnell stiegen, wie das Geldangebot stieg. Den Arbeitern, die keine Lohnkürzung akzeptierten, wurden die Löhne durch die Geldentwertung verringert.
Der volkswirtschaftlich schädlichste Effekt war allerdings, dass die mögliche Erholung lange dadurch verzögert wurde, dass die Arbeitslosen, die die Produktion bei niedrigeren Löhnen zum Wohle aller viel früher hätten erhöhen können, dies nicht taten.
Ähnliches passierte auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder.

“Permanent mass unemployment destroys the moral foundations of the social order. The young people who, having finished their training for work, are forced to remain idle, are the ferment out of which the most radical political movements are formed. In their ranks the soldiers of the coming revolutions are recruited.”
Ludwig von Mises

Die schlimme Arbeitslosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg war also keine Folge des Kapitalismus, sondern sie trat auf wegen der Beschränkungen am Arbeitsmarkt (Eingriffen in die freie Marktwirtschaft und die freie Preisbildung) und der unmittelbaren Folgen einer kriegerischen Auseinandersetzung, die ein kapitalistisches System versucht hätte, unter allen Umständen im Vorfeld zu vermeiden.
Daraus folgt, dass Arbeitslosigkeit kein Wesenszug des Kapitalismus ist. Ein kapitalistisches System neigt im Gegenteil dazu, die Produktion ständig zu erhöhen und im Gefolge auch die Beschäftigung. Wenn neue Maschinen mehr Güter mit dem Einsatz von weniger Arbeit produzieren, können die überzähligen, frei werdenden Arbeitskräfte entweder in derselben Industrie eingesetzt werden, um z.B. die neuen Maschinen zu warten oder in anderen Branchen, die einen höheren Bedarf an Arbeitskräften haben. Eine freie Marktwirtschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie zu einem ständig steigenden Güterangebot führt und im Zuge dessen Arbeit für jeden bereitstellt, der arbeiten möchte. Einflüsse von Interessengruppen oder dem Staat können diese Funktionsweise jedoch nachhaltig stören. Wenn die Löhne so stark steigen, dass die Unternehmer nicht mehr profitabel produzieren können, führt das zu einem Rückgang in der Produktion und Arbeitsplätze entfallen. Das gleiche gilt, wenn der Staat über hohe Steuern, investitionshemmende Regularien und überbordende Regulierung das Investitionsklima verschlechtert.

Um die vermeintlich positive Wirkung von Inflation und Lohnsteigerungen auf das Beschäftigungsniveau wissenschaftlich zu ‚untermauern‘ wurde im Jahr 1958 von Alban Philips im Jahr die sogenannte Phillips-Kurve veröffentlicht, die in der Folge von den Anhängern des Keynesianismus aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Der behauptete Zusammenhang wurde 1972 von dem ‚Österreicher‘ Friedrich von Hayek widerlegt.

Es wird immer wieder behauptet, dass es im Sozialismus keine Arbeitslosigkeit gäbe. Auch wenn das offiziell vielleicht tatsächlich so ist, unter anderem weil es in sozialistischen Ländern sogar eine gesetzliche Pflicht zur Arbeit gibt (bis hin zu „Zwangsarbeit“) , so ist das nur die halbe Wahrheit. Wenn Menschen zwar offiziell beschäftigt sind, sie in ihrer Arbeitszeit aber nicht richtig produktiv tätig werden können, nennt man das auch ‚verdeckte Arbeitslosigkeit‘. In dieselbe Richtung gehen im Westen sogenannte ‚Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen‘, die viel Geld kosten aber oft keinen Nutzen stiften. Als Beispiel sei hier Keynes‘ Idee angeführt, dass einige Menschen Löcher graben sollten, die dann direkt im Anschluss von anderen wieder zugeschüttet werden.
Letztlich zählt für die Menschen eines Landes und ihre Güterversorgung primär das pro Kopf Einkommen, das erwirtschaftet wird – und da spielt es zunächst einmal keine Rolle, wie viele Menschen das erarbeiten.

In normalen Zeiten gibt es keine Arbeitslosigkeit und in Wachstumsphasen sowieso nicht. Arbeitslosigkeit entsteht in der Krise, und heftigere Krisen treten oft nach exzessiven wirtschaftlichen Boom-Phasen auf, die durch leichtes Geld, das heißt durch staatliches Gelddrucken, ausgelöst werden und die nicht im Rahmen der normalen Zyklen von freien Marktwirtschaften auftreten. Zu Wirtschaftskrisen kommt es auch, wenn Interessengruppen die Produktionskosten so stark erhöhen, dass nicht mehr profitabel produziert werden kann oder der Staat verhindert, dass der Kapitalstock in einer Größenordnung wächst, die mit dem Bevölkerungswachstum Schritt hält (nur dann kann der Lebensstandard steigen) oder über nationalistische Barrieren der internationale Handel behindert wird.

Große Arbeitslosigkeit ist also in aller Regel immer die Folge von politischen Eingriffen in die freie Marktwirtschaft.

Im nächsten Artikel geht es unter anderem um Geld….

Autor: Markus Ross

Volkswirtschaftslehre für Einsteiger – Teil 2

Gastautor: Markus Ross

16.07.2020, 13:57  |  1546   |   | 

In dieser Artikelserie in drei Folgen geht es darum, Schülern, jungen Menschen und Erwachsenen, die sich noch nicht mit dem Thema ‚Wie funktioniert unsere Wirtschaft, wo kommt unser Wohlstand her‘ beschäftigt haben, einen leichten Einstieg in das Thema zu verschaffen und ein Grundwissen zu vermitteln. Hierfür bedarf es keiner mathematischen Formeln und es muss nichts auswendig gelernt werden. Es geht allein darum, bestimmte grundlegende Zusammenhänge des menschlichen Handelns zu verstehen. Geschichtliche Kenntnisse, zum Beispiel zur Herkunft des Geldes, helfen beim Verständnis.

Themen
Geld, Kredit, Zins
Finanzierung
Geldtheorien
Inflation, Deflation
Gelddrucken am Beispiel von ‚Monopoly‘ erklärt
Staatsverschuldung
Börse und Spekulation

Geld, Kredit, Zins

Gutes Geld ist die Basis unseres Wohlstands: Unsere Wirtschaft basiert auf Arbeitsteilung und Tauschhandel und all das basiert wiederum auf Vertrauen. Wenn das Vertrauen verloren geht, wird die Wirtschaftstätigkeit stark beeinträchtigt und es kommt zu erheblichen Reibungsverlusten.
Als Erstes muss man dabei verstehen, was „Geld“ ist, wie „Geld“ entstanden ist.

In den ersten Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte, als die Menschen Jäger und Sammler waren, gab es keine nennenswerte „Arbeitsteilung“: alle ‚jagten und sammelten‘ und es gab nur kleine sich selbst versorgende Einheiten, Familien, kleine Stämme.
Als die Menschen dann in größeren Gruppen zusammenlebten, Dörfern oder kleinen Städten, bildeten sich Spezialisierungen heraus, Berufe wie Schuhmacher, Schreiner, Schmiede entstanden. Diese Arbeitsteilung erhöhte die Effizienz stark, die Produktivität nahm zu.
Aus der arbeitsteiligen Wirtschaft ergab sich die Notwendigkeit, die jeweils produzierten Waren gegen andere zu tauschen, der Tauschhandel begann; zunächst wurden Waren direkt gegen andere Waren getauscht.
Um den Tauschhandel effizienter zu gestalten, wurden mit der Zeit manche Waren als ‚Geld‘, als Tauschmedium allgemein anerkannt. Dies war ein gesellschaftlicher Konsens, niemand wurde gezwungen, das zu akzeptieren, das ergab sich im Laufe der Zeit allein aus den Handlungen der Individuen.

Der Tausch ist die fundamentalste soziale Beziehung und der ‚Markt‘ ist der Dreh- und Angelpunkt einer Wirtschaft.
Auf einem ‚Markt‘ können Arbeitsleistungen und Güter sowie Dienstleistungen nur dann effizient getauscht werden, wenn es ein verlässliches und von allen Marktteilnehmern akzeptiertes Tauschmedium gibt. Aus diesem Bedürfnis der Marktteilnehmer entwickelte sich vor Tausenden von Jahren das „Geld“. Als Geld geeignet sind Waren, die leicht zu transportieren, haltbar und nicht beliebig vermehrbar oder reproduzierbar sind. Geld ist mithin auch eine Ware.

Das erste „Geld“ kam vor etwa 5000 Jahren in Gebrauch, und zwar bei den Sumerern. Es war das „Gerstengeld“. Dem Gerstengeld vertrauten die Leute, denn es war real und man konnte es essen. Weniger praktisch war, dass es recht schwer zu transportieren war. Auch Kühe wurden in manchen Regionen als Geld eingesetzt. Auch das war aber eher ‚unhandlich‘. Es war ein großer Durchbruch der Wirtschaftsgeschichte und erleichterte den Tauschhandel ungemein, als vor etwa 4500 Jahren in Mesopotamien die erste Silberwährung eingeführt wurde, der Silberschekel. Der Silberschekel war ein silbernes Gewicht (8,3 Gramm).
Die ersten Münzen aus Gold und Silber wurden um 640 vor Christus von König Alyattes in Lydien, in der heutigen Westtürkei, geprägt. Der Prägung war das Gewicht des Edelmetalls zu entnehmen. Solange die Menschen der Regierung vertrauten, die hinter der Prägung stand, vertrauten sie auch den von ihr herausgegebenen Münzen.
Praktisch in der ganzen Welt galten früher oder später Münzen aus Edelmetallen als Währung, es gab insofern quasi weltweit eine einheitliche Währungszone. Das erleichterte den internationalen Handel, der bereits in der Antike recht ausgeprägt war.
Als „Geld“ entstand, war es also immer eine Ware, die einen eigenen Nutzwert hatte. ‚Echtes‘ Geld entsteht wie jedes andere Gut oder jede andere Dienstleistung, es wird erarbeitet, z.B. dadurch, dass Gold geschürft wird. Alles andere ist „Geld-Ersatz“, ein Geld-Substitut, „Kredit-Geld“. Nur wenn mit Gold-Geld bezahlt wird, erhält der Verkäufer einen echten Gegenwert für seine Waren oder Dienstleistungen, andernfalls erhält er nur ein Zahlungsversprechen.

Betrogen wurde von den Emittenten des (Münz-)Geldes auch damals schon, und zwar indem man den Edelmetallanteil der Münzen manipulierte.
Der Betrug im richtig großen Stil wurde allerdings erst mit der Einführung des Papiergeldes (auch genannt ‚Fiat money‘) möglich.

Das erste Papiergeld wurde um das Jahr 1000 herum in China eingeführt, Ende des 13. Jahrhunderts versuchte sich der persische König mit Papiergeld finanziell zu sanieren. Das Papiergeld wurde üblicherweise unter Zwang eingeführt und die Experimente gingen nie lange gut. In Europa kam Papiergeld zuerst in Spanien Ende des 15 Jahrhunderts ins Spiel. Anfangs war das „Papiergeld“ in Europa meistens durch Gold oder Silber gedeckt, insofern als es sich um Quittungen handelte für bei Goldschmieden, Juwelieren oder Banken hinterlegtes Gold oder Silber, die beim jeweiligen „Emittenten“ eingelöst werden konnten. Diese leichter als der Gegenwert in Gold oder Silber zu transportierenden Quittungen wurden als Zahlungsmittel eingesetzt und erleichterten den Handel.

Bei „Papiergeld“ muss man unterscheiden in solches, das von dem Emittenten mit einem bestimmten Anspruch auf echte Werte/Güter, wie z.B. Gold, herausgegeben wird – also eine goldgedeckte Währung – und ‚fiat money‘-Papiergeld, das keinen Anspruch auf eine bestimmte Menge an echten Waren repräsentiert; dieses Geld könnte man „Schuldengeld“ nennen, es ist ungedeckt und hat keinerlei eigenen Wert außer dem, der auf dem Vertrauen in das System beruht und entsprechend auch nur so lange existiert, wie das Vertrauen in das System besteht.
Der Wert von Papiergeld ist nicht ‚echt‘, denn der Wert des bedruckten Papiergelds existiert nur in unserer Fantasie und basiert auf dem Vertrauen, dass der Schuldner auch in der Lage ist, seine Schulden zurückzubezahlen.
Fiat-Geld ist ein Zettel, den der Emittent selbst nie mehr einlösen wird und für den der Inhaber des Zettels die Hoffnung haben kann, dass ihm ein Dritter dafür Waren gibt. Es ist also ein weitgehend leeres Versprechen beziehungsweise eines, das nicht dauerhaft fundiert ist.
Wenn Zentralbanken Geld in Umlauf bringen oder Geschäftsbanken über ihren Mindestreservesatzhebel frisches Geld kreieren, sind diese Gelder weitestgehend ungedeckt, es haften nur die Banken selbst. Alles baut auf dem Vertrauen auf, dass die Banken in der Lage sein werden, ihren Verpflichtungen nachzukommen – und oft genug in der Geschichte wurde dieses Vertrauen missbraucht

Wohin es führen kann, wenn der Staat exzessiv Geld druckt, konnte man in Deutschland in der Weimarer Republik in den Zeiten der Hyperinflation sehen; wir reden vor allen Dingen über das Jahr 1923.
Der Druck einer 500 Euro Note kostet fast nichts; problematisch wird es nur dann, wenn das Geld so weit entwertet ist, dass der Druck fast so viel kostet wie die frisch erzeugten 500,– Euro. Die Druckkosten lagen zum Schluss bei etwa einem Drittel des Wertes des bedruckten Papiers ausmachten – und das bei Scheinen im Nominalwert von 100 Billionen Mark. Für 100 Milliarden Reichsmark bekam man damals gerade mal ein Brot.
Im Jahr der Hyperinflation 1923 arbeiteten bis zu 133 Fremdfirmen mit fast 2000 Druckmaschinen Tag und Nacht für die Reichsdruckerei, um die Menschen jeden Tag mit frischem Papiergeld zu versorgen, das immer schon am selben Tag einen großen Teil seines Wertes wieder einbüßte. 30 Papierfabriken stellten das dafür erforderliche Banknotenpapier her. 30.000 Menschen und zahllose Lastwagen waren mit dem Druck und Transport der Scheine beschäftigt – es war eine immense Verschwendung von Ressourcen.
Das sollte im Übrigen auch denjenigen Umweltschützern zu denken geben, die gerade mit ihren „Green New Deals“ Tausende von Milliarden frisches Geld in Umlauf bringen möchten, um die Welt zu retten.

Eine weitere „Quelle“ frischen Geldes ist der ‚Kredit‘. Wenn im Geschäftsleben von knappem Geld oder einer Geldschwemme gesprochen wird, ist im Allgemeinen der Kreditmarkt gemeint, nicht das Bargeld. Über die durch die Zentralbank gedruckten Papiergeldscheine hinaus gibt es in einem ‚fiat-money‘-System das ‚Zentralbankgeld‘ beziehungsweise das ‚Buch- oder Giralgeld‘. Als Zentralbankgeld bezeichnet man die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank, die durch Kredit auf hinterlegte Wertpapiere entstehen können oder durch eine ungedeckte Kreditvergabe der Zentralbank an die Geschäftsbanken. Buchgeld entsteht, wenn Geschäftsbanken an Endkunden Kredite vergeben. Über die Festsetzung der Quoten, die eine Bank als Eigenkapital und/oder Reserven vorhalten muss, entsteht eine große Hebelwirkung, die es den Banken erlaubt, ein Vielfaches der Kundeneinlagen und des Eigenkapitals als Kredite in Umlauf zu bringen. Diesen Hebel nennt man ‚Mindest-Reserve-Sätze‘, das System ‚fractional reserve banking‘. ‚Gedeckt‘ sind die Forderungen gegen die Banken zum größten Teil nur durch die Schulden Dritter.
Je niedriger die Mindestreserveanforderungen an die Geschäftsbanken sind, desto mehr fremdes Geld können die Banken auf eigene Rechnung verleihen und an der Marge Geld verdienen. Daher haben die Banken kein Interesse daran, den Hebel zum Geldverdienen zu verkleinern. Bei einem Mindestreservesatz von zum Beispiel 10% (der Einlagen) kann die Bank über fortlaufende Kreditgewährung Geld in Höhe des Zehnfachen der Einlage ‚schöpfen‘, bei einem Mindestreservesatz von 20% wäre nur das Fünffache möglich.
Der Staat hat ebenfalls kein Interesse daran, das System zu verändern und auf eine solide Basis zu stellen, denn mit der Geldflut finanziert er seine Bürokratie, die Wohltaten, mit denen Wählerstimmen gekauft werden und fragwürdige Abenteuer, wie Kriege, Energiewenden oder „Weltpolitische Maßnahmen“.

Die insgesamt vorhandene Geldmenge kann also rein technisch oder buchhalterisch stark erhöht werden, ohne dass sich gleichzeitig in der Realwirtschaft oder am Volksvermögen etwas tut.
Wenn Geld gedruckt wird, erhöht das nicht das Vermögen oder den Wohlstand der Bürger!
Dem globalen Geldvermögen steht als „Deckung“ ein ebenso hoher Betrag an Schulden gegenüber. Erst in zweiter Linie ist das Geld durch die vorhandenen Waren „gedeckt“, es gibt jedoch keinen Anspruch auf Erhalt einer bestimmten Warenmenge gegen Hergabe eines Papiergeldscheins. Und das kann dann zu Problemen führen, wenn der Besitzer der Ware dem Geld, das er im Gegenzug erhalten soll, nicht mehr traut und die „Annahme verweigert“.

Die Bürger sind mehr oder weniger per Gesetz gezwungen, das böse Spiel mitzuspielen, denn die Regierungen erklären ihr eigenes ungedecktes Geld zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel und verhindern aktiv die Entstehung von werthaltigeren Parallelwährungen.

Seit im Jahr 1971 die Golddeckung in USA endgültig abgeschafft wurde, leben wir in einer reinen ungedeckten Papiergeldwelt (‚fiat money‘) und die Staaten haben ihr Monopol auf das Geld seitdem weidlich ausgenutzt. Darauf aufbauend hat sich die globale Verschuldung in den letzten Jahren massiv erhöht, auf inzwischen über 250 Billionen US-Dollar (Stand 2020; gegenüber 173 Billionen zur Zeit der Lehman-Krise im Jahr 2007).

Dass unser derzeitiges System der fiat-Währungen bislang noch hält, liegt zum einen daran, dass es bislang wenig „Fluchtmöglichkeiten“ gab, da alle größeren Währungsräume parallel inflationieren, und zum anderen daran, dass den meisten Bürgern die Gefahren nicht bewusst sind – auch weil es bislang zumindest auf den Gütermärkten wenig wahrnehmbare inflationäre Tendenzen gibt (die ‚Inflation‘ spielt sich aktuell an den Immobilienmärkten und Wertpapiermärkten ab). Dass die offiziellen Preissteigerungsraten in den letzten 40 Jahren niedrig waren, ist der Sondersituation zu verdanken, dass über Demographie, die Globalisierung und hier vor allen Dingen die Einbindung von China in die Weltwirtschaft ein riesiges zusätzliches Arbeitsangebot auf den Markt gekommen ist, das die Löhne und die Warenpreise konstant gedrückt hat. Dieser Effekt wird sich jedoch vermutlich bald umkehren.
In der Geschichte hat noch nie ein ungedecktes Papiergeldsystem überlebt – und dieses Mal wird es mit höchster Wahrscheinlichkeit genau so enden.

Dieses Mal könnte das Aufkommen der Kryptowährungen oder alternativer ‚privater‘ gold- oder anderweitig ‚gedeckter‘ Währungen dem Inflationieren der Staaten und ihrem fiat-money System ein Ende bereiten – nämlich dann, wenn das Vertrauen der Bürger in das ungedeckte Papiergeld weiter schwindet und sie diese Fluchtmöglichkeit vermehrt nutzen. Dann wird die massive ungedeckte staatsmonopolistische Geldschöpfung, der ‚Geldsozialismus‘, erneut als ein gigantischer Betrug an den Bürgern, ein riesiges „Ponzi-Scheme“ (Schneeballsystem) entlarvt werden.

“Gold is money, and nothing else.”
John Pierpont Morgan

Jetzt kommen wir zum ‘Preis’ des Geldes, dem ‚Zins‘, den der Kreditnehmer an den Kreditgeber bezahlt. Geld per se ist unproduktiv und generiert allein keine Rendite. Produktiv ist nur ‚Arbeit‘ im weitesten Sinn, die Arbeit des Unternehmers in Verbindung mit den anderen Produktionsfaktoren, darunter auch das ‚Kapital‘.
Ein Unternehmer kann benötigtes Kapital – z.B. für geplante Expansionen – aus dem Verkauf der von ihm produzierten Güter und den daraus erzielten Gewinnen generieren, oder aber am Markt als Kredit aufnehmen. Wenn er Kredit aufnehmen kann, kann er heute Rohmaterialien oder Maschinen kaufen, ansonsten muss er bis ‚morgen‘ warten, bis er selbst die entsprechende Liquidität aus seinen Gewinnen generiert. Das heißt, wenn der Unternehmer Kredit bekommt, kauft er nicht ‚Geld‘ sondern ‚Zeit‘. Den Zins bezahlt er dafür, dass er heute haben kann worauf er ansonsten bis morgen warten müsste.
Der Wert eines Gutes heute ist immer höher als der eines Gutes, das erst in der Zukunft zur Verfügung steht. Daher ist die gebräuchlichste Form eines kommerziellen Kredits die Diskontierung, bei der ein Kreditgeber, in der Regel eine Bank, dem Kreditnehmer für einen Zahlungsanspruch in z.B. 90 Tagen (Geldforderung, ‚Wechsel‘..) heute schon den Nennwert der Forderung abzüglich eines Betrags, der auf Basis des ‚Diskontsatzes‘ (Zinssatz) berechnet wird, ausbezahlt. Der Unternehmer bezahlt den Zins, wenn ihm das Geld heute entsprechend mehr Rendite liefern wird über seine unternehmerische Verwendung als er an Zinsaufwendungen haben wird.
Geld heute ist normalerweise immer mehr wert als Geld in der Zukunft (anders kann es unter verzerrten Marktbedingungen wie heute mit negativen Zinsen sein, Stand 2020). Es ist ein Vorteil, Geld heute in der Hand zu haben, anstelle von morgen. Man kann es dann ad hoc einsetzen bei günstigen Gelegenheiten oder zur Umsetzung interessanter Projekte. Geld an sich produziert allerdings keine Renditen. Wenn daher jemand anbietet, das Geld zu interessanten Konditionen zu leihen, und dieser Mehrwert die Vorteile übersteigt, das Geld sofort verfügbar zu haben, wird man es verleihen, wenn der entsprechende sofortige Zinsvorteil den möglichen zukünftigen Nutzen übersteigt. Der Verleiher diskontiert insofern auch Zeit.
Was wird also den Zins beeinflussen, den Preis von Geld? Nicht mehr und nicht weniger als Angebot und Nachfrage nach Geld.
Der ‚Marktzins‘ wird aber zusätzlich noch von psychologischen Faktoren beeinflusst, von Zukunftsperspektiven und den Einflüssen der Zentralbanken. Die Zentralbanken haben einen sehr großen Einfluss auf die Höhe des Zinses, weil sie über ihr Geldmonopol wichtige Zinssätze ‚festsetzen‘ können. Ihre Macht ist aber nicht unbeschränkt und endet spätestens dann, wenn die Bürger das Vertrauen in das staatliche Papiergeld verlieren.

Bei der Bestimmung der Höhe des Marktzinses spricht man auch von der ‚Zeitpräferenz‘. Waren oder Dienstleistungen, die man heute bezieht, halten die Menschen in aller Regel für wertvoller als der Bezug derselben Leistung in der Zukunft. Und wenn Menschen ihr Geld verleihen und dafür auf Konsum verzichten, wollen sie dafür entschädigt werden – das ist der Preis des Geldes, der Zins. Die Höhe hängt ‚am Markt‘ davon ab, wieviel freies Geld zur Verfügung steht und wie viele Menschen sich Geld leihen möchten für Investitionen oder für vorgezogenen Konsum.

„Satisfaction of a want in the nearer future is, other things being equal, preferred to that in the farther distant future. Present goods are more valuable than future goods.
Ludwig von Mises

Finanzierung

Banken waren traditionell die Institutionen, zu denen die Sparer ihr Geld brachten und von denen die Unternehmer Kapital für ihre Investitionen erhalten konnten. Die Banken konnten, wenn sie ihre Sache ordentlich machten und die geplanten Investitionen ihrer Schuldner richtig einschätzten, an der sogenannten Zinsmarge gutes Geld verdienen. Bei den Zinsmargen unterscheidet man zwischen Sparmarge, der Transformationsmarge und der Kreditmarge.
Unternehmen haben jedoch auch noch andere Finanzierungsmöglichkeiten. Sie können Geld am Kapitalmarkt (Börse) aufnehmen in Form von Anleihen oder über die Ausgabe von Aktien (Beteiligungen) oder aber über private außerbörsliche Beteiligungen (Private Equity, Venture Capital). Aktien- und Anleihen-Platzierungen über die Börse lagen traditionell ebenfalls in den Händen der Banken und waren eine schöne Einnahmenquelle.
Wichtige Geldquellen für Unternehmen sind dabei Kapitalsammelstellen wie Fonds (offene Fonds oder geschlossene Fonds).
Finanzinnovationen machen die Banken jedoch seit einigen Jahren mehr und mehr entbehrlich (z.B. Crowd Funding, Kreditvermittlungsplattformen).

Geldtheorien

Es gibt verschiedene Geldtheorien. Entsprechend der Reihenfolge ihres historischen Auftretens sind zu nennen die ‚quantitative Theorie‘, die ‚qualitative Theorie‘ und die ‚Neutralitätstheorie des Geldes‘.
Die Quantitätstheorie wurde entwickelt, um den massiven Preisanstieg zu erklären, zu dem es in Spanien im 16. Jahrhundert aufgrund des enormen Imports von Edelmetallen aus den spanischen Kolonien in Südamerika kam. Der Wirtschaftswissenschaftler Jean Bodin (Frankreich 1502-1596) erklärte den Preisanstieg damit, dass der Wert des Geldes sich umgekehrt proportional zu dem Angebot von Gütern auf dem Markt verhalten würde. Je mehr Geld und je weniger Güter vorhanden seien, desto geringer der Wert, d.h. die Kaufkraft des Geldes, und umgekehrt.
Diese Theorie hat einen wahren Kern, leidet aber an zwei Irrtümern: Sie basiert auf der Annahme einer autarken Wirtschaft und darauf, dass das jeweilige Geld nur in dem einen Land eingesetzt werden kann. Tatsächlich aber zirkulieren sowohl Geld als auch Waren international und ein Land mit großem Geldangebot und einer Knappheit an Gütern kann ein reiches Land sein, wenn es jenseits der Grenzen Länder gibt mit Geldknappheit und einem Güterüberangebot.
Weiterhin basiert sie auf der Annahme, dass Geld nur ein Tauschmedium ist und nur zur Bezahlung von Gütern und Leistungen eingesetzt wird. Aber Geld hat noch weitere Zwecke, wie zum Beispiel die Vermögensaufbewahrungsfunktion und die Funktion, den Waren einen Wert zuzumessen.

Die ‚Qualitätstheorie‘ dagegen stellt nur auf den intrinsischen Wert der Edelmetalle ab, die das Geld enthält (John Locke, England, 1632-1704). Auch diese Theorie enthält einen wahren Kern, berücksichtigt aber nicht alle Faktoren. Nach dieser Theorie orientiert sich der Wert einer Währung allein oder zumindest vorrangig an den bei der Zentralbank hinterlegten Edelmetallbeständen. Diese Ansicht vernachlässigt aber wichtige Einflussfaktoren wie das Wirtschaftswachstum eines Landes, die vorhandene Infrastruktur, die Ausbildung der Menschen (das ‚Humankapital‘) oder den Kapitalstock.

Die Neutralitätstheorie hingegen sieht Geld nur als einen Wertmaßstab für Waren und Dienstleistungen an (David Hume, England 1711-1776 und John Stuart Mill, England 1806-1873). Geld und Waren hätten aber gegenseitig keinen Einfluss aufeinander. Diese Theorie geht fälschlich von einer vereinfachenden Annahme aus, dass alle Transaktionen am Markt letztlich Tauschgeschäfte seien. Im realen Leben steht zwischen dem Tausch von Gütern/Waren ein anderes Gut, nämlich Geld. Waren werden nicht unmittelbar gegeneinander getauscht sondern über den Umweg über Geld als Tauschmedium. Ein Tauschhandel (‚Barter Trade‘) ist direkt und bilateral, wogegen der ‚Markt‘, ausgedrückt in Geldpreisen, indirekt und multilateral ist. Daraus folgt, dass Geld, als eigene Ware, die jeweils ‚getauscht‘ wird, einen eigenen Wert haben muss, der von Marktfaktoren bestimmt wird, insbesondere durch bessere oder schlechtere Qualität und Knappheit oder Überschuss. Gegen Geld werden mehr oder weniger Güter eingetauscht, abhängig von dem Wert, der dem Geld zugemessen wird. Geld ist nicht gleich Geld. Manche Geldformen werden gegenüber anderen präferiert. Geld wird höher eingeschätzt, wenn es knapp ist, schlechter, wenn es im Überfluss vorhanden ist. Geld bleibt weiterhin ein Wertmaßstab für Güter, aber es ist eben auch selbst ein Gut, dessen Nutzwert abhängt von seiner Qualität (z.B. Material), seiner Funktion und dem Angebot und der Nachfrage nach diesem Geld.
Insofern müssen alle drei Geldwerttheorien (qualitativ, quantitativ, neutral) gemeinsam angewandt werden.

Inflation und Deflation

Inflation ist das Aufblähen der Geldmenge. Das Ansteigen der Preise ist nicht ‚Inflation‘ sondern das ist ‚Teuerung‘ oder ‚Preisinflation‘. Wenn die Geldmenge fällt, spricht man von ‚Deflation‘.
Die Preisinflation folgt der Inflation (dem Aufblähen der Geldmenge) erfahrungsgemäß in ‚normalen‘ Zeiten mit etwa einem Jahr Verzögerung und normalerweise liegt die Korrelation zwischen beiden Größen fast exakt eins zu eins. Das ist aber nicht zwingend.

„Nichts hat, worauf Lenin hingewiesen hat, eine so desorganisierende Wirkung wie eine Inflation: ‚um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, muß man ihr Geldwesen verwüsten‘.“
Joseph Schumpeter

Wenn bei einer steigenden Geldmenge die Gütermenge im gleichen Verhältnis ansteigt, wird sich das Preisniveau zunächst einmal nicht verändern. Dabei erhöhen sich aber nicht alle Preise im gleichen Maße. In den letzten Jahren zum Beispiel gab es über Globalisierungseffekte und Billigimporte in manchen Bereichen sogar einen Preisdruck (Computer) und gestiegen sind bislang vor allem Vermögenspreise, das heißt unter anderem die Preise von Immobilien und Aktien. In den letzten hundert Jahren hätten die Güterpreise eigentlich insgesamt rapide sinken müssen, weil das Produktivitätswachstum der westlichen Länder seit der Industriellen Revolution gewaltig war.

Wenn die Menge des Geldes in den Händen der Konsumenten steigt oder fällt, können sie mit diesem Geld entsprechend mehr oder weniger Güter erwerben. Der Quotient aus der angebotenen Gütermenge geteilt durch die gesamte verfügbare Geldmenge ist, bei sonst gleichen Bedingungen, die Kaufkraft des Geldes – wie viel Ware bekomme ich für mein Geld.

Solange es noch die Golddeckung gab, kam es zu Inflation, wenn aus den Goldminen mehr Gold gewonnen wurde und ins Land gebracht wurde und im gleichen Wert mehr Geld in Umlauf kam. Wenn bei einem durch den Zufluss von Gold ausgelösten Anstieg der Geldmenge das Warenangebot nicht in gleichem Maß anstieg, kam es zu einem entsprechenden Preisanstieg.
Zu einer Deflation kam es, wenn durch technischen Fortschritt und eine wachsende Bevölkerung ein Überschuss von Waren produziert wurde, ohne dass sich die umlaufende Geldmenge entsprechend erhöhte.

Es gibt auch eine ‚Kostendrucktheorie der Inflation‘, diese Theorie wurde aber bereits um das Jahr 1870 herum von den Ökonomen Carl Menger, Walras und William Stanley Jevons widerlegt. Preisinflation wird immer von der Nachfrageseite her ausgelöst und nicht von steigenden Kosten der Produzenten – es sei denn, die Kostensteigerungen sind selbst wieder inflationsgetrieben.

Falsch ist auch die Theorie, Preisinflation sei eine Begleiterscheinung des Wirtschaftswachstums. Das Gegenteil ist richtig: Ein Mehr an Gütern bedeutet in aller Regel niedrigere Preise je Gut.

„Das Preisniveau kann ohne Ausweitung der Geldmenge nicht steigen; genauso wenig, wie der Wasserpegel einer Badewanne steigen kann, wenn man kein neues Wasser zugießt.“
Roland Baader

Auf breiter Fläche sinkende Preise sind nicht Deflation, sondern eine Folgeerscheinung der Deflation, einer schrumpfenden Geldmenge. Preise sinken regelmäßig auch aus anderen Gründen, wie zum Beispiel einem größeren Angebot, sinkender Nachfrage und einer gestiegenen Produktivität aufgrund technischen Fortschritts und neuer Maschinen.
Allgemein sinkende Preise kommen nur bei schrumpfender Geld- und Kreditmenge vor oder wenn die  Umlaufgeschwindigkeit des Geldes abnimmt.
In einem Gold- oder Silberstandard kommt Deflation an sich nicht vor. Wenn Geld mit Gold oder Silber oder anderen Edelmetallen hinterlegt ist, kann die Geldmenge normalerweise nur langsam wachsen, da die Edelmetalle erst einmal geschürft und die Münzen oder Barren geprägt werden müssen. Und eine nennenswerte Schrumpfung der Geldmenge ist vor diesem Hintergrund auch schwer vollstellbar. Wenn dann über einen – durch Ersparnis ermöglichten – höheren Kapitaleinsatz oder sonstiger Einflussfaktoren, die die Produktivität erhöhen, mehr Güter und Dienstleistungen produziert werden, auf eine unveränderte Geldmenge treffen, führt das tendenziell laufend zu leicht sinkenden Preisen. Und niedrigere Preise steigern den Wohlstand der Menschen, weil sie sich dann mehr leisten können.

Deflation ist nur dann wirklich kritisch, wenn sie Folge einer schrumpfenden Geldmenge ist. Das passiert in aller Regel, um inflationäre Fehlentwicklungen einer zuvor aufgeblähten Geldmenge zu korrigieren. Dennoch ist in dieser Situation die Deflation mit all ihren hässlichen und äußerst unangenehmen Folgen für die Menschen die einzig denkbare Kur für die vorherigen inflationären Übertreibungen. Je länger man damit wartet, desto schlimmer wird es, desto böser wird das Erwachen sein.

Der auch von vielen Ökonomen vertretene Irrglaube, sinkende Preise würden Deflation bedeuten und müssten gefürchtet und um jeden Preis verhindert werden, führt dazu, dass nötige Anpassungen verzögert werden und durch weitere Inflationierungsmaßnahmen die nachfolgende Krise verschlimmert wird (so zum Beispiel durch die Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken in der Corona-Krise). Zur Lösung einer deflationären Krise ist es leider sogar erforderlich, dass Preise und Löhne weiter sinken, bevor eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung möglich ist. Sinkende Preise und Löhne sind einerseits die Folge und andererseits auch das Heilmittel der (künstlich herbeigeführten) Deflation in Folge einer (künstlich herbeigeführten) Inflation.
Wenn die Preise ausreichend gesunken sind, werden die Menschen auch wieder mehr konsumieren und die Wirtschaft beginnt sich zu erholen. Wer das verhindert, verschlimmert und verlängert die Deflation. Deflation ist ein schmerzhafter Prozess der finanziellen Schrumpfung und Gesundung.

Wir fassen zusammen: Aus dem normalen Wirtschaftsgeschehen resultierende Inflation und Deflation ist im allgemeinen nicht problematisch, die Auswirkungen sind eher gering und können durch Preisanpassungen wieder bereinigt werden. Wenn Inflation und Deflation aber von Regierungen und Zentralbanken künstlich herbeigeführt werden, können die Folgen sehr ernst sein. Das haben die Ausführungen zur Weltwirtschaftskrise 1929 gezeigt.

Nur diese staatlich herbeigeführte Inflation (oder Deflation) ist gemeint, wenn man von den bösen Auswirkungen der Inflation spricht. Diese Form der Inflation entsteht, wenn eine Regierung, die Geld braucht, Zugriff auf die Geld-Druckerpresse hat. Den Staat kostet das Drucken frischen Papiergelds nichts außer den Kosten für Papier und Druck. Aber dieses frisch gedruckte Geld in der Hand des Staates ist nominal genau so viel Wert wie das Geld, für das die Bürger hart gearbeitet haben. Die zum Konsum verfügbaren Güter sind nicht mehr geworden durch das Gelddrucken und müssen jetzt aufgeteilt werden auf das neue und das alte Geld. Das ist ähnlich wie wenn man Wein mit Wasser verdünnt. Die Regierung gießt Wasser in den Wein des Volkes und beansprucht einen Teil des verdünnten Weines für sich selbst. Und finanziert damit seine eigenen Ausgaben, die Gehälter von mehr oder weniger nützlichen Bürokraten, mehr oder weniger sinnvolle staatliche Projekte oder von sinnlosen Kriegen, die besser vermieden worden wären.
Bei Lichte betrachtet werden alle diese Zahlungen finanziert mit einem Teil des Weines, der den Bürgern vom Staat entzogen wurde.
Das Ganze ist kaum besser oder anders, als wenn jemand heimlich einen Stromzähler umgeht, nicht für den verbrauchten Strom bezahlt und die Kosten der Allgemeinheit aufbürdet. Oder wenn ein Betrüger selbst illegal Geld druckt und in Umlauf bringt.
Durch solche Maßnahmen entzieht der Staat willkürlich den Bürgern einen Teil der Früchte ihrer Arbeit um es nach eigenem Gutdünken ‚umzuverteilen‘.
Besonders verwerflich ist, dass durch die Politik des willkürlichen Gelddruckens die Armen besonders geschädigt werden, denn ein Millionär spürt die Auswirkungen einer Wegnahme von 30% seines Besitzes deutlich weniger als ein Armer und der von einer Inflation ausgelöste Anstieg der Löhne kann in der Regel nicht mit dem Anstieg der Lebenshaltungskosten mithalten.
Als positiver Effekt der Inflation wird regelmäßig angeführt, dass sie den Schuldnern zu Gute kommen würde, da sie ihre Schulden mit ‚schlechterem‘ Geld zurückbezahlen könnten. Aber diese Theorie beruht auf der falschen Annahme, dass alle Schuldner arm und alle Kreditgeber reich seien. De facto bekommt aber jemand in der Regel nur Geld geliehen, wenn er Vermögen hat; niemand leiht einem Pleitier Geld. Die Kreditgeber sind, zumindest indirekt, die Anteilseigner der Banken und die große Masse der Sparer mit ihren Einlagen bei den Banken.

Auch eine künstlich herbeigeführte Deflation führt zu ungerechten Ergebnissen, da die am Ende des Inflationsprozesses aufgenommenen Kredite in schlechtem Geld von diesen neuen Kreditnehmer später mit gutem Geld zurückgezahlt werden müssen.
Aus diesen Gründen wird von vielen ‚stabiles Geld‘ gefordert als ideales Tauschmittel. Aber stabiles Geld ist unmöglich, denn wie jede Ware, ist Geld inhärent instabil. Unabhängig von staatlichen Interventionen gibt es viele unvorhersehbare Faktoren, die den Geldwert beeinflussen. Dennoch ist es erstrebenswert, dass Geld möglichst stabil ist, oder dass sich zumindest die Schwankungen in engen Grenzen bewegen und keine großen Auswirkungen haben.
Aber wie kann das erreicht werden?
Einige empfehlen, dass sich die umlaufende Geldmenge proportional zur Menge der angebotenen Gütermenge verhalten soll. Das ist aber schwerlich kontrollierbar und umsetzbar. Insofern müssten der Exekutive umfassende Vollmachten erteilt werden zur Regulierung der Geldmenge, was heutzutage auch in fast allen Ländern der Fall ist. Das Resultat einer solchen unglücklichen Politik ist heute allerorten zu beobachten.

Was den menschlichen oder sozialen Aspekt angeht, so vergrößern Inflation und Teuerung die Schere zwischen Arm und Reich, denn die zur Geldvermehrung betriebene Niedrigzinspolitik verbilligt den Kapitaleinsatz gegenüber dem Faktor Arbeit und lässt die Vermögenspreise der Investoren steigen. Geringverdiener und Rentner auf der anderen Seite können sich dem Kaufkraftverlust deutlich weniger entziehen. „Sozial“ ist etwas anderes.

Eine ungerechte Verteilung findet bei Inflation auch insofern statt, als diejenigen, die als erste Zugang zum neuen Geld haben, gewinnen gegenüber denjenigen, die erst später das neue Geld beziehen – das nennt man den ‚Cantillon Effekt‘.
Am Ende verlieren aber fast alle Leute, weil das ständig expandierende Geldangebot gigantische Blasen erzeugt, deren unvermeidliches Platzen Vermögenswerte und Ersparnisse zerstört, sowie zu Arbeitslosigkeit und weit verbreitetem Elend führt.

Wie ungerecht die Verteilungseffekte bei einer Inflationierung sind, zeigt zum Beispiel auch ein Chart von Thomas Piketty, der damit an sich nur auf die vermeintlichen Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems hinweisen möchte. Unverkennbar ist, dass die Einkommens- und Vermögensungleichheit sowohl in den USA als auch in Europa ab etwa dem Jahr 1971 tatsächlich stark zugenommen hat. Was hat sich in 1971 geändert? Im Jahr 1971 hatte der damalige US-Präsident Richard Nixon den Goldstandard aufgehoben – nicht zuletzt um einige teure kriegerische Auseinandersetzungen zu finanzieren – und seitdem inflationierten alle westlichen Zentralbanken in immer größerem Stil. Ein wesentlicher Grund dafür, dass die Schere zwischen arm und reich seitdem auseinander geht, ist offensichtlich die schleichende Entwertung des Papiergelds durch Staaten und Zentralbanken durch Inflationierung und gerade nicht die freie Marktwirtschaft.

Die schlimmste Folge der Inflation im Papiergeldsystem ist der letzten Endes fast unvermeidliche Totalruin der Währung. Staatsbankrott und Währungsreform führen zum Totalverlust aller Geldvermögen der Bürger – eine Erfahrung, die die Deutschen im letzten Jahrhundert gleich zwei Mal machen mussten. Beide Male nach Kriegen, die zum guten Teil über die Druckerpresse finanziert worden waren.

Inflation und sporadische Währungsreformen sind in einem fiat money System regelmäßig angewandte Entschuldungsmethoden des Staates und somit geradezu systemimmanent.

Zu den negativen finanziellen Auswirkungen der Inflation kommt hinzu ein Zerfall der moralischen und gesellschaftlichen Ordnung, der am Ende oft in Chaos und Revolution mündet. Wenn Schuldenmachen belohnt und Sparsamkeit bestraft wird, wenn Klugheit, Vorsicht und Vernunft nichts mehr gelten, unterminiert das das bürgerliche ‚Geschäftsmodell‘, auf dem unser Wohlstand zu großen Teilen beruht.

„Schon beim Untergang des Römischen Reiches spielten die wechselseitig miteinander verbundenen Phänomene Militarisierung, Inflation und Überbesteuerung die Hauptrolle.“
Roland Baader

Ein Vorschlag, um den Werterhalt des Geldes zu sichern, ist die Rückkehr zu einem Goldstandard. Zu Zeiten des Goldstandards gab es die stabilste wirtschaftliche Entwicklung. Kurz nach der Aufhebung des Goldstandards in vielen westlichen Ländern begann der Erste Weltkrieg – Zufall hin, Zufall her.
Der Sinn und Zweck eines Goldstandards liegt weniger in einer absoluten Stabilität der Währungen – auch der Goldpreis schwankt in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage -, sondern darin, dass es die Staaten zu einer ordentlichen Haushaltsführung zwingt und Manipulationen an der Währung verhindert.
Am besten für die Stabilität des Geldes wäre es allerdings, wenn die Staaten ganz auf ihr Geldmonopol verzichten würden und konkurrierende private Währungen zulassen würden. Ein Beispiel für eine stabile silbergedeckte Privatwährung ist die ‚Mark Banco‘ der Privatbank ‚Hamburger Bank‘, die von 1629 bis 1875, als die Bank in die neu gegründete ‚Reichsbank‘ integriert wurde, einen stabilen Wert hatte.
Wenn man Politikern und Bürokraten Spielräume für Staatsverschuldung und Gelddrucken lässt, werden sie diese vermutlich leider früher als später ausnutzen.

In den letzten 200 Jahren gab es weltweit über 50 Hyperinflationen (von Hyperinflation spricht man im allgemeinen bei monatlichen Preissteigerungsraten von mehr als 50%) und auch die vermeintlich so stabile D-Mark hatte seit ihrer Einführung im Jahr 1948 bis zur Einführung des Euro im Jahr 1999 bereits etwa 95% ihres Wertes verloren.

„Nichts hat das deutsche Volk …. so erbittert, so hasswütig, so hitlerreif gemacht wie die Inflation.“
Stefan Zweig

Gelddrucken am Beispiel von ‚Monopoly‘ erklärt

Was bedeutet das Gelddrucken der Zentralbanken für den normalen Bürger?
Den meisten scheint das nicht klar zu sein, denn sonst würden sie dieses böse Spiel nicht in aller Ruhe mit sich spielen lassen. Es ist nämlich keineswegs so, dass das Gelddrucken am Vermögen der Bürger spurlos vorüber geht.

Was es für den einzelnen Bürger bedeutet, kann man an einem einfachen Beispiel aus dem Leben deutlich machen: Jeder hat vermutlich schon mal Monopoly gespielt.
Da bekommt jeder Spieler am Anfang eine genau bestimmte Menge Geld und kann damit Straßen kaufen, darauf wiederum Häuser und Hotels bauen und dafür Miete bei den Mitspielern kassieren.
Wenn man nicht genug Geld hat, kann man keine Straßen kaufen und die können von den Mitspielern weggeschnappt werden.
Wer die meisten Straßen und Häuser hat, verdient auch das meiste Geld.
Wer kein Geld mehr hat, scheidet vorzeitig aus.
Und wer am Ende am meisten Geld hat, gewinnt.

Fair ist das Spiel nur, wenn alle Spieler am Anfang des Spiels denselben Betrag an Geld erhalten und alle sich an die Regeln halten.

Man stelle sich jetzt vor, dass sich einer der Spieler das Recht nimmt, für sich selbst beliebig viel Geld frisch zu ‚drucken‘ beziehungsweise sich aus der Kasse der Bank so viel zu nehmen wie er möchte. Dieser ‚legale‘ Gelddrucker, Dieb oder Geldfälscher kann sich alles leisten, kann jeden Preis bezahlen und wird nie Pleite gehen.
Wer wird wohl gewinnen, wer verlieren?

Am Ende werden die ehrlichen Spieler Pleite sein – sie werden mit Sicherheit die Verlierer sein. Im richtigen Leben sind das die normalen Bürger.
Die unmittelbaren Gewinner sind der Staat und seine Nutznießer (Cantillon Effekt).
Und wenn das System am Ende unter den durch das Gelddrucken verursachten Schäden für die freie Wirtschaft zusammenbricht, wird es fast nur noch Verlierer geben.

Ein solch böses Spiel läuft so lange, wie es sich die Mitspieler gefallen lassen.
Beim Monopoly würden es sich die anderen Spieler von Anfang an nicht gefallen lassen, warum lassen sie es sich ‚im richtigen Leben‘ gefallen?

Die Antwort ist: Weil die meisten Bürger im richtigen Leben nicht merken oder merken wollen, welches Spiel der Staat spielt – obwohl es genau auf dasselbe herausläuft: der Bürger verliert, weil er betrogen wird.

Die meisten Bürger merken es  nicht, weil die Regierungen die Wahrheit sehr gut verschleiern und die Zusammenhänge immer bewusst sehr abstrakt und unverständlich darstellen. Wer bezieht schon abstrakte Begriffe wie „Geldmenge“, “Bruttosozialprodukt“, „Beschäftigung“, „Außenhandelsüberschuss“ oder „Leistungsbilanzdefizit“ auf seine ganz persönliche Situation?

„Mit Gold als Geld – also mit echtem Geld – hätte weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg geführt werden können. Allenfalls drei Wochen lang.“
Roland Baader

Staatsverschuldung

„Verschuldung ist nichts weiter als vorgezogener Konsum, der in der Zukunft ausfällt.“
Dr. Hjalmar Schacht (Präsident der Deutschen Reichsbank)

Ein Staat finanziert sich über Steuern und Abgaben, die seine Bürger an ihn entrichten. Ein gut funktionierender Staat ist wichtig, ein großer Staatsapparat mit viel Bürokratie ist allerdings teuer. Die Gelder, die an den Staat fließen, stehen den Bürgern nicht mehr zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zur Verfügung. Es ist insofern wichtig, dass hier ein gesundes Maß gewahrt wird. Von der Antike bis über das Mittelalter hinaus begnügten sich Staaten und Herrscher mit etwa 10 Prozent, heute liegt die Staatsquote oft über 50%.
Über die negativen Einflüsse von staatlichen Eingriffen bis hin zur totalen Kontrolle durch Zentralplanung hatten wir schon gesprochen. Während die Keynesianer einen großen staatlichen Einfluss befürworten und dafür auch eine Schuldenaufnahme des Staates, lehnen das zum Beispiel ‚Die Österreicher‘ mit guten Argumenten ab.
Selbst Keynes verlangte jedoch, dass Staatsschulden nur in Krisensituationen aufgenommen werden sollen und in guten wirtschaftlichen Zeiten wieder abgebaut werden sollten – Letzteres wird allerdings praktisch nie umgesetzt.

Es gibt durchaus Situationen, in denen sich ein Staat verschulden können muss. Zum Beispiel in Krisenzeiten, wie Kriegen (dass auch Angriffskriege durch die ungehemmte staatliche Verschuldungsmöglichkeit erleichtert werden, ist allerdings negativ) oder (unverschuldeten) Wirtschaftseinbrüchen, zum Beispiel bei Eintritt der berühmten „Schwarzen Schwäne“. Zulässig sollte eine solche Staatsverschuldung, wie oben ausgeführt, aber auch dann nur unter der Bedingung sein, dass sie sofort bei einer Erholung zwingend wieder abgebaut wird.

Staatsschulden werden besonders problematisch, wenn sie so hoch ansteigen, dass die Zinszahlung schwierig wird und/oder das Vertrauen der Anleger schwindet (die ‚Bonität‘ sinkt) und die Aufnahme neuer Gelder erschwert oder unmöglich wird.
Staatsschulden sollten aus vielen Gründen nicht die Norm sein, sondern die Ausnahme. Das Geld, das der Staat für die Zinszahlungen aufwenden muss, steht nicht mehr für Investitionen in sinnvolle Bereiche zur Verfügung. Und auch wenn Staatsschulden fast nie zurückgezahlt werden, belasten sie immer die zukünftigen Generationen, die für den Schuldendienst aufkommen müssen. Wenn den Staatsschulden wenigstens noch sinnvolle staatliche Investitionen gegenüberstehen, die in gewisser Weise Erträge generieren, geht es noch, wenn das Geld aber verbraucht wurde, das heißt konsumiert, werden zukünftige Generationen das nicht mehr verbrauchen können, was ihre Vorfahren ‚verbraten‘ haben.

Staatsschulden sind in der Historie praktisch noch nie zurückbezahlt worden (sie wurden aber recht häufig durch Staatspleiten ‚bereinigt‘). Es gelang Ländern wie den USA oder England aber öfter, die Staatsverschuldung in Relation zur Wirtschaftsleistung (und das ist die relevante Kennziffer) deutlich abzubauen – in der Regel erfolgte das über großes Wirtschaftswachstum und niedrige Zinsen. Ein solcher relativer Schuldenabbau ist allerdings leider die Ausnahme.

Stand 2020 (vor Corona) beläuft sich die deutsche Staatsverschuldung einschließlich der „impliziten Verschuldung“ in Höhe von 5,6 Billionen Euro, inzwischen auf über 220% der jährlichen Wirtschaftsleistung (die offizielle Staatsverschuldung liegt bei ‚nur‘ 60%). Die implizite Verschuldung ist eine ‚heimliche‘, verschleierte Verschuldung, die sich aus zukünftigen Leistungsversprechen wie Grundrente, Mütterrente etc. zusammensetzt. Sie wird in den normalen Statistiken nicht erfasst – belastet aber die zukünftigen Generationen.

Börse und Spekulation

Börsen sind Handelsplätze für Wertpapiere (Aktien, Anleihen), Waren, Devisen und Derivate (u.a. Optionen und Terminkontrakte). An der Börse investieren Menschen investieren oder sie sichern Transaktionen ab oder spekulieren. Nur weil an Börsen auch spekuliert wird, sind sie kein kapitalistisches Teufelszeug. Börsen haben eine sehr wichtige Funktion im Wirtschaftsleben, denn über sie kann man einfach und schnell Transaktionen absichern und Geld investieren. Absichern können sich zum Beispiel Bauern, indem sie ihre zukünftigen Ernten schon auf Termin verkaufen können oder Firmen, die Rohstoffe auf Termin einkaufen und so eine sichere Kalkulationsbasis haben. Ein Juwelier, der goldene Ringe liefern muss, kann sich durch den Kauf von Gold auf Termin gegen den Anstieg des Goldpreises absichern. Gegen Spekulation ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Spekulanten spielen an der Börse sogar insofern eine wichtige Rolle, als sie Liquidität beisteuern und dadurch die Abwicklung von Transaktionen erleichtern.
Es steht auch jedem frei, mit eigenem Geld zu spekulieren, man sollte es nur nicht mit fremden Geld machen (Other Peoples‘ Money) und man sollte die Verluste verkraften können. Wenn Spekulanten ihr eigenes Geld verlieren, ist davon der Rest der Bevölkerung nicht betroffen.
An der Börse können Menschen, wenn sie sich damit auskennen, ihr Geld sinnvoll investieren und Vermögen aufbauen, zum Beispiel für ihre private Altersvorsorge. Dass recht viele Anleger an der Börse Geld verlieren, bedeutet nicht, dass Börsen an sich schlecht sind. Sie sind grundsätzlich für die meisten Menschen sogar der sinnvollste Weg zu einer guten Geldanlage. Auch an der Börse wachsen die Bäume jedoch nicht in den Himmel und selbst die wenigsten ‚Profis‘ verdienen langfristig mehr als ihre ‚Benchmark‘ (die Vergleichsrendite, in der Regel sind das Börsenindizes, letztlich reden wir über den Durchschnitt der Rendite vergleichbarer Anlagen).
Verluste treten ein, wenn man die falschen Entscheidungen getroffen hat. Emotionen wie Gier und Angst sind sehr schlechte Ratgeber. Wenn man über ein gutes Fachwissen verfügt und sich diszipliniert an bestimmte Regeln hält, lässt sich bei einem mittel- bis längerfristigen Anlegerhorizont mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an der Börse Geld verdienen. Wichtig ist, dass die Kosten niedrig gehalten werden und Timingfehler (falscher Ein- und Ausstiegszeitpunkt, oft aus Gier oder Angst) vermieden werden.
Eine der unter diesen Aspekten aus Anlegersicht erfolgreichsten Strategien ist der Aufbau eines passiv verwalteten ETF-Portfolios (ETF = Exchange Traded Funds), bei dem das Portfolio immer nur bei Bedarf an die vorher festgelegten Gewichtungen angepasst wird und aktive Entscheidungen vermieden werden. ETFs sind Fondsanlagen, die sich in aller Regel an einem Index orientieren, bei denen es keine aktiven Anlageentscheidungen gibt und die vergleichsweise sehr niedrige Gebühren haben. Wer in Aktien investiert, sollte mindestens einen Anlagehorizont von 5 Jahren haben, besser noch von 10 Jahren.

Auch Staaten, Versicherungen und Pensionsfonds investieren an den Börsen. Länder wie Norwegen oder arabische Erdölproduzenten investieren einen Teil der Einnahmen aus dem Ölverkauf global in Wertpapiere und Beteiligungen, um für zukünftige Generationen Vermögen aufzubauen. Die Investitionsentscheidungen werden aber nicht von Bürokraten getroffen, sondern von gut ausgebildeten Profis.

Auf keinen Fall sollten Staaten mit den Steuergeldern spekulieren, die sie ihren Bürgern zwangsweise abnehmen.
Die Bürger können selbst an der Börse investieren oder spekulieren, dafür brauchen sie keine staatliche Bürokratie. „Eigenes“ Geld hat ein Staat nicht, auch die oben erwähnten Öleinnahmen, die zwar an den Staat fließen, sind letztlich das Geld der Bürger der jeweiligen Länder und auch das Geld der zukünftigen Generationen.
Wenn die Bürger wollten, dass der Staat für sie an der Börse spekuliert oder investiert, dann könnten sie dem Staat zum Beispiel zielgerichtet und freiwillig Geld in speziell dafür aufgelegte Fonds geben, die der Staat verwaltet – was allerdings vermutlich kein vernünftiger Mensch tun würde.

Es folgt Teil 3

Autor: Markus Ross

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